RI-Online

Leitung:

Dr. Dieter Rübsamen

Mitarbeiter:
  • Yannick Weber M.A.
Anschrift:

Akademie der Wissenschaften und der Literatur

Geschwister-Scholl-Str. 2

D-55131 Mainz

Telefon:

work +49(0)6131-577-211

Schon in den 1990er Jahren plante die Regestenkommission die elektronische Publikation ihrer Forschungsergebnisse. Realisiert wurde 1998 zunächst eine CD-Rom-Ausgabe der kumulierten ersten 10 Regestenhefte der Abteilung Friedrich III. Um die sich rasch ausbreitende Internettechnologie für die Forschung fruchtbar zu machen, wurden ab 2001 im Rahmen eines DFG-Projektes in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) alle bis dahin erschienenen Regestenbände retrodigitalisiert. Seitdem steht RI Online der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung.

I. Regestendatenbank

In der Regestendatenbank finden sich alle seit 1839 erschienenen Bände der Regesta Imperii im Volltext. Recherchierbar sind somit mehr als 130.000 Regesten von Herrscher- und Papsturkunden von den Karolingern bis hin zu Maximilian I. (751-1519). Neuerscheinungen werden schnellstmöglich digital bereitgestellt.

Die Datenbank ist frei zugänglich, uneingeschränkt durchsuchbar und steht unter einer CC BY 4.0 International Lizenz. Dabei wurden die Inhalte der gedruckten Bände unverändert übernommen, um Transparenz und Zitierbarkeit langfristig zu wahren. Um die Heterogenität der zugrundeliegenden Daten dennoch auszugleichen und eine Arbeit über den gesamten Datenbestand hinweg zu erleichtern, wurde – soweit möglich – versucht, Form und Struktur der Präsentation anzugleichen. So finden sich weitgehend Unterteilungen in Regestentext, Überlieferung und Kommentar. Auch die Datierung und der Ausstellungsort sind immer ausgezeichnet. Sukzessive werden – wo vorhanden – Originaldatierungen, Kanzleivermerke, Zeugen, Incipits u. v. m. optisch aufbereitet und gesondert durchsuchbar gemacht.

Neben den diversen Suchfunktionen der Online-Datenbank, die mit einer komfortablen und effektiven Recherche überhaupt erst den Umgang mit der ungeheuer großen Datenmenge umzugehen und besonders geeignet sind , die Nachteile der nach Provenienz erscheinenden Abteilungen Regesten Friedrichs III. und Ludwigs des Bayern auszugleichen, liegt ein großer Vorteil aber auch darin, dass die digitalen Daten erweiter- und korrigierbar bleiben. Seit 2009 wird dies durch ein Nachtragsmodul gewährleistet, welches inzwischen fast 1000 Hinweise und Verbesserungsvorschläge unserer Nutzer – nach Prüfung durch die Redaktion – für die Allgemeinheit sichtbar macht. Unter dem Vermerk „Verbesserungen und Zusätze“ sind außerdem auch publizierte Korrekturen der Bandbe-/überarbeiter selbst in die entsprechenden Regestendatensätze integriert worden.

Gegenüber den gedruckten Bänden bietet die Datenbank ferner die Möglichkeit, direkt die genannte Literatur im RI-OPAC zu verlinken und so auch uneindeutige Kurztitel aufzulösen. Die OPAC-Kurztitel können hier recherchiert werden. Ebenso werden Verweise auf andere Regesten verlinkt und auf externe Angebote verwiesen, die Urkundenabbildungen oder -volltexte bieten. So sind wechselseitige Vernetzungen mit den Abbildungen des Marburger Lichtbildarchivs (LBA) und mit zwei Digitalisierungsprojekten des Hessischen Staatsarchivs Marburg über die Archivdatenbank Archinsys, nämlich den Urkunden der Reichsabtei Fulda und denen aus dem Hersfelder Bestand, entstanden. Darüber hinaus wird passgenau auf die entsprechenden Stücke der Editionen der dMGH, insbesondere der Diplomata, sowie der Kaiserurkunden in Abbildungen und des Württembergischen Urkundenbuchs Online verlinkt. Diese Links finden Sie beim jeweiligen Regest in der Einzelansicht unter „Weiterführende Hinweise“ in der rechten Spalte. Dabei wurde, wenn möglich, auch die jeweilige Überlieferungsqualität der verlinkten Stücke gekennzeichnet.

