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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,2

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König Heinrich bestätigt urkundlich auf die persönlich vorgetragene Bitte des Trierer Erzbischofs Balduin, seines Bruders und Fürsten, die von diesem vorgelegte und hier inserierte Urkunde Römerkönig Rudolfs [I.] vom 29. März 1276. Dieser hatte einen Fürstenspruch beurkundet, wonach der Trierer Erzbischof einem Vasallen, der nicht binnen Jahresfrist die Mutung seines Lehens erbittet, obwohl er die Gelegenheit dazu hat, dieses für ein Jahr entziehen darf, jedoch ohne seinen Lehensmann zu schädigen; läßt der Vasall auch diese Frist ungenutzt verstreichen, kann der Erzbischof das Lehen gänzlich einbehalten. Dies gilt auch dann, wenn der Vasall das Lehen weitergegeben haben sollte, wobei der König für den Fall seinen Beistand verspricht, daß der derzeitige Besitzer eine Rückgabe verweigert. – Universis sacri Romani imperii fidelibus [...]. Constitutus in nostre maiestatis presencia.

Originaldatierung:
dat. in Spira id. Septembr.

Überlieferung/Literatur

*Original (Pergament, stark beschädigtes Königssiegel an Pergamentstreifen) Koblenz, LHA, Best. 1 A Nr. 4423 mit zeitgenössischer Rückschrift Confirmacio [kleiner über der Zeile: sentencie] diversarum graciarum Rodulfi regis .H., darüber von anderer Hand: Bal., darunter 15. Jh.: 1309 Id. Septemb.; Abschriften des 14. Jh. in den Balduineen, Koblenz, LHA: Balduineum I: Best. 1 C Nr. 1, Nr. 175; Balduineum II: Best. 1 C Nr. 2, Nr. 189; Balduineum III: Best. 1 C Nr. 3, Nr. 205 und Balduineum IV (sog. Balduineum Kesselstatt): Best. 1 C, Nr. 3a, Nr. 265.

Drucke: Günther, Codex diplomaticus Rheno-Mosellanus 3, 1, S. 126 Nr. 34; Schwalm, MGH Const. 4, S. 276 Nr. 313.

Regesten: Böhmer, Heinrich VII., Nr. 155; Mötsch, Balduineen, Nr. 342; Rödel, Königs- und Hofgericht 1292–1313 (1992) Nr. 425.

Liste: Lüdicke, Gesamtverzeichnis (1910), Nr. 1255.

Kommentar

Die inserierte Urkunde König Rudolfs ist gedruckt in Schwalm, MGH Const. 3, S. 99f. Nr. 109; Regest: Böhmer/Redlich (1898) Nr. 536. Gegenüber der Vorlage ändert das Heinricianum an einer Stelle den Wortlaut: von feodum [...] retrahere valeat in feodum [...] subtrahere valeat. – Der Königsbruder hatte kurz zuvor im Hennegau vermittelnd eingegriffen – vielleicht, wie allerdings erst durch Jean de Preis dit d’Outremeuse in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mitgeteilt, auf Veranlassung des Königs; Ly myreur des histors III, bei Bormans 6 (1880) S. 120, in den August 1309 datiert bei Franke, Unterschiedlicher Jahresbeginn (...1991) S. 106–108; auf andere Nachrichten jenes Lütticher Notars ist oben unter den Nrn. 7f. zum 6. Januar 1309 verzichtet worden.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,2 n. 286, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a2caa595-841d-467e-977c-25490c4e37e1
(Abgerufen am 19.06.2019).