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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,2

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Lagerung an diesem westl. von Worms gelegenen orte, den der könig auf seinem vormarsch bereits erreichte, als Albrecht noch vor Alzey lag. Vgl. Cron. eccl. Wimpin. cont. Dyth. c. 24, MG. SS. 30a, 672 z. 19/22 dum hec in Alzeia agerentur rex Adolfus ducem insequi quantocius non cessabat et eciam in villa dicta Epphenheim sita prope Wormaciam in ameno prato cum exercitu suo resedit sperans se predictum ducem cum omnibus suis fautoribus absque sui exercitus periculo citissime superaturum; Ann. Worm., Forsch. z. d. Gesch. 13, 588 z. 27/31 rex Adolfus collecta copia magna ... insecutus eum (ducem) papiliones in prato Heppenhein collocavit. Die letztere quelle (z. 31/3) fügt hinzu: cui in auxilium cives Wormacienses honorabiliter occurrerunt, sed dum rex se procingeret contra hostes iturus bona fortuna redierunt. Durch eine stelle bei Chr. Kuchimeister c. 67 ed. M. v. Kn., St. Gall. Mitt. 18, 280/2 (und koment zů dem [d. i. dem könig] och die stet das was die von Oppenhain und von Spir und von Wurms; do si etwa lang gelagent, do fůrent die von Menz wider in und die andren stet fůrent och wider haim) wird der anschein erweckt, als sei von den Mainzern der anstoß dazu gekommen, daß sich nicht nur das wormser aufgebot, sondern auch eine von Speyer und von Oppenheim beim könig eingetroffene hilfsschar wieder nach hause begeben habe. Nun sind nach Ottok. Rchr. v. 72271–90 allerdings die Mainzer aus dem lager Albrechts vor Alzey wieder heimgezogen, u. zw. weil sie sich an dem kampfe ums reich nicht haben beteiligen wollen; es könnte also sein, daß, da ein von den städten Mainz, Worms und Speyer zu gegenseitiger hilfe geschlossener bund von Adolf 1297 sept. 14 (RI. VI 2 n. 899 § 7) ausdrücklich gewährleistet war, der abzug der Mainzer von Alzey eben mit rücksicht auf diesen bund auch die rückkehr der Wormser und der Speyerer zur folge hatte. Aber unsere überlieferung erlaubt uns nicht, hier klar zu sehen. Denn zwei wichtige zeitgenössische nachrichten stehen damit im widerspruch. Nach dem zeugnisse Ellenhards SS. 17, 137 z. 24/6 hat Adolf den kampf gerade mit unterstützung der in seiner nähe befindlichen städte Speyer, Worms, Frankfurt und Oppenheim aufgenommen: assumptis sibi civitatibus imperii, cives videlicet Spirenses Wormacienses Frankenfurtenses Oppenheimenses, cum exercitu suo primo aggressus fuit bellum campestre cum domino Alberto etc.; und ähnlich sagt der regensburger fortsetzer Hermanns von Altaich, SS. 17, 418 z. 42/7: qui rex (ill. principum dominorum Ottonis et Rudolfi comitis palatini ducum Bawarie et) quarundam civitatum imperii ut puta Spirea Wormacia auxiliis iuvabatur, eidem duci Austrie .... occurrit. Was Worms betrifft, so wird man freilich geneigt sein, eher der wormser nachricht zu glauben. Jedenfalls aber scheint Adolf auf städtische hilfe zunächst nicht allzusehr gewicht gelegt zu haben. Ein rasches vorgehen gegen Albrecht erforderte, daß der könig mit der reiterei vorauseilte, fußvolk höchstens nachfolgen ließ. Daraus erklären sich wohl einige mit einander nicht ganz im einklang stehende angaben unserer quellen. Während es in der Cron. Wimp. cont. Dyth. c. 24, SS. 30a, 672 z. 23/4 heißt „rex .. dimissis a se civibus multarum civitatum cum reliquo exercitu sepedictum ducem insequitur” und auch die Chron. de gestis princ. (ed. Leidinger 49 z. 19/22) behauptet „rex ... dimittens pedites et licenciatis eis ... prelium celerius maturavit”, findet sich anderwärts die auffassung, daß der könig zwar noch zuzug von mannschaft in aussicht gehabt, aber diesen nicht mehr habe abwarten wollen; vgl. Joh. v. Winterthur Chron. ed. Baethgen, SS. nova ser. 3, 43 z. 10f. (rex Adolfus nec voluit exspectare suos pedissequos etc.), 44 z. 8f. (non exspectans turbam bellatorum copiosam adhuc in adiutorium sibi adveniencium ... conflicturus cum duce Alberto contra eum processit) und Mathias v. Neuenburg Chron., ed. Hofm. [c. 33], SS. nov. s. 4, 51 z. 17/8, 52 z. 1 [334 z. 15/7] (rex non expectato peditum exercitu suo cum equitibus suis celeriter sequebatur). Nach Ottok. Rchr. v. 72340–52 hätte dieser zuzug etwa 10000 mann betragen und in drei tagen eintreffen sollen. Auch die Gesta Boemundi SS. 24, 476 z. 19/21 erwähnen, daß mehrere tausend mann unterwegs gewesen seien; nach dieser quelle muß Adolf aber doch solche verstärkungen noch abgewartet haben: rege suorum amicorum adventum exspectante ... multa milia hominum ad eius subsidium venire festinabant. Daß städte dem könig bis an dessen ende gedient haben, sagt übrigens auch Ott. Rchr. v. 72837–39.

Kommentar

Vgl. RI. VI 2 n. 999. 1001.

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,2 n. 997, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1298-00-00_3_0_6_2_0_1011_997
(Abgerufen am 21.10.2018).