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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,4,1

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Graf Heinrich [VII.] von Luxemburg (s.u.!) garantiert seinem Lehnsherren König Phil­ipp [IV.] von Frankreich und dessen Nachfolgern für sich und seine Nachfolger, daß Ro­bert von Flandern und seine Brüder Wilhelm, Philipp, Johann, Wido und Heinrich von Flan­dern, alles Söhne des verstorbenen Grafen Wido von Flandern, und ihre Nachfolger sowie die Edelleute, die landständischen Städte (bonnes villes) und die [sonstigen] Leute von Flandern (les genz de Flandres) den inserierten Friedensvertrag von Athis[-sur-Orge] einhalten werden, und setzt dafür seinen Besitz zum Pfand. Er tut dies auf Bitten der genannten Brüder, der Pro­ku­ratoren der landständischen Städte, der Kommunen (communs) sowie der adligen und an­de­ren Leute von Flandern (genz de Flanderes, nobles et autres). Diese wurden bei den Ver­hand­lun­gen ver­treten durch die Edelleute Herrn Johann von Cuijk, Herrn Gerhard von Sottegem, Johann von Gavre als Herrn von Schoorisse und Ritter Gerhard Moor; für die französische Seite verhan­delten der Königssohn Graf Philipp von Évreux, Frankreichs Kämmerer Herzog Ro­bert von Burgund, Graf Amadeus [V.] von Savoyen und Graf Johann von Dreux. – A tous ceux, qui verront ces lettres, Henris, cuens de Lucembourch, salut en nostre Seigneur.

Originaldatierung:
acta sunt hec in regali domo apud Luparam Parisius […] mensis Iulii die quinta, indictione tertia

Überlieferung/Literatur

Druck ohne Insert: *Wampach, UQB 7 (1949) S.71-75 Nr.1035 aus gräflicher Siegelurkunde samt notarieller Be­glaubigung in Paris, AN, mit Rückschrift Obligatio comitis Luceburgensis de tenendo et faciendo teneri pa­cem Flandrie fact[am] anno M.CCC.VO.

Kommentar

Die Grafenurkunde mit »großem Grafensiegel aus grünem Wachs an grün-rotem Seidenbüschel« (Wampach a.a.O. S.72) in französischer Sprache liefert die Monats- und Jahresdatierung Juli 1305: ou mois de Juignet, l'an de grace mil trois cenz et cinc; hierzu paßt die »Indiktion III« der lateinischen Beglaubigung durch den Notar. – Robert II. von Béthune, als Graf von Flan­dern (1305-22) Robert III., war über den Tod seines Vaters Wido III. von Dampierre († 7. März 1305 in Compiègne) hinaus noch bis Juli 1305 in französischer Gefangenschaft gehalten worden. In Freiheit lebte Ludwig I. von Nevers, Sohn Ro­berts III. von dessen zweiter Ehefrau Yolande von Nevers. Deshalb wurde der Friede von Athis-sur-Orge »am 25. Juni 1305 zwischen König Philipp IV., dem Schönen, und dem neuen Grafen von Flandern Ludwig von Nevers« geschlossen. Er suchte den französisch-flandrischen Krieg mit deutlichen Vorteilen für die französische Seite zu beendigen; Robert-Henri Bautier in: Lex. des MA. 1 VI (1979) Sp.1167. – Ungefähr gleichzeitig garantierte Graf Heinrich VII. auch die Vertrags­treue der Wido-Söhne Robert, Wilhelm und Wido von Flandern, die sich aus französischer Gefangenschaft nur bedingt in die Frei­heit begeben, gemäß von vorgenannten Unterhändlern [mit]verhandelten Vereinbarungen, die als Zusatzklauseln zum Frie­den von Athis-sur-Orge inseriert werden; Wampach a.a.O. Nr.1036 aus gräflicher Siegelurkunde in Paris, AN [Regest]. – Bonnes villes als Städte, von denen die Landstände beschickt werden, benennt Jean-Marie Yante in: Jäschke/Schrenk,Ackerbürgertum und Stadtwirtschaft (2002) S.223f. J.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,4,1 n. j, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1305-07-05_1_0_6_4_1_10_j
(Abgerufen am 23.09.2019).