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[RI VII] Ludwig der Bayer (1314-1347) - [RI VII] H. 6

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Ks. Ludwig (1) erklärt, er habe, nachdem er vor kurzem aus Not sowie zum Nutzen des Staates seine Bürger und die Stadt Zürich verpfändet und damit sich und dem Reich entfremdet hat1, ihre von seinen Vorgängern, den römischen Königen und Kaisern, erlangten Privilegien, Verleihungen und Gnaden eingesehen und erkannt, daß er das nicht hätte tun dürfen2, (2) widerruft daher die Verpfändung und (3) bestimmt, daß sie in Zukunft unter keinen Umständen dem Reich entfremdet werden dürfen, sondern auf ewig als treue Söhne unter dessen Schutz verbleiben sollen.

Originaldatierung:
Dat. Ratispone 1331 feria quarta proxima post Mathie apostoli, r.a. 17, i.a. 43.

Überlieferung/Literatur

Orig. Perg. lat. im StA Zürich, Urk. C I Nr. 299; Kaisersiegel mit Rücksiegel (Posse, Siegel 1 Tf. 51, 1 und 2) an blau-roten Seidenfäden. — Kopialbuch 14. Jh. ebd., B III 2 pag. 127f. (dt. Übersetzung pag. 128f.). — Kopialbuch von 1428 ebd., B I 276 fol. 55r (dt. Übersetzung fol. 55r —56r). — Kopialbuch von 1702 ebd., B I 243 fol. 83r-v (dt. Übersetzung fol. 83v —84r). — Auszug im Kopialbuch 18. Jh. in der Zentralbibliothek Zürich, Ms. K 17 pag. 4 Nr. 1114.

Hottinger, Speculum S. 93 (Auszug). — Hugo, Mediatisierung S. 440 Nr. 131 (aus A). — Escher-Schweizer, UB Zürich 11 S. 273 Nr. 4354 (aus A). — MGH Const. 6/2 S. 21 Nr. 33 (aus A).

Meyer von Knonau, Urkunden S. 106 Nr. 83 (zu Februar 28). — Böhmer, RI S. 78 Nr. 1265 und S. 321 Nr. 2990. — Moser, Kanzleipersonal S. 21 (Schreiber K 3 = H 45, Leonhard von München bei Bansa, Studien).

Anmerkungen

  1. 1Vgl. Nr. 28.
  2. 2Bezieht sich auf Urkunde Kg. Rudolfs I. von 1273 November 2 (vgl. Nr. 39).
  3. 3Zur Urkunde Hirzel, Jahrbücher S. 115; Dändliker, Geschichte S. 125; Schiess, Gültigkeit S. 8; Ehrenzeller, Kloster S. 41; Largiadèr, Bürgermeister S. 65; Weiss, Verfassung S. 39; Largiadèr, Geschichte S. 129f; Stettler, Tschudi 4 S. 148 Anm. 161; Sieber, Reichsstadt S. 473. — Zur Sache vgl. den Schiedsspruch von 1330 November 26 (Nr. 33 Anm. 1), die als Entschädigung 1331 Mai 3 erfolgte Verpfändung von Neuenburg am Rhein und Breisach am Rhein durch Ludwig an die Habsburger (vgl. Nr. 28 Anm. 4 und Reg. LdB 2 S. 66 Nr. 151 Anm. 2) und den Widerruf der Verpfändung der Stadt St. Gallen von 1331 April 22 (Nr. 43) bzw. die Urkunde Herzog Leopolds von [1331] Mai 4, München: Otto, Herzog zu Österreich und Steyr, verzichtet gegenüber Schultheiß, Rat und Bürgerschaft von Zürich und St. Gallen auf alle Ansprüche, die aus ihrer Verpfändung an ihn durch Ks. Ludwig herrührten, und erklärt, daß er ihnen nicht mehr übel nimmt, daß sie sich gegen ihre Verpfändung zur Wehr gesetzt haben (Überl.: Orig. Perg. dt. im StA Zürich, Urk. C I Nr. 300. — Kopialbuch von 1780 ebd., B I 266 pag. 1199f. Druck: Clavadetscher, Cartularium 6 S. 114 Nr. 3459 (aus A)). — Zur Urkunde Nabholz, Bundesbrief S. 18. Die Urkunde ist mit großer Wahrscheinlichkeit von einem Schreiber der kaiserlichen Kanzlei mundiert worden. Eine Ausfertigung für St. Gallen ist bis jetzt noch nicht aufgetaucht. — Am selben Tag wurde auch die schon vor 1331 März 7 (MGH Const 6/2 S. 26 Nr. 39; Bansa, Register 2 S. 298 Nr. 495 Vorbem.) erfolgte Ernennung Herzog Ottos zum Reichsvikar urkundlich fixiert.

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Empfohlene Zitierweise

[RI VII] H. 6 n. 40, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1331-02-27_3_0_7_6_0_40_40
(Abgerufen am 24.05.2019).