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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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König Heinrich gesteht den Leuten des Tals Unterwalden, seinen Getreuen (hominibus in valle Vnderwalden, fidelibus suis), bis auf Widerruf (presentibus usque ad voluntatis nostre beneplacitum tantummodo valituris) zu, daß sie vor kein Gericht eines weltlichen Richters außerhalb des Tals gezogen werden dürfen mit Ausnahme des königlichen Hofgerichts (nostre maiestatis consistorio dumtaxat excepto), sofern sie bereit sind, sich vor dem könig­lichen Landvogt im Gebiet dieses Tals zu rechtfertigen und zu tun, was die Rechtsordnung vorschreibt. – Universis hominibus in valle [...]. Vestris inquietudinibus obviare.

Originaldatierung:
datum Constancie [...] tercio nonas Iunii

Überlieferung/Literatur

Überlieferung: Original (Pergament, leicht beschädigtes Königssiegel an Pergamentstreifen) Sarnen StaatsA Obwalden U 2 mit zeitgenössischer Rückschrift VnderWalt; Insert im Sammeltranssumpt König Ludwigs des Baiern vom 29. März 1316, ebd. U 4. – Drucke: Hisely, Essai (1839-1843) S.417f. Nr.15; Kopp, Urkunden (1835) S.103 Nr.51; Wartmann, Freibriefe (...1862) S.150; Rilliet,Origines (21869) S.421f. Nr.16 aus dem Original; Oechsli, Anfänge (1891) S.386 Nr.6 unter Verweis auf nicht identifizierbare Wiedergabe bei »Rilliet 377«; Schiess/Meyer, Quellenwerk 1 II (1937) S.231 Nr.480a. – Neuhochdeutsche Übersetzung: Oechlsi a.a.O. S.52. – Regesten: Böhmer (1831) Nr.5219; ders., Heinrich VII. (...1844) Nr.92; Geschichtsfreund 20 (1863) S.213; Oechsli a.a.O. S.159* Nr.488; Battenberg, Gerichtsstandsprivilegien 1 (1983) Nr.227.

Kommentar

Rillieta.a.O. S.421 liest versehentlich Underwalt. – Mit dieser Urkunde diktatgleich sind Privilegien für die Leute von Schwyz und Uri vom selben Tag, unten Nrn.175 und 176. Im Anschluß an die Wiedergabe der Uri-Urkunde verweist Aegidius Tschudi im Chronicon Helveticum auf dero von Underwalden brief als gleichlautend bis auf dise endrung: Universis hominibus vallis in Underwalden, fidelibus suis dilectis [...]; Stettler, Tschudi, Chronicon Helveticum 3 (1980) S.260. Dieser Wortlaut gibt jedoch das Diktat des Inserts in der Bestätigung von 1316 wieder; Tschudi dürfte hierbei das Original von 1309 somit nicht zur Hand gehabt haben; ebd. S.148* Nr.7c. – Das Transsumpt von 1316 regestiert Acht/Wetzel, Schweiz (2000) Nr.7. – Als phleger des R~mschen Richs in dien Waltstetten urkundet unter dem 22. Juni 1309 Werner II. von Homberg; Schiess/Meyera.a.O. S.233f. Nr.483 aus Stans in Nidwalden.

 

Verbesserungen und Zusätze:

Daß Heinrich VII. den Reichsvogt erst in diesem Monat einsetzte, unterstellt BOHNENBLUST, Geschichte der Schweiz (1974) S.84. »Graf Werner [war] Erbe des Rapperswiler Besitzes in der Innerschweiz und ein scharfer Gegner« der Habsburger. »Die Lostrennung der Waldstätte aus dem habsburgischen Grafschaftsverband zeigte deutlich die Überflüssigkeit Habsburg-Österreichs als Schutzmacht und signalisierte das Ende s[olch]er landesherrlichen Ansprüche«; WIGET, Geschichte eines Kantons (...1991) S.107 Sp.2, teilweise wörtlich nach PEYER, Entstehung (...1972) S.187, aber ohne Aufgreifen der von PEYER signalisierten Konzeption einer Paßherrschaft des Reichs durch die Machtfülle des Homberg-Rapperswilers. Daß Heinrich VII. hieran nur kurze Zeit festhielt, betont STADLER-PLANZER, Haus Rapperswil (...1991) S.75f.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. 174#, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1309-06-03_4_0_6_4_1_216_174
(Abgerufen am 15.09.2019).