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[RI VII] Ludwig der Bayer (1314-1347) - [RI VII] H. 3

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Kg. Ludwig (1) überträgt Marschall Heinrich von Bocksberg und seinen Erben das Patronatsrecht der Kirche zu Ehingen mit der dazugehörigen Kirche zu Blankenburg. allem Zubehör und Rechten, wie sie ihnen zuvor verpfändet waren, zu rechtem Eigen. (2) bedingt sich aus, darvmb daz er vns geschworn hat, daß Heinrich ihm mit seiner Burg Bocksberg bis Weihnachten und dann über 10 Jahre1 dienen soll und während dieser Zeit innerhalb und außerhalb des Landes mit 4 Berittenen am Rhein und im Elsaß. (3) sagt zu. bei einem Zuge außerhalb des Landes gen Walhen, gen Oe streich oder swa wir anderthalben auz dem lande varen woe lten, die Dienste zu erstatten, (4) gestattet ihm und seinen Erben, über das Patronatsrecht frei zu verfügen ohne sein und seiner Nachkommen Einspruchsrecht, (5) gebietet, daß niemand ihn und seine Erben vor geistlichem und weltlichem Gericht mit Urkunden des Ausstellers und seiner Nachkommen benachteiligen darf, (6) fordert die Schuldbriefe über 460 Pfund Augsburger Pfennige zurück und (7) setzt fest, daß jeder, der diese Urkunde mit Willen Heinrichs oder seiner Erben besitzt, die mit dem Patronatsrecht verbundenen Rechte unanfechtbar haben soll.

Originaldatierung:
Geben [...] ze Mve nchen 1315 dez mae ntages vor sant Georgen tach, r.a. 12.

Überlieferung/Literatur

Angebliches Orig. Perg. dt. im HStA München, KU Benediktbeuern 154 (= KLS 42 1/2); Königssiegel (Posse 1 Tf. 50,5) an rot-grünen Seidenfäden. — Vidimus des Augsburger Hofgerichts von 1456 Juli 17 ebd., KU Benediktbeuern 490. — Vidimus 15. Jh. des Propstes Johannes von Polling, beglaubigt vom öffentlichen Notar Stephan Marquard von Weilheim ebd., KL Benediktbeuern 85.

Meichelbeck, Chronicon 2 S. 99 Nr. 205. — MB 7 S. 159 Nr. 82. — MGH Const 5 S. 224 Nr. 261.

RB 6 S. 394. — Böhmer, RI S. 6 Nr. 88. — Bansa, Studien S. 317.

Anmerkungen

  1. 1Bis 1325 Dezember 25.
  2. 2Die Fälschung hat folgende Merkmale: Schnittspuren auf der Rückseite des Siegels zeigen, daß die Befestigung herausgeschnitten und ersetzt wurde; die Schrift stammt aus dem Ende des 14. Jh.: Bock, Ludoviciana S. 531 f.; Bansa. Studien S. 317. — Die Fälschung gehört in den folgenden historischen Kontext: Nachdem 1353 September 11 Markgraf Ludwig von Brandenburg die Kirche zu Ehingen dem Kloster Holzen übertragen hatte (Vidimus Perg dt. des Offizialates von Augsburg von 1416 November 7 im HStA München, U Pfalz-Neuburg. Klöster und Pfarreien 1094/1095). 1376 April 25 jedoch Bischof Burkhard von Augsburg Seifrid von Bocksberg das Patronatsrecht bestätigt hatte, wie es sein Vater Heinrich von Kg. Ludwig zu Lehen hatte (Bock, Ludoviciana S. 535 Anm. 3: RB 9 S. 346), sprachen die Herzöge Otto V., Stephan III., Friedrich und Johann II. von Bayern 1379 März 25 (Überl. im Vidimus wie oben) das Präsentationsrecht nur bei der nächsten Vakanz den Bocksbergern zu, danach dem Kloster Holzen. Die Fälschung dürfte nach dem Kauf der Rechte der Bocksberger 1393 November 4 durch das Kloster Benediktbeuern (MB 7 S. 190 Nr. 106: RB 10 S. 339) in Streitigkeiten mit dem Kloster Holzen entstanden sein. Aus der in diese Streitigkeiten gehörenden Urkunde von 1412 Juli 25 (RB 12 S. 122), in der Holzen Kirche und Patronatsrecht Kloster Thierhaupten aufträgt, um sich wenigstens einen Anteil daran zu retten, dürfte trotz der Berufung Holzens auf hauptbrief vnd genad, die vns geben [...] hat vnser genaedig herr [...] kaiser Ludwig sae elig und andere Fürsten von Bayern, kein Deperditum hervorgehen, da die zugleich übertragenen Jahrtagsverpflichtungen eindeutig auf die Urkunde Markgraf Ludwigs von 1353 hindeuten. — Bock, Ludoviciana S. 535—538: Bansa, Studien S. 317—320. — Vgl. Nr. 6.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI VII] H. 3 n. †7, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1315-04-21_2_0_7_3_0_7_F7
(Abgerufen am 06.04.2020).