Auf die Regestendatenbank kann auch via REST-Schnittstelle, die eine Repräsentation der Regesten nach CEI-Schema (Charters Encoding Initiative der LMU München) beinhaltet, zugegriffen werden. Unter regesta-imperii.de/cei/ finden Sie bandweise Collections der Regesten. Weitere Informationen zur Schnittstelle finden Sie hier.

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II. Register

Orts- und Personenregister stellen ein zentrales Hilfsmittel für die Arbeit mit den Regesten dar. Sie sind für Recherchen in der Regestendatenbank unerlässlich, weil hier das Problem von Varianten und sprachlichen Verschiedenheiten augenscheinlich wird. In der Volltextsuche können so Einträge übersehen werden, die die Register durch entsprechende Verweise auf alle zu einem Eintrag gehörenden Regesten erfasst. 2015 sollen die Register, nach umfangreichen Vorarbeiten, sukzessive für das Online-Angebot verfügbar gemacht werden. Die Register der provenienzweise erscheinenden Abteilungen zu Ludwig dem Bayern und Friedrich III. wurden bereits kumuliert und neu aufbereitet, sodass sie hier als PDF-Versionen online zur Verfügung stehen. Die Integration der bisher nur als PDFs verfügbaren Register in die Datenbank eröffnet perspektivisch zudem die Möglichkeit auf externe biographische Datenbanken zu verweisen, Kartenmaterial einzubinden und so personell-räumliche Netzwerke zu erfassen.

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III. RIplus

Unter dem Label „RIplus“ wird die Regestendatenbank um Bestände bereichert, die nicht in den gedruckten Bänden der Regesta Imperii erschienen sind. So wird zum einen die Datenbank um Work-in-progess Daten zu römisch-deutschen Königen und Kaisern ergänzt werden, teilweise als Vorabversionen noch nicht erschienener Bände (nach dem Vorbild der Urkunden-Datenbank Friedrich III.) Vorabveröffentlichungen zu ermöglichen, teilweise als Nachträge. Damit werden die bisher nur als PDF angebotene Teilneubearbeitung der Regesten Karls IV. von Eberhard Holtz (†2016) und Teile des digitalisierten Nachlasses von Wilhelm Hanisch (†1985), der umfangreiches und unpubliziertes Material zu dem von den RI noch unbearbeiteten König Wenzel und seiner Zeit enthält, zugänglich und durchsuchbar gemacht. So soll ein zumindest rudimentärer Ersatz bis zum Erscheinen von Regesta Wenzeliana geboten werden.

Zum anderen soll in Anbetracht der Bedeutung der Großen des Reichs für dessen Geschichte die regionalen Gewalten in die Datenbank eingebunden werden. Mehrere ältere, nach wie vor aber maßgebliche Regestenwerke verschiedener Provenienz, deren Inhalt im weitesten Sinne unter „Imperii“ subsumiert werden kann, und die in gedruckter Form oft nur noch schwer erhältlich sind, wurden für RI Online retrodigitalisiert und aufbereitet. Diese sollen so unter einem Dach vereint werden, was durch eine Suche über den gesamten Datenbestand hinweg neue Ansätze ermöglicht. Den Anfang dieser „Fontes Medii Aevi“ bilden die Regesten der Pfalzgrafen bei Rhein und der Markgrafen von Baden und Hachberg (Bd. 23). Mit der Integration der Regesten der Erzbischöfe von Mainz bietet die Datenbank zudem quasi die Vorgeschichte zu den Mainzer Ingrossaturbüchern, die das Institut für Geschichtliche Landeskunde in Mainz bereits teilweise digital erschlossen hat.

