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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,2

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König Heinrich verzichtet wegen der treuen Ergebenheit gegenüber dem Reich, für die Österreichs Herzöge Friedrich und Leopold berühmt sind, und damit diese ihm auch weiterhin beständig und treu dienen, mit Zustimmung der Kurfürsten (de consensu principum electorum) für sich und seine Nachfolger auf alle Rechte und Verfahren, die ihm und dem Reich aufgrund des Mordes, der von Johann, dem Sohn von Römerkönig Albrechts [I.] verstorbenem Bruder Rudolf, an König Albrecht verübt wurde, zustehen oder zustehen könnten. Er überläßt mit Zustimmung der Kurfürsten diese Rechte und Verfahren sowie die Güter, die Johann kraft Erbrechts zuteil werden könnten, jenen Herzögen, ihren Brüdern und ihren Erben und investiert sie aus königlicher Vollgewalt mit allen Erbgütern Johanns, die an König und Reich durch den Mord gefallen sind oder fallen konnten. – Universis sacri Romani imperii fidelibus [...]. Pure devocionis integritas.

Originaldatierung:
dat. Spyre, XIIIIO kln. Octobr.

Überlieferung/Literatur

*Original (Pergament, leicht beschädigtes Königssiegel an rot-gelber Seidenschnur) Wien, HHStA, A.U.R. 1309 IX 18; Vidimus des Erzbischofs Konrad von Salzburg, des Abtes Rudpert von St. Peter in Salzburg und des Salzburger Dompropstes Friedrich vom 18. Januar 1310 ebd.; Vidimus des Abtes Paulus von Lilienfeld vom 31. Oktober 1312, München, HStA, Vorderösterreich U 10; Abschrift des 18. Jh., St. Paul im Lavanttal, Stiftsarchiv, St. Paul 61/2 fol. 130r–v.

Drucke: Thommen, Urkunden 1, S. 111f. Nr. 191 aus dem Original; Schwalm, MGH Const. 4, S. 282f. Nr. 324 nach Abschrift Hans Hirschs vom Original.

Teildruck: Raiser, Guntia S. 88 A. 80 (fehlerhaft).

Regesten: Lang, Regesta S.162; von Lichnowsky, LB 3, Nr. 38; Böhmer, Heinrich VII. (...1844) Nr. 166; Schiess/Meyer, Quellenwerk Eidgenossenschaft 1, 2, Nr. 506; Rödel, Königs- und Hofgericht 1292–1313 (1992) Nr. 429.

Kommentar

Diese Regelung wurde nötig, weil nach der Lex Julia de crimine laesae maiestatis aller Besitz der Verurteilten ans Reich gefallen wäre; Schubert, König und Reich (1979) S. 139 und S. 140 Fn. 150. – Die Willebriefe der rheinischen Erzbischöfe wurden am selben Tag und Ort ausgestellt; gedruckt das Mainzer Exemplar in MGH a.a.O. S. 283 Nr. 325; Regesten: Rödel a.a.O. Nrn. 431–433. Die Pfalzgrafen und Baiernherzöge gaben am 10. Oktober 1309 ihre Zustimmung; gedruckt in MGH a.a.O. S. 283f. Nr. 326; Regest: Rödel a.a.O. Nr. 435. – Plenitudo potestatis besonders unter Heinrich VII. erörtert Schubert a.a.O. S. 129f. und S. 134. – Jürg Schneider, Grafen von Homberg (1977) S. 111 weist überzeugend darauf hin, daß die Herzöge mit den »Urkunden vom 17. und 18. September« ihren Blutrachekrieg gegend die Albrecht-Mörder sanktioniert erhielten. Jedoch daß »der König eine abwartende Stellung bezog[en]« und die Habsburger »erst nach dem eindeutigen Ausgang der Fehde [...] in seinen Schutz« genommen habe (ebd.), ist zwar buchstäblich richtig (oben Nr. 294), entwertet aber König Heinrichs Belehnungszusagen, die schon unter dem 30. Dezember 1308 und dem 13. Januar 1309 beurkundet worden waren: oben Nrn. 6 bzw. 17.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,2 n. 299, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/dbaad86e-4f5e-4045-aa5d-1cdc7a23c3a6
(Abgerufen am 25.04.2019).