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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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König Heinrich bestätigt zum Nutzen von Äbtissin und Konvent des Zisterzien­serinnen­klosters Rottenmünster (abbatisse et conventus in Rotenmunster, ordinis Cistercien., votivis commoditatibus) das Recht der Pürsch (ius, quod voulgariter dicitur »birssen«) und die Freiheit von Steuern und Ab­ga­ben auf Personen, Güter oder ihnen zugehörige Sachen, wie sie jene bisher genossen ha­ben. – Königssiegel an­ge­kün­digt. – Universis sacri Romani [imperii] fidelibus [...]. Ad universitatis vestre noticiam.

Originaldatierung:
Constantie IIII [!] non. Iunii

Überlieferung/Literatur

Überlieferung: Erweiterte Abschrift des 15. Jh. im Kopialbuch des Klosters Rottenmünster S.51 Stuttgart HStA H 14 Nr.211 (Kriegsverlust, 1944 verbrannt); *Abschrift des Transsumpts König Ruprechts vom 14. März 1408 Wien HHStA Reichsregister A fol.105v-106r. – Druck: Lünig, Reichsarchiv 18 [1720] S.298f. Nr.3, unzu­ver­läs­sig. – Regesten: Böhmer(1831) Nr.5216; ders., Heinrich VII. (...1844) Nr.89; UB der Stadt Rottweil 1 (1896) Nr.81 = Rödel, Königs- und Hofgericht 1292-1313 (1992) Nr.413: erweiterte Fassung.

Kommentar

Das UB der Stadt Rottweil präzisiert auf der Grundlage des Kopiars den Urkundeninhalt dahin­gehend, daß es sich um das Recht der Pürsch bei Lauffen (4 km südlich Rottweils) handelte. Außerdem verweist es auf eine Warnung insbesondere an die Stadt Rottweil vor Eingriffen in die Rechte des Klosters, was wohl die Ursache für die Aufnahme des Stückes in das UB bildete. Beide Informationen sind dem Druck bei Lünig nicht zu entnehmen, so daß Zweifel an der Echtheit der Präzisie­run­gen aufkommen; so das UB der Stadt Rottweil, wogegen sich Rödel a.a.O. wendet, selber aber auf Motive für Konkretisie­run­gen in einem Kloster führt, das unmittelbar südsüdöstlich vor Rottweil liegt und in Steuerangelegenheiten im Streit mit dieser Stadt lebte, bis er – zumindest rechtlich – durch einen Schiedsspruch und dessen königliche Bestätigungen zu Kloster­gun­sten entschieden wurde; UB Rottweil a.a.O. S.340-349 Nrn.824f. vom 15. Mai bzw. 24. Juni 1417, regestiert bei Böh­mer/Alt­mann (1896-1900) Nr.2418. Auseinandersetzungen über das Recht der (freien) Pürsch und über Gerichtsrechte im Pürsch­bezirk hielten jedoch an, bis die Stadt 1771 auf Blutbannrechte über die Zisterze verzichtete; Hans-Martin Maurer in: Hand­buch hist. Stätten »Baden-Württemberg« (²1980) S.680 bzw. 682. – Zu Ruprechts Transsumpt Chmel, Regesta (1834) Nr.2487 und von Oberndorff/Krebs, Pfalzgrafen am Rhein 2 (1939) Nr.5208.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. 169, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1309-06-02_1_0_6_4_1_211_169
(Abgerufen am 20.09.2019).