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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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König Heinrich billigt, erneuert und bekräftigt urkundlich auf die persönlich vorgetragenen Bitten des Abts des [Zisterzienser-]Klosters Salem hin (honorabilis et religiosus vir .. abbas mo­na­sterii de Salem) diesem Kloster folgende Diplome: [1.] das inserierte Privileg Fried­richs II. vom Januar 1210, wo­rin dieser der Zisterze Gütererwerb von anderen Kirchen und Reichs­ministerialen durch Kauf oder Tausch gestattete sowie alle Besitzungen bestätigte [2.] die Wiederholung vom 31. März 1213, für die nach Intitulatio und Arengenbeginn erklär­ter­maßen nur noch die veränderte Zeugenliste, [die Datie­rung] und das Monogramm aufge­nom­men werden (quod quidem pri­vi­legium cum premisso pri­vilegio concordat per omnia, preter quod in ipso testes continentur sub­scripti cum signo tali) [3.] die inserierte Urkunde Hein­richs (VII.) vom 9. August 1231, worin dieser Salems Besitzungen und insbesondere die na­ment­lich genannten Hospitäler in Esslingen, Überlingen und Ulm von allen Abgaben sowie Salems Handel von allen Zöllen in seinen Städten befreite [Fälschung] [4.] das inserierte Di­plom Heinrichs (VII.) vom 10. De­zem­ber 1222, in dem er die Verfügungen seines Vaters dem In­halt nach wiederholte. – Zeugen: Erzbischof Peter von Mainz, Erzkanzler für Deutsch­land; der hochgeliebte Königsbruder Walram von Luxemburg; Bruder Heinrich, Abt von Wei­ler[-Bett­nach] (Vilariensis) und [Reichs-]Hofkanzler; der Königsgetreue Graf Johann von Spon­heim (Spanhain), genannt von Starkenburg (Starkenberg), und viele andere Vertrauens­wür­dige (alii quam plures fi­dedigni). – Universis sacri Romani imperii fidelibus [...]. Veniens ad nostre maiestatis pre­sen­ciam.

Originaldatierung:
dat. in Vlma IIIIO idus Iunii

Überlieferung/Literatur

Überlieferung: Original (Pergament, Königssiegel an rot-grünen Seidenfäden) Karlsruhe GLA D 155, mit Rück­schriften, darunter (14. Jh.:) [con]firmacio omnium privilegiorum nostrorum per Heinricum Romanorum re­gem, postea imperatorem; (15. Jh.:) Hainricus Romanorum rex confirmat privilegia monasterii illustrium Ro­ma­no­rum regum anno Domini M.CCC.VIIII° (spätere Hand:) n° 99. – Druck: -. – Regesten (alle ungenau): Lünig, Reichsarchiv 18 (o.J. [1720]) S.490a-b; von Weech, Kaiserurkunden (...1886) Nr.155 S.83; ders., CD Sa­lemitanus 3 (1895) Nr.1121a; Vogt, Erzbischöfe von Mainz 1 I (1913) Nr. 1271.

Kommentar

Als Salemer Abt amtierte 1282-1311 Ulrich II. aus dem unfernen Haus der Edelfreien von Seelfingen; Schneider, Ge­schich­te Salems (...1984) S.14 u.ö. Mutatis mutandis ausgeschriebene Vorurkunde war bis in die kalligraphische Hervor­hebung der Sig­numzeile hinein, aber ohne nunmehr übergangenen Beurkundungs- und Besieglungsbefehl ein inhaltsgleiches Transsumpt Kö­nig Albrechts I. vom 19. März 1299 mit Monogramm. Für die Inserte von 1213 und 1222 werden ebenfalls direkt nach der je­weiligen Signum-Ankündigung bzw. -Zeile Monogramme nachgezeichnet, die allerdings untereinander übereinstimmen. Er­neut (vgl. die vorige Nr.) ist der Platz für das Monogramm Heinrichs VII. freigeblieben, erneut wird von Empfänger­aus­fertigung auch dieses Transsumpts von 1309 ausgegangen, erneut scheinen Empfänger und Königskanzlei dann nur noch auf das Königssiegel Wert gelegt zu haben. – In der Zeugenliste erscheinen der Erzbischof mit dem Kleriker-Epitheton vene­rabilis, der titellose Königsbruder und der Sponheimer Graf als nobiles sowie der [Zisterzienser-]Abt Heinrich als hono­ra­bilis et religiosus vir; zu den fidedigni oben der Kommentar von Regest Nr.2. – Albrechts I. Transsumpt druckt von Weech a.a.O. 2 (1886) S.555f. Nr.1006 ohne In­serte, also 1) DF II 114 vom Januar 1210; Regest: Böh­mer/Ficker (1881f.) Nr.623. – 2) Fried­rich II. vom 31. März 1213, gedruckt bei Huillard-Bréholles a.a.O. S.258f. und von Weech a.a.O. 1 S.121f. Nr.84; Re­gest: Böhmer/Ficker (1881f.) Nr.700. – 3) Heinrich (VII.) vom 9. August 1231, ge­druckt bei Huil­lard-Bré­hol­les, a.a.O. 3 (1852) S.474f. und von Weech a.a.O. S.202-204 Nr.172; Regest: Böhmer/Ficker (1881f.) Nr.4215. Bei die­sem Stück han­delt es sich laut Zins­maier, Nachträge (1983) S.262 (mit Hinweis auf weiteres Schrift­tum) um eine Fäl­schung aus der er­sten Hälfte des 13. Jh. – 4) Heinrich (VII.) vom 10. De­zem­ber 1222, gedruckt bei Huil­lard-Bré­holles, a.a.O. 2 II (1852) S.751f. und von Weech a.a.O. S.171f. Nr.134; Regest: Böhmer/Ficker (1881f.) Nr.3886.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. 185, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1309-06-10_2_0_6_4_1_227_185
(Abgerufen am 20.09.2019).