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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,5

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Cölestin III. schreibt König K(nut VI.) von Dänemark (C. illustri Danorum regi), daß die Klage des Bischofs Waldemar von Schleswig (Waldemari Slewicesis episcopi) an ihn gelangt sei, wonach Herzog W(aldemar von Jütland), der Bruder des Königs (W. dux frater tuus), Burgen und sonstigen Besitz des Bischofs gewaltsam in seinen Besitz gebracht habe; obwohl Bischof Waldemar sich dem Schutz des Königs unterstellt habe, sei er dennoch vom Herzog gefangengenommen worden; da Kardinalpriester C(inthius) von S. Lorenzo in Lucina (C. tituli sancti Laurentii in Lucina presbiter cardinalis) sich vergebens für die Befreiung des Bischofs eingesetzt habe, befiehlt der Papst, dafür zu sorgen, daß der Bischof umgehend frei gelassen werde, seine Besitzungen restituiert werden und er künftig keine Belästigung zu erleiden habe, widrigenfalls der Papst sich gezwungen sehe, seines Amtes zu walten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen; er habe deshalb Erzbischof A(bsalom) von Lund, zugleich päpstlichem Legaten (A. Lundensi archiepiscopo apostolice sedis legato), befohlen, das Interdikt über das ganze Reich zu verhängen, bis die Befehle des Papstes ausgeführt sind; der Papst verweist auf seine mit dieser Angelegenheit beauftragten Delegaten, an die der König sich gegebenenfalls wenden möge.

Incipit:
Quanto magnitudinem tuam sinceriori affectu

Überlieferung/Literatur

Überl.: Kopie 13. Jh., Kopenhagen, Det Kongelige Bibliotek, Gamle kongelige Samling 4° 1571 fol. 131-131' (ohne Datum).

Drucke: Hasse, Schleswig-Holstein-Lauenburgische Regesten und Urkunden 1 S. 95-96 Nr. 184 (zu 1193); Migne, PL 206 Sp. 1026 Nr. 148 (Auszug nach dem Reg. im Archiv für ältere deutsche Geschichtskunde 7/1839); Diplomatarium danicum 1,3,1 S. 282-284 Nr. 177.

Reg.: JL 16938 β und JL 16790 (J 10452) (zu 1191); Archiv für ältere deutsche Geschichtskunde 7/1839 S. 884; Erslev/Christensen/Hude, Repertorium Diplomaticum Regni Danici Mediaevalis 1 S. 392 (udat.) Nr. 57 (zu 1193?); Regesta diplomatica historiae Danicae 1,1 (1889) S.28 Nr.*99 (zu 1193?).

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Brackmann, PUU des Nordens S. 103 = Acta Rom. pont. 9 S. 71. – Die Datierung geht von der Vermutung aus, daß dieses Mandat gleichzeitig mit Reg. 621 ergangen ist, vgl. dort den Kommentar. Das erwähnte Mandat an Erzbischof Absalom von Lund ist das wahrscheinlich gleichzeitig ausgestellte Schreiben Reg. 619. Zur Legation des Kardinalpriesters Cinthius von S. Lorenzo in Lucina vgl. Friedländer, Legaten S. 139, Seegrün, Legaten S. 217f. und Weiß, Legaten S. 308. Wer die genannten päpstlichen Delegaten waren, die am Ende des Schreibens erwähnt werden, ist unklar, vgl. Reg. 616. Sicher sind es nicht die in Reg. 619 als untätig getadelten Bischöfe Homer von Ribe, Peter von Roskilde und Asher von Viborg. Vgl. hierzu auch das Schreiben des Königs Knut an Papst Cölestin (Diplomatarium danicum 1,3,2 S. 535-536) sowie das Schreiben Innocenz’ III. von 1203 Dezember 5 (Potthast 2034, Register Innocenz’ III. 6 S. 294-299). Zur Sache vgl. Godt, Bischof Waldemar von Schleswig S. 137-186, Olrik, Absalon 2 S. 87-91 und Nielsen, Celestine III and the North S. 160-163.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,5 n. 620, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b4edbe7c-70da-42c0-8af3-59fcbcf06bc9
(Abgerufen am 25.09.2018).