Regestendatenbank - 184.913 Regesten im Volltext

RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,2

Sie sehen den Datensatz 12 von insgesamt 438.

König Heinrich gewährt Äbtissin und Konvent des Zisterzienserinnenklosters Kirschgarten bei Worms auf inständigen Wunsch seines Kanzlers Heinrich, des Abts der Zisterze Weiler-Bettnach, dauerhafte Freiheit von allen Steuern, Abgaben und Zöllen (absque omni contributione, stura et exactione ac theoloneo [!]) für alle Güter und Besitzungen, die sie jetzt haben oder künftig erwerben werden, als Gemeinschaft ebenso wie mit Genehmigung der Oberen als einzelne. Auch befreit er sie von den bisher im Kriegsfall zu leistenden Wagendiensten (a prestatione quoque curruum, qui tempore exercituum prius a vobis requiri vel haberi consueverant) und allgemein von allen Diensten für den König, für dessen Amtsleute, Vögte oder andere Personen jedweden Standes. Die genannten Vergünstigungen sollen keine Einschränkung erfahren durch eventuell anderen Personen von ihm zugestandene Gnadenerweise und Urkunden. Allen seinen und des Reichs Getreuen und besonders den Bürgern von Worms und dem jeweiligen Landvogt verbietet er kraft königlicher Autorität, die Schwestern oder ihre Leute entgegen diesem Gnadenerweis in irgendeiner Weise zu belästigen. – Cum regalis providentia.

Originaldatierung:
datum Spire XVIIIO kalendas Octobris

Überlieferung/Literatur

*Original (Pergament, Königssiegel an rot-grüner, gedrehter Seidenschnur) Luzern, StaatsA, Urk. GA 332 mit Rückschriften, darunter zeitgenössisch Gubernatio H. Regis; Abschrift in J. D. Flads Collectio diplomatum atque documentorum von 1745 Sect. II Nr. III, Gießen, Univ.bibl., Hs. Nr. 340.

Druck: Baur, Hessische Urkunden 5 (1873) S. 191f. Nr. 216 (unvollständig).

Regesten: Böhmer, Heinrich VII., Nr. 157; Weissenberger, Geschichte des Klosters Kirschgarten (1937) S. 19 Nr. 73.

Kommentar

Am selben Tag stellte König Heinrich eine im Wortlaut nur geringfügig abweichende, aber andershändige Urkunde für das Zisterzienserinnenkloster Selnau bei Zürich aus (unten Nr. 289). Ähnliche Vergünstigungen gewährte Heinrich VII. den Dominikanerinnen vom Oetenbach zu Zürich unter dem 20. Mai 1309 (oben Nr. 149), den Dominikanerinnen in Schwäbisch Gmünd unter dem 2. August 1309 (oben Nr. 244) und den Dominikanerinnen von Esslingen unter dem 4. August 1309 (oben Nr. 245). – Die Dispositio stimmt in weiten Teilen mutatis mutandis mit der Urkunde für die Dominikanerinnen von Esslingen überein. – Über die Empfängerinnen orientiert Illert, Domus Horti beatae Mariae virginis iuxta Wormaciam (Kirschgarten) (...1977) S. 255–259.

Nachträge

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,2 n. 288, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/d7683f13-8fd3-4aac-a1ff-61aa8af6a058
(Abgerufen am 20.04.2019).