Mit RIplus soll eine Plattform geboten werden, die es auch anderen Institutionen ermöglicht die von ihnen erschlossenen Quellen zu Reichsgewalten online zu veröffentlichen. Als ersten Partner, der diese Chance wahrnehmen möchte, konnte die Schwäbische Forschungsgemeinschaft gewonnen werden, die nun die Regesten der Augsburger Bischöfe hier veröffentlichen wird und der Regestenkommission freundlicherweise gestattet hat, den bisher erschienenen ersten Band der Regesten der Bischöfe und des Domkapitels von Augsburg ebenfalls in das Angebot einzubinden. Ab 2016 erscheinen sukzessive 15 weitere Faszikel work-in-progress, die die Regesten bis 1517 fortführen sollen.

Zur Zeit werden ca. 38.000 Regesten unter dem Label RIplus angeboten. Die Integration weiterer Daten ist geplant und wird sukzessive erfolgen. Diese Bestände werden in der Suche, Band- und Regestenansicht gesondert gekennzeichnet und sind sowohl gemeinsam als auch getrennt von den Abteilungen der „klassischen“ Regesta Imperii durchsuchbar.

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IV. ePublikationen

Unter der Rubrik „ePublikationen“ werden Teilergebnisse aus der Arbeit der Regesta Imperii publiziert, die sonst Jahre einer Veröffentlichung harren würden. Hier findet sich beispielsweise das PDF eines Regestenfaszikels zu 9.300 Urkunden, die Karl IV. als König und Kaiser ausstellte. Gleichfalls verfügbar sind Work-in-Progress-Urkundenregesten zu der gesamten Regierungszeit Heinrichs IV. (1056-1106). Neben diesen Vorveröffentlichungen finden sich hier auch reine Online-Supplemente, so zu den Regesten Sigismunds (gespeist aus dem ungarischen Zsigmondkori) sowie zu Heft 6 der Friedrich III.-Regesten.

Unter diesen Work-in-progress-Angeboten nimmt die Friedrich III.-Datenbank eine besondere Stellung ein. Inzwischen umfasst diese bislang einzigartige Sammlung rund 30.000 Einträge weitgehend unveröffentlichten Materials –Zeichen der vor allem von der älteren Forschung vielfach unterschätzten Produktivität des Habsburgerkaisers. Der aus Archivbelegen, Referenzwerken und Belegen aus der Forschungsliteratur gebildete Datenbestand ist über Verlinkungen zur Regestendatenbank und dem RI-Opac in das gesamte Rechercheangebot eingebunden. Die Datenbank, die ständig ergänzt, korrigiert und erweitert wird, bildet ein unverzichtbares Arbeitsinstrument für das RI Teilprojekt Regesten Friedrichs III.

Neben diesen (Vorab-)Veröffentlichungen von Regesten sind unter den „ePublikationen“ auch nur online erschienene Hilfsmittel zu finden, die der Auswertung der Regesten dienen sollen. So finden sich beispielsweise unter dem Titel „WORKS IN PROGRESS“ RI-affine Monographien, Hilfsmittel usw. für Forschung und Lehre als elektronische PDF-Ressourcen.

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V. RI-OPAC

Der RI-Opac ist eine frei zugängliche, alle Fachdisziplinen berücksichtigende Literaturdatenbank für die mediävistische Forschung des gesamten europäischen Sprachraums.

Die Datenbank verzeichnet vollständig die in den Regestenpublikationen zitierte Literatur und dient dem Online-Angebot als verlinkter Schrifttumsnachweis. Darüber hinaus steht sie durch die tiefe Erschließung unselbständigen Schrifttums (Aufsätze, Buchbeiträge usw.) aus einer Vielzahl von Zeitschriften und Sammelwerken auch entlegenster Provenienz und durch die breite Erfassung aller mediävistischen Teilgebiete als universelles Forschungsinstrument zur Verfügung. Berücksichtigt werden Publikationen vom 16. Jahrhundert bis heute; u.a. aus den Bereichen Kunst- und Musikgeschichte, Theologie, Philosophie, Archäologie sowie Sprach- und Literaturwissenschaft, die sich mit der Zeit von der Spätantike bis zur Reformation beschäftigen. Inzwischen sind über 1,9 Millionen Titel, davon allein 1,5 Millionen Aufsätze, erfasst. Durch monatliche Updates wird der OPAC fortlaufend aktualisiert und erweitert.

