Regesten Sigmunds 1410/11-1437

Kontaktdaten Wien
Leitung:

Dr. Karel Hruza

Anschrift:

Arbeitsgruppe Regesta Imperii
Institut für Mittelalterforschung
Österreichische Akademie der Wissenschaften

Wohllebengasse 14

A-1040 Wien

Telefon:

work +43(0)151581-7220

Kontaktdaten Brünn
Leitung:

Dr. Karel Hruza

Mitarbeiter:
  • Dr. Petr Elbel (Arbeitsstellenleiter)
  • Dr. Stanislav Bárta
  • Dr. Přemysl Bar
  • Dr. David Kalhous
  • Mag. Lukáš Reitinger
  • Mag. Ondřej Vodička
  • Mag. Ondřej Schmidt
Anschrift:

Regesta Imperii Branch Office Brno
Faculty of Arts, Masaryk University Brno

Arna Nováka 1

Cz-602 00 Brno

Telefon:

work +42(0) 549 491 570

Projekt Regesten Kaiser Sigismunds

Sigismund von Luxemburg (1368–1437), fähigster Sohn Kaiser Karls IV., seit 1387 König von Ungarn, seit 1410/11 König des römisch-deutschen Reiches, seit 1420 König von Böhmen und seit 1433 Kaiser, herrschte über ein geographisch riesiges, vielgestaltiges Reich und sah sich dementsprechend großen Anforderungen gegenüber gestellt. Diese resultierten in regen politischen Aktivitäten Sigismunds, die ihn mehrmals quer durch ganz Europa führten und in den Reformkonzilien von Konstanz und Basel und in Besuchen verschiedener Königreiche Höhepunkte fanden. Damit einhergehend ist ein beachtenswerter Ausstoß an Urkunden, Briefen und Mandaten Sigismunds (die Schätzungen belaufen sich auf ca. 30.000 Stück), die vorwiegend in lateinischer, deutscher und auch tschechischer Sprache seine Kanzlei verließen. Diese Schriftstücke sind die Grundlage jeglicher historischer Forschung über Sigismund und seine Herrschaft und lagen bisher allein in der in der Bearbeitung von Wilhelm Altmann (1896–1900) sowie in wegen ihrer Sprache wenig rezipierten ungarischen Regesteneditionen vor, wobei längst nicht alle Stücke erfasst wurden. Ein Grund dafür ist, dass während fast des gesamten 20. Jahrhunderts aus politischen Gründen eine internationale Kooperation – und nur mit ihr ist eine Bewältigung der großen Zahl an Quellen und Literatur möglich – nicht durchzuführen war.

Die Neubearbeitung der Regesten Kaiser Sigismunds (Regesta Imperii XI) begann 2004 bei der Wiener Arbeitsgruppe im vom österreichischen FWF Der Wissenschaftsfonds finanzierten Drittmittelprojekt „Sigismund († 1437), Kaiser im Reich, in Ungarn und in Böhmen“. Im FWF-Nachfolgeprojekt „Der ferne Kaiser: Herrschaftspraxis, Netzwerke und Kommunikation Sigismunds von Luxemburg (1368–1437) als Kaiser und König der drei Reiche Deutschland, Ungarn und Böhmen“ wurde die Neubearbeitung 2008–2012 fortgesetzt. In den von Karel Hruza geleiteten Projekten wurden Urkunden Sigismunds aus tschechischen, schlesischen und ober- und niederlausitzischen Archivbeständen aufgenommen und regestiert. 2012 konnte der erste Band der Neubearbeitung mit Regesten von Urkunden aus den Archiven Mährens und Tschechisch-Schlesiens erscheinen. Daneben wurden ungarische Regesten des Zsigmondkori Oklevéltár (Urkundenbuch des Zeitalters Sigismunds) für eine Publikation bei Regesta Imperii-Online übersetzt und nachbearbeitet. Zusätzlich wurden Forschungen zur Regierungspraxis Sigismunds unternommen und 2007 eine internationale Konferenz in Brno (Brünn) veranstaltet, deren Ergebnisse 2012 als Beiheft der Regesta Imperii publiziert wurden. Die Forschungen zur Regierungspraxis Sigismunds gehen seit 2014 in Wien im erneut von Karel Hruza geleiteten FWF-Drittmittelprojekt „Suche nach Machtausgleich: Sigismunds Politik 1414-1418“, in dem drei Handlungsfelder Sigismunds während des Konstanzer Konzils analysiert werden, weiter. Die Summe der mit den drei FWF-Projekten zu Sigismund eingeworbenen Mittel beläuft sich auf 1.276.969 EUR.

