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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,2

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König Heinrich kommt zusammen mit Königin (Margarete) nach Eichstätt auf Einladung des dortigen Bischofs Philipp (von Rathsamhausen), um dort das Grab des heiligen Bischofs Gundekar [II.] zu besuchen, dessen jüngst erhobener Leichnam wunderbares Öl träufelt und durch weitere Wunder glänzt.

Überlieferung/Literatur

Schilderung des Johann von Viktring im Liber certarum historiarum IV 6 der Rezension A irrig zu 1309, bei Fedor Schneider 2 (1910) S. 16 Z. 9–15. Laut IV 3 der Rezension B, ebd. S. 41 mit N. g, soll König Heinrich dem Heiligen seine Verehrung erwiesen sowie sich und die Reichsangelegenheiten dem Heiligen anvertraut haben (rex ibidem devocione habita meritis sancti presulis se et regni negocia commendans).

Regesten: Böhmer, Heinrich VII., nach Nr. 209; Heidingsfelder, Regesten Eichstätt, Nr. 1445.

Kommentar

Eine genauere zeitliche Einordnung des königlichen Eichstätt-Besuchs erlauben zwei Schreiben des Salzburger Erzbischofs Konrad V. Fohnsdorfer von Praitenfurt, der sich im Gefolge des Königs befand. Ein Brief an Herzog Friedrich von Österreich schließt mit dem Hinweis auf Heinrichs Nürnberg-Aufenthalt und die von dort aus unternommenen Reisen in die Umgebung bis Eichstätt, bei denen ihn der Erzbischof begleitete, sowie dessen vom König gewährte Bitte, von Eichstätt aus nach Hause zurückkehren zu dürfen; ein aus Eichstätt vom 11. Februar 1310 datierender Ablaßbrief des Erzbischofs wurde demnach im Zuge des hier geschilderten Besuchs ausgestellt; Palacky, Ueber Formelbücher 1 (1843) S. 330 Nr. 127 und Schwalm, MGH Const. 4, S. 1265f. Nr. 1212, hier S. 1266; Regest des Ablaßbriefs: Lang, Regesta S. 170; dazu Böhmer und Heidingsfelder a.a.O. – Anders als in Rezension A dargestellt, erfolgte die Rückkehr der von König Heinrich nach Böhmen geschickten Delegation frühestens im April 1310 und demnach nicht vor dem Eichstätt-Besuch; denn der Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt, der noch am 4. April in Eger urkundet, ist erst wieder am 23. April in Aschaffenburg nachweisbar; Vogt, Regesten Erzbischöfe Mainz 1, 1, Nrn. 1320 und 1324. – Die Gebeine Bischof Gundekars II. (1057–1075), der nie vom Papst heiliggesprochen wurde, ließ Bischof Philipp von Rathsamhausen am 12. September 1309 erheben und bis zum 15. September in ein Hochgrab umbetten; Gesta episcoporum Eichstetensium continuata, ed. Bethmann/Waitz, in: Waitz, MGH SS 25, (1880) S. 593 Z. 22–24 und Z. 26f.; Regest: Heidingsfelder a.a.O. 1 (1915) Nr. 252; Bruno W. Häuptli in: BBKL 26 (2006) S. 547–550. Über die rund 50 Wunder, die sich an seinem Grab ereigneten, wurde, wohl im Auftrag Bischof Philipps, ein Bericht angefertigt; AASS August 2 I (1733) Sp. 184–189.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,2 n. 385, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/bd3243aa-38b3-4ece-b02b-12f350471357
(Abgerufen am 18.10.2019).