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RI VI Rudolf I. - Heinrich VII. (1273-1313) - RI VI,2

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verleiht dem landgrafen Heinrich von Hessen (principi nostro et imperii) für dessen vielfache verdienste um ihn und um das reich die dem reiche gehörige burg Boineburg sowie die von Heinrich als eigengut bezeichnete und in Adolfs hände aufgetragene stadt Eschwege samt zubehör als ein immerwährendes erbliches reichslehen zwecks fürstlicher stellung (in feodum nomine principatus), sodaß der landgraf und dessen erben auf grund eben dieses besitzes als fürsten gelten und im glanze des fürstentums stimmrechte, ehren und privilegien dieses standes genießen sollen. [Dat. et actum ap. F., V id. maii, 1292, ind. 5, r. 1].

Überlieferung/Literatur

Or. (geschrieben von M; [königs]siegel an roten seidenf.) im staatsarch. Marburg [samtarch., lade 9 n. 1] (A). Kop. s. XIV ebd. (B). – Wettermann Wetteravia ill. CD. 241. Estor Specim. 1 iuris publ. Hass. 31; Orig. iuris publ. Hass. 127. Ayrmann Einl. z. hess. Historie 250. Duysing Verz. hess. Urk. 1 (1796) 256 n. 857 (reg.). Ficker Reichsfürstenst. 1, 113 (ausz.). Höhlbaum, Mitt. d. Oberhess. Geschichtsver. NF. 4, 53 n. 6 (aus A) = MG. C. 3, 464 n. 476 = Zeumer Quellensamml.2 149 n. 115 A. Grotefend Reg. d. Landgr. v. Hessen 115 n. 317 (reg.). Huyskens Klöster a. d. Werra 16 n. 24 (reg.). Lüdicke, Mitt. d. preuß. Archivverw. 16, n. 1015 (zit.). Schenk zu Schweinsberg, Quartalbl. d. hist. Ver. f. Hessen NF. 1, 134 (deutsche übers.). Vgl. Wig. Gerstenberg Landeschron. ed. Diemar 229. Schriftprobe: Neue Beitr., taf. Ib.

Kommentar

Hiezu gaben am vortage (vgl. oben, VI 2 n. 13) ihre willebriefe (utilitatem imperii ex hoc facere cupientes): 1. Gerhard erzb. von Mainz (Or. [geschr. von M; siegel an seidenf.] Marburg, samtarch. [lade 13 n. 4]. Höhlbaum 50 n. 1 [ganz] = MG. C. 3, 465 n. 4771 = Zeumer Quellens.2 149 n. 115 B. Vogt Reg. Erzb. Mainz 1, n. 261; Grotefend Reg. Hess. n. 311; Huyskens 16 n. 241. Schriftprobe: N. Beitr. taf. Ic), 2. Boemund erzb. v. Trier (Kopiar I 1 f. 3' [s. XIV] Marburg. Grotef. n. 312; Huysk. n. 246), 3. Ludwig pfalzgraf am Rhein (Or. [geschr. von M; siegel an seidenf.] Marburg, samtarch. [lade 13 n. 1]. Höhlb. 51 n. 2. MG. C. 3, n. 4772. Grotef. n. 316; Huysk. n. 245), 4. Otto mit dem Pfeile markgraf von Brandenburg (Or. [geschr. von unbekannter hd.; siegel an seidenf.] Marburg, samtarch. [lade 13 n. 2]. Höhlb. 51 n. 3. MG. C. 3, n. 4773. Grotef n. 313; Huysk. n. 242; Krabbo Reg. d. Markgr. v. Brandenb. n. 1542), 5. Otto der Lange markgraf von Brandenburg (Or. [geschr. von K 1; siegel vorhanden, seidenf. fehlen] Marburg, samtarch. [lade 13 n. 5]. Höhlb. 51 n. 4 [ganz] = MG. G. 3, 466 n. 4781. Grotef. n. 314; Huysk. n. 243; Krabbo n. 1543), 6. Albrecht herzog von Sachsen (Or. [geschr. von K 1; siegel an grünen seidenf.] Marburg, samtarch. [lade 13 n. 3]. Höhlb. 52 n. 5. MG. C. 3, n. 4782. Grotef. n. 315; Huysk. n. 244), wovon 1 und 3 von der hd. eines mainzer schreibers herrühren, desselben, der die königsurk. schrieb, 5 und 6 aber von der hd. eines aus der kanzlei k. Rudolfs übernommenen notars. Daß das fehlen der willebriefe erzbischof Siegfrieds von Köln und könig Wenzels von Böhmen nicht, wie Höhlbaum und Schwalm aus dem fehlen bestimmter zahlen bei der indorsatnummerierung schließen, auf verlust zurückgeführt werden muß, sondern daß diese willebriefe eben niemals vorhanden waren, hat Grotefend im NA. 33, 225–227 festgestellt, indem er nachwies, daß es sich um nicht gleichzeitige archivnummerierung handelt, die mit einer zählung obiger urkunden nichts gemein hat, sondern sich auch auf andere stücke erstreckt. Otto mit d. Pfeil nennt sich in seinem willebrief auch markgraf von Landsberg; Krabbo Reg. n. 1541 schließt daraus, daß die belehnung der johanneischen markgrafen mit der mark Landsberg „der preis, mit dem Adolf die stimme Ottos mit d. Pfeile bezahlt hat”, gewesen sei. – Vgl. im einzelnen meine Studien III (31–36); auch (II) 29 anm. 83; über das königssiegel: ebd. 297, nachträge zu (IV) 40 z. 20/1. Für die beurteilung der rolle des landgrafen bei der wahl sehr bachtenswert ist die erwähnung von stimmrechten desselben. Heinrich von Hessen ist in der nächsten zeit am hofe Adolfs sowohl bei der königskrönung (s. RI. VI 2 n. 29) als auch bei der belehnung herzog Albrechts von Österreich (vgl. VI 2 n. 135) urkundlich bezeugt.

 

Verbesserungen und Zusätze:

z. 35/42. Die archivnummern stehen mit der anlage eines noch erhaltenen kopialbuches der land-gräflichen kanzlei von etwa 1350 in Zusammenhang; vgl. Knetsch, Archival. Zs. III6 (39), 48. — 46. Über Eschwege vgl. Bruchmann D. Kreis Eschwege (Schriften des Instit. f. gesch. Landesk. von Hessen u. Nassau, hg. von Stengel 9 [1931]).

Nachträge

Nachträge (1)

Nachtrag von Eberhard Holtz, eingereicht am 01.10.2015.

Regest nach StA MArburg Kopiar 1, fol. 7r bei Demandt, Regesten Landgrafen von Hessen 2 n. 3

 

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Empfohlene Zitierweise

RI VI,2 n. 15, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1292-05-11_1_0_6_2_0_15_15
(Abgerufen am 24.11.2020).