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RI V Jüngere Staufer (1198-1272) - RI V,1,2

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Anwesenheit bei resignation des bischofs mit dem cardinallegaten und dem erzbischofe von Cöln. Nach dem tode des bischof Otto von Utrecht am 3 apr. (oder 27 märz) 1249 wurde Goswin von Amstel gewählt, welcher saltem ad annum vel paulo plus regens episcopatum, das bisthum in so grossen verfall brachte, dass die provisores ecclesie ein generale colloquium beriefen, um darüber zu verhandeln. Convenerunt enim ad hanc synodum Wilhelmus Romanorum rex egregius, dominus cardinalis Petrus Caputius et Conradus Coloniensis archiepiscopus; in quorum presentia Gosvinus electus astans honori cessit et oneri ac in manus regis et cardinalis renunciavit episcopatui; dominus autem cardinalis ad postulationem archiepiscopi Coloniensis extunc Heinricum de Vigena cathedrari iussit, cui similiter ipse rex per pastoralem baculum et annulum temporalem iurisdictionem dedit Joh. de Beka. ‒ Nach neuern bischofsverzeichnissen soll Goswin am 4 iuni d. i. resignirt haben. Ich habe vergeblich nach einem belege gesucht; dass der erzbischof am 7 iuni zu Cöln, der könig am 9 zu Achen, der legat am 13 zu Lüttich urkundet, macht die tagesangabe bedenklich. Ist aber die im einzelnen mehrfach ungenaue angabe des Beka wenigstens in der hauptsache richtig, so führen andere haltpunkte annähernd auf dieselbe zeit. Beim legaten Petrus Caputius handelt es sich zweifellos um verwechslung mit Petrus von Albano. Dieser ist vor dem Lütticher Concil in Deutschland nicht nachzuweisen und bemühte sich dort nach nr. 4996a, Heinrich nach Regensburg zu bringen, was schliessen lässt, dass Goswin damals noch nicht resignirt hatte. Dass Heinrich dort schon electus heisst, steht nicht im wege. Denn nach Ann. S. Pantal., vgl. dazu Niederrh. Archiv 7,224, hatte der pabst schon nach dem tode des vorgängers das bisthum an Heinrich verliehen, gegen den dann Goswin gewählt wurde; so erklärt sich, dass Heinrich schon am 4 iuli 1249, nr. 4980, erwählter, einige tage später in nr. 4981 wieder nur domprobst heisst. Da nun nach 9 iuni das itinerar des königs einen aufenthalt zu Utrecht unbedingt ausschliesst, so kann die resignation nur ende mai oder anfang iuni fallen, falls könig und legat wirklich bei derselben anwesend waren.

 

Verbesserungen und Zusätze:

*Der zum bischofe von Utrecht erwählte domprobst Heinrich von Cöln behielt die domprobstei bei; noch 1255 nennt er sich Henr. de Vienna, Traiect. electus maiorque in Colonia prepositus. Crombach De vita S. Ursulae 801.

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Empfohlene Zitierweise

RI V,1,2 n. 5014a, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1250-00-00_1_0_5_1_2_1798_5014a (Abgerufen am 23.09.2014).