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RI V Jüngere Staufer (1198-1272) - RI V,1,1

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verleiht und bestätigt in einer umfassenden und sehr merkwürdigen urkunde dem Deutschordensmeister Hermann dessen nachfolgern und dem Deutschorden das land Culm, zu dessen abtretung an den orden unter der bedingung der eroberung Preussens sich der herzog Conrad von Masovien und Cujavien erboten hat, sammt allem land was sie in Preussen einnehmen werden, und giebt ihnen darüber nach anführung einzelner rechte und befugnisse so viel gerichtsbarkeit und herrlichkeit als irgend ein reichsfürst in seinem lande hat. Mit goldbulle. Z.: die erzbb. v. Magdeburg Ravenna Tyrus Palermo u. Reggio, die bisch. v. Bologna Mantua Turin Rimini u. Cesena, die herz. v. Sachsen u. Spoleto, die gr. Heinr. v. Schwarzburg, Günth. v. Kevernburg, Wernh. v. Kiburg, Alb. v. Habsburg, Ludw. u. Herm. v. Froburg u. Thom. v. Acerra, Rich. marsch. u. Rich. cämm. des kaiserl. hofes, Alb. v. Arnstein, Gotfr. v. Hohenloch. Lünig Reichsarchiv 16,5. Schurzfleisch Hist. Ensif. 27. Dreger Cod. Pom. 1,117. Dogiel Cod. Pol. 4,3. Hennes Cod. ord. Teut. 75. Huillard 2,549. M. Germ. 19,538. Zeitschr. für preussische Gesch. 1869 s. 629 ex or. ‒ [Nach den zahlreicheren zeugen wahrscheinlich später als nr. 1597. Dieselben mögen dem kaiser bis Rimini als der ietzigen gränzstadt des kaiserreichs entgegengekommen sein; doch könnte nach massgabe anderer fälle die urk. auch erst zu Ravenna ausgefertigt und dort die zeugenreihe gemehrt sein.]

 

Verbesserungen und Zusätze:

betr. das ="spaced">Culmerland. Orig. a) in Königsberg. Facs. Philippi Reichskanzlei (Taf. 2). — b) im Reichsarchive zu Warschau (die goldbulle fehlt jetzt). Philippi Preuss. Urkb. 1,41, wo dies exemplar als fälschung bezeichnet wird. — Dem letzteren fehlen in der zeugenreihe der markgraf von Montferrat und Salinguerra von Ferrara; aber es hat mit dem in Königsberg den ebenfalls nicht passenden erzbischof von Palermo und den um 2 zu niedrigen annus regni Sic. gemeinsam. Perlbach Preuss. Studien 1,51 schliesst daraus auf ein concept von 1224, nach dem 1226 das königsberger exemplar, dann, als man auf die unzulässigkeit von Montferrat und Salinguerra aufmerksam wurde, das warschauer gefertigt wurde, wobei aber doch wieder das unzutreffende in der angabe des erzbischofs und des regierungsiahrs übersehen worden sei. Vgl. dagegen Lohmeyer in Mitth. d. österr. Inst. Ergänzgsbd. 2, 405 und über sonstige anstösse in der zeugenreihe Winkelmann Friedr. II (1889) 1,283 a. 6.

Verbesserungen und Zusätze (1983):

Von unbekanntem Verfasser. Zur Arenga L. Arbusow, in: Deutsches Archiv 8 (1951), 121. Beide Ausfertigungen mit Varianten in Strafformel und Zeugenlisten von verschiedenen kanzleifremden Händen geschrieben. 2 Orr. in Berlin (West), Geheimes Staatsarchiv preußischer Kulturbesitz (Deutschordensarchiv) Ausfert W (1525--1940 in Warschau, Hauptarchiv) in Schbl. 109 Nr. 2, Goldbulle ab; Ausfert. K (vor 1945 in Königsberg, StA.) mit Goldbulle in Schbl. 20 A. Beschreibung: Philippi 80 (nur K) -- Weise s.u. S. 23. Grumblat, Über einige Urk. Friedrichs II. für den Deutschen Orden, in: MIÖG. 29 (1908), 393 ff. erklärt beide Exemplare für „Neuausfertigungen einer zu Rimini im März 1226 ausgestellten Urkunde", von denen W zwischen Juli und September 1234, K als Neuausfert. von W nach November 1236 und vor März 1239 hergestellt sein soll und beide Texte in Italien geschrieben. Nach den äußerlichen Merkmalen zu schließen beide Ausfert. im vierten Jahrzehnt des 13. Jhs. entstanden, genauere Entstehungszeit kann aber nicht genannt werden. Zu K s. Zinsmaier, Reichskanzlei 147 f. Druck: W. Hubatsch, Quellen zur Geschichte des Deutschen Ordens (= Quellensammlung zur Kulturgeschichte hrsg. von W. Treue, Bd. 5). 1954. S. 46 Nr. 5 mit deutscher Übers. -- E. Weise, Interpretation der Goldenen Bulle von Rimini (März 1226) nach dem kanonischen Recht, in: Acht Jahrhunderte deutscher Orden in Einzeldarstellungen (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens. Bd. 1). 1967. S. 25--27 mit Verzeichnis der Drucke und der Lit. (bester Abdruck nach beiden Ausfert.). Regest: Hohenlohisches UB. 1,45 Nr. 63 -- Steinacker, Reg. Habsburgica Nr. 124 -- Joachim-Hubatsch 2 Nr. 32 -- Solothurner UB. 1,185 Nr. 332. Zum Inhalt: J. Matison, Zum politischen Aspekt der Goldenen Bulle von Rimini, in: Acht Jahrhunderte Deutscher Orden. S. 49--55. -- U. Arnold, Der Deutsche Orden und die Goldbulle von Rimini 1226, in: Preußenland 14 (1976), 44--48. -- W. Hubatsch, Zur Echtheitsfrage der Goldbulle von Rimini Kaiser Friedrichs II. für den Deutschen Orden 1226, in: Von Akkon bis Wien. Studien zur Deutschordensgeschichte vom 13. bis zum 20. Jahrhundert, hrsg. von U. Arnold (Marburg 1978), 1--5. Deutsche Übers.: Weinrich 404 Nr. 104.

Zeugen:
die erzbb. v. Magdeburg Ravenna Tyrus Palermo u. Reggio, die bisch. v. Bologna Mantua Turin Rimini u. Cesena, die herz. v. Sachsen u. Spoleto, die gr. Heinr. v. Schwarzburg, Günth. v. Kevernburg, Wernh. v. Kiburg, Alb. v. Habsburg, Ludw. u. Herm. v. Froburg u. Thom. v. Acerra, Rich. marsch. u. Rich. cämm. des kaiserl. hofes, Alb. v. Arnstein, Gotfr. v. Hohenloch.
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Empfohlene Zitierweise

RI V,1,1 n. 1598, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1226-03-00_2_0_5_1_1_2315_1598
(Abgerufen am 16.10.2018).