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[RI VII] Ludwig der Bayer (1314-1347) - [RI VII] H. 8

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Kg. Ludwig (1) erklärt, dass er seinem Schwager und Fürsten König Johann von Böhmen und Polen, Grafen zu Luxemburg, wegen dessen erlittenen Schadens und der ihm geleisteten Dienste 35000 Mark Silber, die Mark zu drei Pfund Haller, schuldet, und verpfändet ihm dafür den halben Teil Bacharachs und des dortigen Tals, die Hälfte der Burgen Stahlberg, Stahleck und Braunshorn sowie von Rheinböllen (Halbempuhel) mit Zubehör, allen Rechten und Nutzungen, wie sie bisher der [Erz]bischof [Balduin] von Trier innehatte1, der zustimmt und gemäß der darüber ausgestellten Briefe auch einen Amtmann ein- und absetzen soll, (2) versetzt Johann sieben große Tournosen am Zoll, den man zu Bacharach aufgesazt hat, wobei er und der Erzbischof von Trier die Burgmannen ernennen und nach Abzug der Unkosten für Zoll- und Burghut sowie die burgmanne richtigung die Einnahmen auf die Schuldsumme anrechnen sollen, worüber der dort eingesetzte kgl. knecht Rechnung lege, (3) verfügt, dass die Burgmannen Burg und Land mit gemeyner cost behüten, nach Begleichung der Schuldsumme die sieben Tournosen nicht mehr erhoben und dem Erzbischof seine Pfänder wieder überantwortet werden, (4) bestätigt, dass nach einer eventuellen Einlösung von Kaub oder Fürstenberg durch den A. und der Überantwortung an Johann die obengenannten Pfänder wieder an den Erzbischof zurückfallen sollen, wobei die sieben Tournosen bey der burg bleiben, die dem könig von Behem eingeantwortet wird, (5) erklärt, dass seine Schulden bei Johann für dessen bis zum heutigen Tag erlittenen Schäden, Kosten und Dienste beglichen und die diesem darüber ausgestellten Urkunden ungültig sind, die anderen Urkunden, u.a. ihre Bündnisse, jedoch ihre Gültigkeit behalten, (6) bestätigt, dass er nicht verpflichtet ist, Johann wider zu legen mit unserm vesten, Eger, landt, Znaim und Castell, als wir gelobt hetten, sondern wir globen ihme mit trewen ongefehr darzu, das er wieder gewin in sein gewalt, (7) versichert, dass weder er noch Johann sich wegen Versäumnissen, Diensten oder anderer Sachen gerichtlich belangen werden, wie die unter uns gekauffen sindt bis auf diesen heutigen tag, und (8) gelobt, Johann und dessen Erben weder an ihren Pfändern noch Einnahmen aus den sieben Tournosen bis zur Begleichung der Schuld zu beeinträchtigen, sondern gegen jedermann beizustehen.

Originaldatierung:
gegeben ist zu Binngen des freytags vor dem sontag, so man singet Reminiscere 1320, r.a. 8 [richtig 6]2.

Überlieferung/Literatur

Abschrift dt. in Urkundensammlung 18. Jh. (Johann Christian von Bartenstein) im HHStA Wien, Hs. W 27/2 fol. 112r-115v Nr. 25.

Lünig, Cod. germ. dipl. 1 S. 985 Nr. 31. – Sommersberg, Scriptores 1 S. 948 Nr. 47.

RB 6 S. 4. – Böhmer, RI S. 23 Nr. 386 (zu Februar 21). – Emler, Regesta Bohemiae 3 S. 235 Nr. 562. – Koch- Wille, Reg. Pfalzgrafen S. 117 Nr. 1966. – MGH Const. 5 S. 540 Nr. 562 Anm. (zu Februar 21). – Bansa, Studien S. 383.

Anmerkungen

  1. 1Diese Burgen erhielten Johann und Balduin 1314 Oktober 26 und erneut 1314 Dezember 17 als Unterpfand (Böhmer, RI S. 349 Nr. 3132, 3137).
  2. 2Die Urkunde ist textgleich mit der deutschen Urkunde König Johanns von Böhmen vom gleichen Tag für Kg. Ludwig (Orig. Perg. dt. – beschädigt, Textverlust – im BayHStA München, Kurbayern Urk. 11415 (AS: Bayern Urk. 581). Die lat. Ausfertigungen sind nur inhaltsgleich, u.a. fehlt Artikel 6 (Orig. Perg. lat. (A1, A2) im LHA Koblenz, Best. 1 A (Kurtrier) Nr. 4539, 11489. MGH Const. 5 S. 540 Nr. 562 (aus A1, A2); Emler, Regesta Bohemiae 3 S. 236 Nr. 563). – Vgl. auch 1320 Februar 24, Bingen: Kg. Ludwig verspricht Erzbischof Balduin von Trier, die Burgen Fürstenberg oder Kaub, Diebach mit dem Tal und seinen Anteil an Rheinböllen abzutreten, nachdem dieser auf seine Bitten König Johann von Böhmen die Hälfte der ihm verpfändeten Burgen Stahlberg, Stahleck, Braunshorn, der Stadt und des Tales Bacherach sowie von Rheinböllen überlassen hat (Orig. Perg. lat. im LHA Koblenz, Best. 1 A Nr. 4515. MGH Const. 5 S. 451 Nr. 563 (aus A, zu Februar 23); Böhmer, RI S. 23 Nr. 387 (zu Februar 23)).

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI VII] H. 8 n. 50, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1320-02-22_1_0_7_8_0_50_50
(Abgerufen am 19.09.2019).