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[RI VII] Ludwig der Bayer (1314-1347) - [RI VII] H. 5

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Ks. Ludwig setzt für das friedliche Zusammenleben von Christen und Juden in der Reichsstadt Nördlingen folgende Fleischerordnung fest: (1) Die zu Nördlingen wohnenden Juden sollen 2 oder 3 Fleischbänke haben, die man nenn und heizz der iuden bench, wo sie das Vieh, das sie in ihren Häusern oder hier schlachten, verkaufen, (2) niemand darf Schlachtfleisch der Juden an den christlichen Fleischbänken öffentlich oder heimlich verkaufen, (3) Zuwiderhandelnde sollen jeweils 1 Pfund Haller pro Rind, 60 Haller pro Kalb und 60 Haller pro Schaf und beizze an die Stadt zahlen, (4) Fleischer, die von Juden geschlachtetes Fleisch kaufen und einsalzen oder anderem Fleisch beimengen und heimlich oder öffentlich an Christen verkaufen und von 2 oder 3 der 4 darüber befindenden Meister überführt werden, sollen die Pön jeweils zahlen und die Stadt 1 Jahr verlassen, (5) wer von Juden geschlachtetes Fleisch nach Nördlingen einführt, darf es nur an den iudenbenchen verkaufen, sonst muß er die vorgeschriebene Pön zahlen, (6) in Nördlingen wohnende Juden dürfen in der Stadt und auf dem Lande an allen Tagen und zu jeder Zeit alle Arten Vieh kaufen, soviel sie brauchen.

Originaldatierung:
Gebn. [...] ze Mue nchen an donerstag vor sant Iohans tag ze sunwenden 1342, r.a. 28, i.a. 15.

Überlieferung/Literatur

Orig. Perg. dt. im StadtA Nördlingen, Reg. 170. U 2953; Kaisersiegel mit Rücksiegel (Posse, Siegel 1 Tf. 51,1/2) an Pressel (A). — Fragment des großen Freiheitsbuches der Stadt Nördlingen 15. Jh. ebd., Bestand Ordnungen und Rechte fol. 29r —30r. — Kopialbuch 16. Jh. im StA Augsburg, MüB Rst. Nördlingen L 1 fol. 29r —30r.

Winkelmann, Acta S. 387 Nr. 638 (aus A).

Böhmer, RI S. 288 Nr. 2853. — Puchner-Wulz, Urkunden Nördlingen S. 54 Nr. 170. — Moser, Kanzleipersonal S. 148 (Schr. K 30).

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Empfohlene Zitierweise

[RI VII] H. 5 n. 283, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1342-06-20_1_0_7_5_0_283_283
(Abgerufen am 24.06.2018).