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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,5

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Cölestin III. schreibt dem Klerus im Orient (universo clero Orientalis ecclesie) aufgrund der an ihn gelangten Berichte, wonach sich bei kirchlichen Wahlen die verwerfliche Gewohnheit eingeschlichen habe, daß der Konvent, dem die Wahl zusteht, zwei Kandidaten nominiert und der Patriarch (von Jerusalem) oder die Fürsten (patriarche ac principis) sich dann für einen der beiden entscheiden oder beide zurückweisen; da dies der Freiheit der kirchlichen Wahl zuwiderlaufe, befiehlt der Papst, diese Gewohnheit abzustellen und die kanonische Wahl in allen Konventualkirchen durchzuführen und zwar in der Form, daß die Wähler zusammentreten und unter Anrufung des hl. Geistes einen Kandidaten einstimmig oder mit der Mehrheit der Wähler wählen und diesem, sofern der Gewählte geeignet und die Wahl nicht simonistisch erfolgt ist, die Leitung der Gemeinschaft übertragen; der Papst gestattet, die Zustimmung des Königs oder des Patriarchen einzuholen, ohne daß dadurch das geschilderte Wahlverfahren eine Einschränkung erfährt.

Originaldatierung:
Dat. Rome apud sanctum Petrum eodem anno ( = 1).
Incipit:
Cum terraque que funiculus hereditatis

Überlieferung/Literatur

Drucke: Comp. 2 lib. 1 tit. 3 c. 6 (ed. Friedberg S. 67); Decr. Greg. lib. 1 tit. 6 c. 14 (ed. Friedberg Sp. 54); Holtzmann, Collectio Seguntina S. 430 Nr. 38 (nur Druck der Arenga, zu 1191 April 15–Oktober 25); Hiestand, PUU für Kirchen im Heiligen Lande S. 348-350 Nr. 171 (zu 1191 April 15–Oktober 25 oder 1191–1196).

Reg.: JL 17656 (J 10718) (zu 1191–1198); Migne, PL 206 Sp. 1253 Nr. 43.

Kommentar

Zur weiteren Überlieferung dieser Dekretale vgl. Hampe, Reise nach England S. 694, Heckel, Dekretalensammlungen S. 180, Holtzmann, Dekretalen Gregors VIII. S. 118 Nr. 16, Holtzmann, Sammlung Tanner S. 121, Holtzmann, Collectio Seguntina S. 430 Nr. 38 sowie Cheney/Cheney, Studies S. 176 und S. 285. Sie ist in der Sammlung Walther Holtzmanns als WH 319 (KI 353) verzeichnet. Erwähnt wird sie auch in der Chronica minor auctore Minorita Erphordiensi, ed. Holder-Egger S. 644. – Das Datum ergibt sich aus der Nennung des Ausstellungsorts St. Peter und des ersten Pontifikatsjahrs in der chronologisch angeordneten Collectio Seguntina, wo dieses Stück zwischen Reg. 182 und Reg. 184 steht, vgl. Holtzmann, Collectio Seguntina S. 415f., wobei das von Holtzmann erschlossene Datum 1191 (April 15–Oktober 25) durch die von ihm unberücksichtigten Reg. 13 und Reg. 14 von 1191 April 25 mit dem Ausstellungsort Lateran und Reg. 196 von 1191 Oktober 31, ausgestellt bei St. Peter, genauer auf das oben genannte Datum eingegrenzt werden kann, womit das von Hiestand aus inhaltlichen Gründen auch erwogene Datum 1196 ausscheidet. Zur Sache vgl. Landau, Ius patronatus S. 192, Edbury/Rowe, William of Tyre S. 1-25, Kedar, Patriarch Eraclius S. 188, Eck, Beirut und Sidon S. 143 Anm. 268 und S. 229, Kirstein, Patriarchen S. 335f., Edbury, Celestine III and the Crusade S. 140f. sowie Peltzer, Canon Law S. 33.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,5 n. 194, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ef64d3da-89d1-4a55-89fd-0ee2c6aa99f3
(Abgerufen am 26.09.2018).