Die Geschichte des Forschungsunternehmens

Karl der Große zw. den Päpsten Gelasius I. und Gregor I. Aus dem Sakramentar Karls des Kahlen (um 870) (Quelle: Wikimedia Commons)
Zu sehen ist ein Bild von Karl dem Großen zwischen den Päpsten Gelasius I. und Gregor I.

Die REGESTA IMPERII® (RI) verzeichnen sämtliche urkundlich und historiographisch belegten Aktivitäten der römisch-deutschen Könige und Kaiser von den Karolingern bis zu Maximilian I. (ca. 751–1519) sowie der Päpste des frühen und hohen Mittelalters in Form deutschsprachiger Regesten.

Am Beginn des Unternehmens steht der Name des Frankfurter Stadtbibliothekars Johann Friedrich Böhmer (1795–1863), der im Jahre 1829 mit dem Sammeln und Publizieren von Urkunden der deutschen Kaiser und Könige begann. Ursprünglich als Vorarbeit zu den "Monumenta Germaniae Historica" gedacht, entwickelten sich die REGESTA IMPERII nach Böhmer mit einem erweiterten Regestenkonzept, das eine exakte Wiedergabe von Form und Inhalt sowohl der Urkunden als auch der historiographischen Nachrichten in Kurzform vorsah, zu einem selbständigen Grundlagenwerk fort, welches sich in der Mediävistik längst als unentbehrlich erwiesen hat.

RI-Arbeitsstellen

Seit 1906 an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beheimatet, wurde dort 1939 die "Kommission für die Neubearbeitung der Regesta Imperii" gegründet, welche wiederum 1967 die Gründung der "Deutschen Kommission für die Bearbeitung der Regesta Imperii e. V." anregte. Zunächst von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert, betreut dieser eingetragene Verein mit anerkannter Gemeinnützigkeit das Grundlagenwerk seit 1980 als ein Langzeitvorhaben der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. 2014 haben die Geldgeber die Verlängerung des Projektes bis 2033 bewilligt. Heute werden die 14 Teilprojekte in Deutschland in sieben Arbeitsstellen betrieben. Dabei arbeitet die Kommission eng mit Partnerunternehmen an der Berlin-Brandenburgischen Akademie und der Wiener Kommission, die seit 1998 als "Arbeitsgruppe Regesta Imperii" am "Institut für Mittelalterforschung" als Teil des heutigen "Zentrums Mittelalterforschung" der Österreichischen Akademie angesiedelt ist, sowie zahlreichen weiteren Kooperationspartnern zusammen.

Inzwischen ist das Gesamtinventar der RI auf über 90 gedruckte Bände mit annähernd 130.000 Regestennummern angewachsen. Mit dem Start von RI Online 2001 steht dieser historische Informationsschatz als unbeschränkt durchsuchbare und fortlaufend ergänzte Volltextdatenbank zur kostenlosen Recherche online zur Verfügung.

Zum aktuellen Arbeitsbericht (2014) der Regestenkommission