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[Regesta Habsburgica 3] Friedrich der Schöne (1314-1330)

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Kg. Friedrich und seine Brüder Albrecht und Otto erklären den Krieg, der zwischen ihnen und ihrem consanguineus Kg. Karl von Ungarn wegen des zwischen Heinrich, dem Sohn des verstorbenen Hzgs. Otto von Bayern, und der Tochter Friedrichs geschlossenen Ehebündnisses und des dadurch bei Kg. Karl wachgerufenen Verdachts feindseliger Gesinnung von ihrer Seite, sowie wegen der Besetzung einzelner in Ungarn gelegener Gebiete und Schlösser und Aneignung von Rechten durch sie und ihren Adel entstanden war und schwere Schädigungen auf beiden Seiten nach sich gezogen hat, durch folgenden Friedensschluß beendigt zuhaben: 1. Sie versprechen dem König von Ungarn, seinen Erben und seinem Lande keinen Schaden zuzufügen, noch durch ihre Untertanen zufügen zu lassen, sondern vielmehr gegen jeden Angreifer, auch wenn es der Kaiser wäre, so oft sie dazu aufgefordert werden, mit allen ihren Kräften beizustehen, insbesonders aber auch Friedrichs Schwiegersohn Hzg. Heinrich keine Hilfe gegen den König und dessen Reich zu leihen, ihm den Durchzug durch ihre Länder nicht zu gestatten und ihm, falls er den König oder dessen Erben angreifen sollte, mit aller Macht entgegenzutreten. 2. Sie verzichten auf alle Rechte und Ansprüche, die ihnen auf Stadt, Burg und Grafschaft von Preßburg aus was immer für einem Rechtstitel, insbesondere aber von der Mitgift und Widerlegung ihrer Schwester Agnes zustehen, und versprechen, Agnes davon abzuhalten, wegen Preßburg mit dem König Streit anzufangen, widrigenfalls sie dem König zur Hilfeleistung gegen ihre Schwester verpflichtet sind. 3. Sie verzichten auf alle Besitzungen und Rechte, die sie, ihre Vorfahren und ihre Barone und Ministerialen in den Grenzgebieten Ungarns innerhalb der wahren und alten Grenzen Ungarns besessen oder beansprucht haben, im besonderen auf das von Ulrich von Walsee besetzte Gebiet zwischen Drau und Mur, mit allen Städten, Burgen und Dörfern ohne Vorbehalt irgend eines Rechtes, ausgenommen jedoch alle Weinberge und Weinkulturen, die ihren Besitzern gegen den bisher üblichen Zins verbleiben sollen. 4. Sie erklären alle Urkunden und Rechtstitel, die sie, ihre Barone und Ministerialen über diese Rechte besitzen oder besaßen, für null und nichtig, ermächtigen den König von Ungarn, jene ihrer Untertanen, die die Herausgabe dieser Besitzungen oder Rechte verweigern, mit Gewalt daraus zu vertreiben, und versprechen ihm hiebei, so oft als nötig, beizustehen. 5. Sie verpflichten sich, ohne Zustimmung des Königs keinen seiner Barone und Edlen in ihre Dienste zu nehmen oder gegen ihn zu verteidigen. Friedrich und seine Brüder schwören auf Evangelium und Kreuz, alle diese Bedingungen ohne Trug und List stets getreu einzuhalten, widrigenfalls der Papst auf Verlangen Kg. Karls oder dessen Erben und nach Vorweisung ihrer Urkunde sie für eidbrüchig erklären und exkommunizieren soll und der unten genannte Bischof sowie ihre Edlen und Ministerialen verpflichtet sind, den König von Ungarn oder dessen Nachfolger gegen sie zu unterstützen und sie solange zu bekämpfen, bis sie ihren Verpflichtungen wieder vollauf nachgekommen sind. Über Ausschreitungen, die im Grenzgebiet und in ihren Gebieten durch Plünderung, Brandlegung und Raub ohne ihren Befehl oder ihre Zustimmung verübt werden, sollen die in einer anderen eigenen Urkunde hiezu bestimmten Barone und Kastellane entscheiden und sie gütlich beilegen, wie es des näheren in dieser Urkunde bestimmt ist. Bischof Albert von Passau, die Grafen Ulrich von Pfannberg, Konrad von Schaunberg und Burkhard von Maidburg, ferner Ulrich von Walsee, Rudolf und Otto von Liechtenstein, Albert, Johannes und Leutold von Kuenring, Eberhard von Walsee zu Linz, Heinrich, Reinprecht und Friedrich von Walsee, Reinprecht von Eberstorf, Johannes von Kapellen, Nikolaus von Ternberg, Pilgrim von Puchheim, Christan von Lengebach, Herdegen und Amalrich von Pettau, Hadmar und Martin die Stuchsen [von Trautmannsdorf], Eberhard von Walsee zu Drosendorf, Albert von Rauhenstein, Rudolf und Konrad von Pottendorf, Hertnid und Rudolf von Stadeck, Friedrich von Saneck und Cholo von Seldenhofen schwören in gleicher Weise, wie die Aussteller dies bestimmt haben, für die Einhaltung dieser Bedingungen einzutreten und wenn nötig, dem König von Ungarn gegen Friedrich und dessen Brüder Waffenhilfe zu leisten. Die Aussteller fugen als Nachtrag bei, daß sie ihre Hilfeleistung verringern können, wenn sie in entfernteren Gegenden Ungarns benötigt werden sollte. Dat. et act. in Prucca super fluvium Saar a. d. 1328 11. kal. oct. regni a. 14. — Or. Budapest Landes-Arch. (M. O. D. L 2510) mit den Siegeln Friedr., Abr. u. Ottos, Albr. v. Passau, Ulrichs v. Pfannberg, Konrads v. Schaunberg und einem siebenten, dessen Umschrift unleslerlich, an Pg. Str., die übrigen 22 Siegel abgefallen. Spieß Aufklärgen. i. d. Gesch. u. Diplomatik 7. Mon. Hung. hist. Acta extera 1, 269. Auszg.: Bl. f. Ldeskde. v. Ndöst. 20, 428. Vgl. Kopp Reichsgesch. 5/1, 324 u. Huber Gesch. Österr. 2, 144.

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Empfohlene Zitierweise

[Regesta Habsburgica 3] n. 1929, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1328-09-21_2_0_7_0_0_1935_1929
(Abgerufen am 14.11.2018).