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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,5

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Der zum Papst gewählte Kardinaldiakon Iacinthus von S. Maria in Cosmedin erhält die Priesterweihe.

Überlieferung/Literatur

Reg.: JL 2 S. 578.

Kommentar

Da der Termin der Wahl des neuen Papsts nicht genau bestimmt werden kann und sich lediglich auf die Zeitspanne vom 20. März bis zum 11. April eingrenzen läßt, vgl. Reg. 1, kommen als kanonische Termine für die Priesterweihe des Kardinaldiakons Iacinthus nur der Samstag vor Judica, der 30. März, oder Karsamstag, der 13. April, in Frage. Das frühere Datum, für das sich zuletzt Baaken, Wahl S. 207 und S. 211 ausgesprochen hat, wird als Weihetermin in Gerlachs Fortsetzung der Annalen des Vinzenz von Prag (sabbato quo canitur ’Sicientes’ sacerdos factus, Vincentii et Gerlachi Annales, Continuatio Gerlaci abbatis Milovicensis, ed. Wattenbach S. 706, zu 1190) und in den Gesta des sog. Ansbert (sabbato quo dicitur ’Sitientes’ sacerdos est factus, Gesta de expeditione Friderici, ed. Chroust S. 94 = Watterich, Pontificum Romanorum vitae 2 S. 708-709) genannt. Dem stehen jedoch die Aussagen einer Reihe anderer Quellen gegenüber, denen zufolge Kardinal Iacinthus erst am Karsamstag zum Priester ordiniert worden sei. Diesen Tag nennen die Melker Annalen (Celestinus ... in sabbato sancto paschae sacerdos consecratur, Annales Mellicenses, ed. Wattenbach S. 505, zu 1193), die Chronik Wilhelms von Andres in Flandern (Celestinus in vigilia pasche in sacerdotem ordinatus ... est, Willelmi Chronica Andrensis, ed. Heller S. 719) und die Chronik Rogers von Howden (Jacinctus ... in ipsa vigilia Paschae ordinatus in sacerdotem, Roger von Howden, Chronik, ed. Stubbs 3 S. 101). Zur bisweilen geäußerten Vermutung, Cölestin habe seine Weihe und Inthronisation wegen der bevorstehenden Kaiserkrönung Heinrichs VI. absichtlich verzögert, so etwa Mann, Lives 10 S. 390, vgl. den Kommentar zu Reg. 1. Wo die Weihe vollzogen wurde, ob in seiner Kardinalkirche oder in St. Peter, teilt keine Quelle mit. Ebensowenig ist bekannt, wer sie vornahm. Vielleicht ist an Kardinalbischof Oktavian von Ostia und Velletri zu denken, der dem neuen Papst am nächsten Tag die Bischofsweihe erteilte, vgl. hierzu Pfaff, Feststellungen S. 133f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,5 n. 2, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/cc16094e-ce82-469e-a444-6bb04bca4b30
(Abgerufen am 21.10.2018).