Einen Erfolg der Wiener Neubearbeitung der Urkunden Sigismunds bedeutete 2011 die Einrichtung einer eigenen Arbeitsstelle an der Masaryk Universität in Brno, deren Leitung Dr. Petr Elbel übernahm, der zuvor in den Wiener Projekten tätig gewesen war. Auf der Grundlage von tschechischen, von Petr Elbel geleiteten Drittmittelprojekten, werden die Arbeiten fortgesetzt: 2011–2014 lief das Projekt „Emperor Sigismund's Charters for Czech Recipients: Tradition and Innovation in Late Medieval Diplomatics“ (GAČR, Nr. P405/11/0639), in dessen Rahmen ein Band mit Regesten aus Archiven und Bibliotheken West-, Nord- und Ostböhmens sowie ein Band mit Regesten aus Archiven und Bibliotheken Südböhmens fertiggestellt wurden. Begonnen wurde die Arbeit an Material aus den Archiven und Bibliotheken Prags und Mittelböhmens. Daneben wurden Forschungen zu ausgewählten Urkundenarten Sigismunds für böhmische Empfänger und zu den Fälschungen Kaspar Schlicks und Ulrichs von Rosenberg publiziert. Seit Januar 2015 läuft in Brno das Projekt „Emperor Sigismund’s party in Hussite Bohemia“ (GAČR, Nr. GA15-14758S), in dem drei Bände mit Regesten aus den Archiven und Bibliotheken Prags und Mittelböhmens erarbeitet und prosopographische Forschungen zu Sigismunds Partei in Böhmen und zu böhmischen Höflingen Sigismunds durchgeführt werden.

Publikationen

XI. Die Urkunden Kaiser Sigmunds 1410–1437

  1. Böhmer, J. F., Regesta Imperii XI: Die Urkunden Kaiser Sigmunds 1410–1437, bearb. von Altmann, Wilhelm - Nachdruck der Ausg. Innsbruck 1896-1900 – Hildesheim (1968).*Buchausgabe als PDF (XI,1)Buchausgabe als PDF (XI,2)Rezensionen zu diesem Band
  2. Neubearbeitung:
    Böhmer, J. F., Regesta Imperii XI: Regesten Kaiser Sigismunds (1410-1437). Nach Archiven und Bibliotheken geordnet. Band 1: Die Urkunden und Briefe aus den Archiven und Bibliotheken Mährens und Tschechisch-Schlesiens, bearb. von Elbel, Petr - Wien (u.a.) 2012.Buchausgabe als PDFRezensionen zu diesem Band
  3. 3. Die Urkunden und Briefe aus dem Ungarischen Staatsarchiv zu Budapest in Auswahl: Regesten Kaiser Sigismunds (1410–1437) nach Archiven und Bibliotheken geordnet. Online-Supplement 1: Die Urkunden und Briefe aus dem Ungarischen Staatsarchiv zu Budapest in Auswahl 1410–1412, nach dem Zsigmondkori oklevéltár übersetzt und neubearbeitet von Márta Kondor, Anna Jagošová und Sandra Weiss (Regesta Imperii Online).Download

Alle gedruckten Publikationen sind in den beiden Böhlau-Verlagen zu Köln-Weimar-Wien resp. Wien-Weimar-Köln erschienen. Mit * versehene Bände sind als Nachdrucke im Verlag Olms, Hildesheim, erschienen.