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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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König Heinrich erneuert, billigt, bestätigt und bekräftigt urkundlich dem Grafen Berthold [VII.] von Hen­neberg[-Schleusingen] (vir spectabilis Bertoldus comes de Hennemberg) auf dessen persön­lich vorge­tra­ge­ne Bitte das inserierte Privileg des Römer- und Sizilien-Königs Fried­rich II., seines Vor­gän­gers, vom 12. Mai 1216, worin dieser den Grafen Boppo von Hen­ne­berg und dessen Er­ben mit allen Silber- und sonstigen Erz­berg­wer­ken und Salinen in des­sen Herrschaft be­lehn­te. – Majestätssiegel angekündigt. – Universis sacri Romani imperii fide­li­bus [...]. Acce­dens ad nostre maiestatis presenciam vir spectabilis Bertoldus.

Originaldatierung:
dat. in Hallis XO klnd. Augusti

Überlieferung/Literatur

Überlieferung: 2 Ausfertigungen von je anderer Hand in 19 bzw. 18 Zeilen (Pergament, Siegel fehlt, grün-rote ge­flochtene Seiden­schnur hängt an) Meiningen Thüringisches StaatsA Gemeinschaftlich Henne­ber­gi­sches Ar­chiv Urkunde Nr.73a und *73b (früher LXXa und LXXb) mit Rückschriften, u.a. auf a (14. Jh.) Rom. rex Hein­ri­cus contulit comiti Bertoldo argentifodinas et metalla pro feodo perpetuo, auf b (um 1400) Confirmacio data co­mi­ti Bopponi [!] super metallis a Rom. rege Heinrico. Abschriften vom Ende des 14. Jh. ebd. im Kopial­buch 1 Bl.234v-235r und aus dem 17.Jh im Kopialbuch 5 Bl.37v. – Drucke ohne Insert: Schultes, Diplo­ma­tische Ge­schich­te 2 (1788-1791) S.10 Nr.11 aus 73a, unzuverlässig; Schöppach, Henne­bergisches UB 1 (1842) S.43f. Nr.66 aus 73a und b (s.u.!). – Regesten: Meusel, Geschichtsforscher 7 (1779) S.183; Böhmer (1831) Nr.5230; ders., Heinrich VII. (...1844) Nr. 129.

Kommentar

In Ausfertigung 73a fehlt der Hinweis auf die Bestätigung [nur] derjenigen Verfügungen Friedrichs II., die rite et provide con­cessa seien; in b ist die Sanctio inhibentes firmiter im Umfang von 21 Wörtern ausgelassen. Der bei Schöppach a.a.O. in zuverlässiger Lesung hergestellte Wortlaut bietet beide Passagen und hat so bestenfalls im Entwurf, aber wohl nie als Ori­ginal existiert; auch die Zeilenumfänge sind hier vertauscht. Ansonsten finden sich bei Schöppach die einschlägigen Texte: S.18f. Nr.26 die inserierte Urkunde Friedrichs II., auch gedruckt bei Huillard-Bréholles,Historia diplomatica 1 II (1852) S. 461; Regesten: Böh­mer/Ficker (1881f.) Nr.860; Dobenecker 2 (1900) Nr.1684. Auch die Willebriefe der Kurfürsten zum vorliegenden Privileg aus den beiden Fol­ge­jahren bietet Schöppach a.a.O., nämlich S.44f. als Nrn.67-74; es sind  1) Pfalz­graf Rudolf von 1310 IV 27  2) Erzbischof Peter von Mainz von 1310 V 29  3) Markraf Heinrich von Bran­den­burg und Lands­berg von 1310 VI 18 und  4) Markgraf Woldemar von Brandenburg etc. von 1310 VIII 29  5) Herzog Rudolf von Sach­sen etc. von 1310 VI 26  6) Erzbischof Balduin von Trier von 1310 VII 25  7) Erzbischof Heinrich von Köln von 1310 VIII 29  8) König Johann von Böhmen etc. von 1311 V 22. Zugehörige Inhaltsangaben stehen bei  1) Koch/Wille, Re­ge­sten der Pfalz­grafen am Rhein 1 (1894) Nr.1635  2) Vogt, Re­gesten der Erzbischöfe von Mainz 1 I (1913) Nr.1334 3) Krab­bo/Win­ter, Regesten der Markgrafen von Brandenburg (1926) Nr.2164  4) Ebd. Nr.2171  5) Nur bei Schöppach a.a.O. S.45 Nr.70  6) Goerz, Regesten der Erzbischöfe zu Trier (1861, berichtigter Nachdruck 1969) S.65  7) Kisky, Rege­sten der Erz­bi­schö­fe von Köln 4 (1915) Nr.531  8) Böhmer, Regesten Kaiser Ludwigs des Baiern, 2. Erg.-Heft (1846) Nr.481. – Es fällt auf, daß nicht Friedrichs II. weitgehend mit dem 1216er Text gleichlautendes Kaiserdiplom Böh­mer/Ficker (1881f.) Nr.1633 vom Juni 1226 zugrundegelegt wurde, obgleich – oder: weil? – es zusätzlich noch Goldgruben ein­bezogen hatte: auri vel (argenti fo­dinas); Schöppach a.a.O. S.19 Nr.27 aus dem Meininger Original. Henning, Ent­wick­lung der Lan­des­herr­schaft (...1972) S.10f., wertet die beiden Privilegien Friedrichs II. für Graf Boppo VII. von Henneberg als die »Grund­la­gen seiner sich bil­den­den Landesherrschaft«. Die Privilegienbestätigungen am Beginn der Regierungszeit Hein­richs VII. er­wähnt er jedoch nur summarisch, a.a.O. S.18. – Füsslein/Henning, Berthold VII. von Henneberg (1983) und Ernst Schu­bert, Berthold der Wei­se (...1973) gehen beide nicht auf das vorliegende Stück ein. – Die Ausbildung des Berg­re­gals skiz­zie­ren Steffen, Ge­schicht­liche Entwicklung und Rechtsnatur des Staatsvorbehalts und seine Stellung zum Bergregal (1961) S.20-22; W[il­helm] Wegenerin: HRG 1 II (1965) Sp.378-381 s.v. »Bergregal« und Raimund Willecke in: Lex des MA. 1 (1980) Sp.1957f. s.v. »Bergrecht«; für das Mittelalter nicht weiterführend die hier erwähnten Arbeiten von Ebel, Über das lan­desherr­li­che Berg­re­gal (...1968) und Willecke, Deutsche Berggesetzgebung (1977).

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. 230, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1309-07-23_1_0_6_4_1_272_230
(Abgerufen am 15.09.2019).