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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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Der Mainzer Erzbischof Peter [von Aspelt] wird in der Stadt Gotha von Friedrich, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen, ehrenvoll empfangen und samt seinen Leuten reich beschenkt. Im Volk führt das zu dem Gerücht, Friedrich habe dies getan, um in der anste­hen­den Wahl zum König erhoben zu werden.

Überlieferung/Literatur

Zeitgenössisch geschildert in der Cronica S. Petri Erfordensis moderna zu 1308: [...] Petrus Mogontinus archi­episcopus [...] civitatem Gotha veniens a predicto marchione honorifice suscipitur, ipse suique multis dotibus honoratur [!]. Quod vulgi rumor eum spe et ambitu electionis regni, que proxime futura erat, fecisse maxime murmurabat; Ed. von Holder-Egger(...1899) S.335f. – woraus 1340/49 die sonst wörtlich wiederholende Cro­ni­ca Reinhardsbrunnensis zu 1308 machte […] que proxima [!] futura erat, fecisse maxime murmurat; MGH SS 30 I (1896) S.649. – Regest: Vogt,Erzbischöfe von Mainz 1 (1913) Nr. 1215.

Kommentar

Voran ging ein Erfurt-Aufenthalt des Mainzers vom 2. August bis mindestens zum 12. September 1308; spätestens am 4. Ok­to­ber urkundete er in Fritzlar; Vogta.a.O. Nrn.1192 und 1214 bzw. 1220. – Nach Wegele,Friedrich der Freidige (1870) S.298 ging es in Gotha lediglich um die Belehnung des Landgrafen mit mainzischen Lehen in Thüringen. Wagenführer,Fried­rich der Freidige (1936) S.81f. und 126 läßt dies offen und kennt eine Belehnung einschließlich Gothas erst aus dem April 1318. – Bestätigung mainzischer Kirchenlehen und Hoffnung auf die Krone sieht zusammen Hans Patzein: Pat­ze/Schle­singer,Geschichte Thüringens 2 I (1974) S.67f., ohne jedoch einen »Tag von Gotha 1308« zu erwähnen. 1189 (über 1217?) bis 1241 zwischen civitas, (villa) und oppidum schwankend, war die Stadt oder die vorgelagerte schon ludo­win­gi­sche Burg Gotha, für die seit 1316 Grymmenstein bezeugt ist, Residenzort von Friedrichs des Freidigen Vater Albrecht dem Entarteten († erst 1314/15 in Erfurt) gewesen; vgl. Strickhausen,Burgen der Ludowinger (1998) S.117 mit Beck, Ge­schich­te der Stadt Gotha (1870) S.373 und Hans Patzein: Handbuch hist. Stätten »Thüringen« (1968) S.153. 1257 als Sohn der Kaisertochter Margarete geboren, galt Friedrich nach Hinrichtung seines Vetters Konrad-Konradin 1268 zu Neapel na­ment­lich italienischen Ghibellinen als letzter männlicher Staufersproß; insofern gehört »ein Kaisertraum des Hauses Wettin«, wie Dobenecker(…1930) getitelt hat, in die Zeit 1268/70; vgl. Karlheinz Blaschkein: Lex des MA. 4 V (1988) Sp.949 mit Dobeneckera.a.O. S.17-35, zum Kandidaturgerücht 1308 S.36, zum »wiederkehrenden mächtigen Kaiser der Kyffhäuser­sage« als »Friedrich III.« S.24 und 38. J.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. ab, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1308-09-12_1_0_6_4_1_28_ab
(Abgerufen am 24.09.2019).