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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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König Heinrich überläßt dem Adligen Graf Theobald von Pfirt, seinem Getreuen (nobilem virum Theobaldum, comitem de Phirreto, fidelem nostrum dilectum), in Erwartung künftiger Dienste für König und Reich diejenigen Gelder, die jener während der vergangenen Reichs­vakanz von den königlichen Juden erpreßt hat (omnem pecuniam, quam vacante nuper impe­rio a Judeis nostris habuit et ex­torsit). – Majestätssiegel angekündigt. – Ad universorum noti­ciam volumus pervenire.

Originaldatierung:
dat. Spire II. non. Marcii

Überlieferung/Literatur

Überlieferung: Original (Pergament, Königssiegel an Pergamentstreifen) Colmar AD du Haut-Rhin H Ordre teu­tonique 1 b, Rückschrift (14.Jh.): Ein brief wie (über der Zeile nachgetragen: keyser) Heinrich Graf [!] graf Theobald von Phirt hat ledig lassen des Juden gelts die weil kain kaiser was.Druck: Herrgott, Genealogia diplomatica 2 (1737) S.591 Nr.701. – Regesten: Böhmer (1831) Nr.5200; ders., Heinrich VII. (...1844) Nr.41 = Wiener, Juden 1 (1862) Nr.132; Kopp, Urkunden zur Geschichte der eidge­nös­si­schen Bünde (1851) Nr.123.

Kommentar

Theobald von Pfirt (französisch »Thibaut de Ferrette«, 1275 – um 1311), der um 1290 Thann zur Stadt erhoben hatte, war 1298 zugunsten Johanns von Lichtenberg als Landvogt im Elsaß durch König Albrecht I. abgesetzt und zu Besitzverzicht ge­zwun­gen worden. In Thann hat er ein Fran­ziskanerkloster gestiftet und weist mit seinem im Pfir­ter Grafenhaus allein­ste­hen­den Namen in Richtung jener Theo­bald-Wallfahrt nach Thann, die eigentlich dem Bischof Ubald – auch: Theobald – von Gub­bio († 1160) galt, schon vor 1340 bestand und spätestens 1357 bis nach Norddeutschland aus­strahlte; Wilsdorf, Com­tes de Ferrette (1991) S.155, 191-195 und 200, zu ergänzen aus Barth, Thanner Theo­baldus­wall­fahrt (...1950) S.32f., 37 und 47 bzw. 43 sowie Immo Eberlin: Lex. des MA. 6 (1993) Sp.2033. Während Eberl Graf Theobald auch zum Gründer des [Be­ne­dik­ti­ne­rin­nen-]Klosters Val-Dieu (Gottesthal) bei Dammerkirch erklärt, belegt Barth, Handbuch der elsässischen Kir­chen (1960-63) Sp.445 dessen Gründung bereits für die Jahre »1249 oder 1250« und schreibt sie Agnes von Commercy, der Wit­we des Grafen Friedrich von Toul zu. – Moses Ginsburger in: Germania Judaica 2 I (1968) nennt als Empfänger von Hein­richs VII. Entgegenkommen trotz eigenmächtig erhobener Ju­den­steuer versehentlich einen damals unbekannten Grafen »Hein­rich von Pfirt«. – Das Diplom für die Bürger von Rothen­burg, das Böhmer, Hein­rich VII. (...1844) unter Nr.42 zum 6. März 1309 verzeichnet, scheint auf der Fehldatierung eines Inserts bei Chmel,Regesta chronologico-diplomatica Ruperti regis (1834) Nr.2754 zu beruhen; dieses gehört zum 11. März 1309, unten Regest Nr.82.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. 73, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1309-03-06_2_0_6_4_1_115_73
(Abgerufen am 19.11.2019).