Der systematische Thesaurus ermöglicht es, sich Einträge in der Datenbank nach Themenbereichen, Zeitabschnitten oder regionaler Zuordnung anzeigen zu lassen und so gezielt Spezialliteratur zu suchen. Im Thesaurusbereich „Autoren“ werden GND-Verknüpfungen angeboten. Durch die zielgenauen Verlinkungen zum KVK (bei Monographien und Sammelbänden), beziehungsweise zur ZDB (bei Zeitschriften) ermöglicht es der RI-OPAC darüber hinaus Bestandsangaben auch für unselbstständiges Schrifttum zu ermitteln. Auch auf frei zugängliche Digitalisate wird verwiesen.

Wir freuen uns über Ihre Hinweise auf Publikationen, die wir noch nicht oder unvollständig erfasst haben, welche Sie uns hier mitteilen können.

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VI. Publikationen

Publikationen zu RI Online

Rezensionen

  • rezensiert von: Köbler, Gerhard, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte: Germanistische Abteilung 120 (2003), S. 437.
  • rezensiert von: Lutter, Christiane, in: Zeitschrift für Historische Forschung 35 (2008), S. 502-505.
  • rezensiert von: Weller, Tobias, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 78 (2014), S. 234-241.Diese Rezension online einsehen

Über RI Online

  • Buch und Internet. Aufbereitung historischer Quellen im digitalen Zeitalter. Beiträge zum Workshop am 24. und 25. Februar 2005. Mainz 2005Download
  • Fees, Irmgard (Hrsg.): Urkundendigitalisierung und Mittelalterforschung. Beiträge zum Expertengespräch / Workshop zur Begleitung des DFG-Projekts „VdU – Virtuelles deutsches Urkundennetzwerk" (25. Mai 2012, Hessisches Staatsarchiv Marburg). Mainz 2013.Diesen Beitrag online einsehen
  • Heing, Paul-Joachim: Die Herausforderung der "Neuen Medien" (CD-Rom, Bildplatte und Internet). Zukünftige Gestaltungsfragen und Publikationsformen am Beispiel der Regesta Imperii, in: Die Regesta Imperii im Fortschreiten und Fortschritt (2000), S. 129-148
  • Kuczera, Andreas: Die Regesta Imperii Online, in: Historisches Forum 10 (2007) Diesen Beitrag online einsehen
  • Kuczera, Andreas; Rübsamen, Dieter: Verborgen, vergessen, verloren? Perspektiven der Quellenerschließung durch die digitalen 'Regesta Imperii', in: Forschung in der digitalen Welt. Sicherung, Erschließung und Aufbereitung von Wissensbeständen (2006), S. 109-124 Diesen Beitrag online einsehen
  • Würz, Simone: Mittelalterliche Quellen im Internet: Aspekte der Digitalisierung und Vernetzung der Regesta Imperii Online, in: Archive im Web - Erfahrungen, Herausforderungen, Visionen. Hrsg. v. Thomas Eigner u.a - St. Pölten (2011), S. 162-171.
  • Würz, Simone; Lenglachner, Moritz: Blick in die Historikerwerkstatt: Die Arbeitswelt der Regesta Imperii - Historische Grundlagenforschung im Wandel, in: Skriptum 2/1 (2012) Diesen Beitrag online einsehen

Online-Datenbanken Friedrich III.

  1. Friedrich III. (1440-1493) - Kumuliertes Register. Kumuliertes Register (basierend auf der CD-Rom Ausgabe 1998), laufend bearbeitet und erstellt von Dieter Rübsamen und Volker Manz (1998-2015). Register als PDF
  2. Urkunden-Datenbank Friedrich III. - Materialsammlung der Arbeitsstelle „Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493)“ der deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii e.V. bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz sowie der interakademischen Partnerprojekte. Suche in der Urkundendatenbank