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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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Elekt Heinrich (in Romanorum regem electus) bestätigt und erneuert mit einmütiger und aus­drück­licher Zustimmung der Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier sowie Markgraf Wolde­mars von Brandenburg und Herzog Rudolfs von Sachsen den Pfalzgrafen bei Rhein und Her­zö­gen von Bayern Rudolf und Ludwig alle Privilegien, Rechte, Schenkungen und Urkunden, die ihnen oder ihren Vorfahren von seinen Vorgängern, den Kaisern und Königen, verliehen worden waren. Er verspricht ihnen mit Zustimmung seiner vorgenannten Fürsten, sie in ihren Gütern und deren Besitz nicht zu stören, und erlaubt ihnen, in ihrem Rechts- und Besitzstand zu bleiben, wie ihn ihre Vorfahren zur Zeit seiner Vorgänger besessen haben. – Siegel der Graf­schaft Luxemburg angekündigt. – Zeugen: Bischof Johann von Straßburg, Abt Hein­rich von Fulda, Graf Berthold von Henneberg, Graf Gerlach von Nassau, Graf Burchard von Ho­henberg, Graf Eberhard und Graf Wilhelm von Katzenelnbogen, Otto von Ochsenstein, Kon­rad von Weinsberg, Robin von Useldingen (Rubinus de Osoldingen), Ulrich vom Stein (de Lapide) und weitere Vertrauenswürdige (quamplures alii fidedigni). – Ad universorum sa­cri Romani imperii fidelium noticiam publicam volumus pervenire.

Originaldatierung:
dat. Franchenuordie IIIIto kaln. Decembr.

Überlieferung/Literatur

Überlieferung: Original (Pergament, Grafensiegel mit Rücksiegel an Pergamentstreifen) München HStA, Kur­bayern U 1908. – Drucke: Oefelius, Rerum Boicarum SS 2 (1763) S.125f.; Geschichte des Bayerisch-Pfälz. Hausvertrags (1779) UB S.6f. Nr.III; Fischer, Kleine Schriften 2 (1781) S.523f. Nr.4. – Regesten: Böh­mer (1831) Nr.5187; ders., Heinrich VII. (...1844) Nr.1; Koch/Wille, Pfalzgrafen am Rhein 1 (1894) Nr.1596; Vogt, Erzbischöfe von Mainz 1 I (1913) Nr. 1233; Kisky, Erzbischöfe von Köln 4 (1915) Nr.415; Krab­bo/Win­ter, Markgrafen von Brandenburg 8 (1926) Nr.2095. – Verzeichnet bei Sprinkart,Kanzlei der Pfalz­gra­fen (1986) S.502 Nr.896.

Kommentar

Mit Intitulatio-Beginn Nos Henricus wirkt der Diplom-Eingang wie der einer »Privaturkunde«; noch unter demselben Datum ist Nos weggefallen (erstmals unten Nr.5) und tauchte dann nur noch sporadisch auf. – Unter den Zeugen war Bischof Jo­hann I. von Straßburg (1306-28) seit 1298 Protonotar, 1302 Vizekanzler und seit 1303 Hofkanzler König Albrechts I. ge­we­sen und hatte diese Würde auch als Bischof beibehalten. Als erklärter Vertrauensmann der Habsburger dürfte er jedoch für die Weiterführung des (Titular-)Amts nicht mehr in Frage gekommen sein; vgl. Bresslau, UL 1 (21912) S.533 mit Joseph Fuchs in: NDB 10 (1974) S.537 sowie Gatz/Brodkorb, Bischöfe 1198-1448 (2001) S.757 unter »Johann von Zürich«. – Graf Gerlach I. von Nassau (1305-61) war einer der Söhne von Heinrichs VII. königlichem Vorvorgänger Adolf von Nassau.

Mit dem Globalverweis auf »Vertrauenswürdige« am Ende der Zeugenliste wird älteres et alii quamplures (beispiels­wei­se DDWilh 185 und 187f. von 1252) in gerichtserheblichem Sinn präzisiert; vgl. Stürner, Konstitutionen Friedrichs II. für Si­zi­lien (1996) S.169 Z.19, S.289 Z.20 u.ö. sowie unten Nrn.24 und 36 von 1309 I 15 bzw. I 22, u.ö.

Noch am selben Tag stellen die Erzbischöfe Balduin von Trier, Heinrich II. von Köln und Peter von Mainz sowie Herzog Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg und vielleicht auch Markgraf Woldemar von Brandenburg ihre Willebriefe aus; Sprin­kart,Kanzlei der Pfalzgrafen (1986) S.502 Nrn. 897-901 sowie Kisky a.a.O. Nr.416, Vogta.a.O. Nr.1234 bzw. Krab­bo/Win­tera.a.O. Nr.2096 (nicht auffindbar). Überliefert scheinen nur vier zu sein, und entsprechend erwähnte schon die Ge­schich­te des Bayerisch-Pfälz. Hausvertrags (1779) UB S.7 zu Nr.III »sonderbare Brieff« von lediglich »vier Churfürsten«. Daß Willebriefe »keineswegs zwingend für die Gültigkeit eines königlichen Privilegs« waren, betont Ernst Schubertin: Lex. des MA. 9 (1998) Sp.207.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. 2, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1308-11-28_1_0_6_4_1_44_2
(Abgerufen am 23.04.2019).