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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,4

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Clemens III. stirbt und wird im Lateran beigesetzt.

Überlieferung/Literatur

Reg.: JL 2 S. 576 (zu 1191 März) (J S. 886).

Kommentar

Das genaue Todesdatum Clemens' III. ist unbekannt. Als Todestag nennen die Quellen mehrere Termine im März und April 1191. Fest steht, daß er zwischen dem 20. März, dem Ausstellungsdatum der letzten sicher zu datierenden Urk. des Papstes (Reg. 1048), und dem 12. April 1191, dem Ausstellungsdatum einer Urk. König Heinrichs VI., in der schon sein Nachfolger Cölestin III. namentlich genannt wird (Böhmer-Baaken, Regesten Heinrichs VI. Nr. 145, MGH Const. 1 S. 477-478 Nr. 334), gestorben ist. Diese urkundliche Bestätigung des Sicherheitseides, den der König anläßlich seiner bevorstehenden Kaiserkrönung geleistet hatte, wurde am Lago di Bracciano, etwa 40 km von Rom entfernt, ausgestellt, vgl. Csendes, Heinrich VI. S. 91. Angesichts der Entfernung und der wohl unbezweifelbaren Vermutung, daß zwischen Heinrich VI. und dem neuen Papst Gespräche über die Krönung durch eine, vielleicht auch mehrere Gesandtschaften stattgefunden haben, hat die Annahme eines Todesdatums einige Tage vor dem 12. April eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für sich. Der in der Cronica S. Petri Erfordensis moderna, ed. Holder-Egger S. 196, genannte Karfreitag (12. April) (Obiit quoque in passione Domini Clemens papa III) scheidet als Todesdatum also gewiß aus, ebenso wie der 17. April, den Rigord in seiner Lebensbeschreibung des französischen Königs Philipp II. August angibt (Ex Rigordi Gestis Philippi II. Augusti, ed. Molinier S. 292: 15 kalendas maii obiit Clemens papa), völlig ausgeschlossen ist. Einen früheren Todestag nennen nach Roger von Howden, Chronik, ed. Stubbs 3 S. 101, die Gesta regis Henrici secundi, ed. Stubbs 2 S. 161 und S. 206, die zweimal mit Bestimmtheit Mittwoch, den 10. April 1191, als Clemens' Sterbetag anführen: Mense aprilis 4 idus eiusdem mensis feria quarta Clemens papa tercius obiit, und: Interim eodem anno, quarta feria ante coenam Domini, scilicet quarto Idus aprilis, eodem die quo rex Anglie recessit cum navigio suo a civitate Messana versus terram Ierusalem, dominus papa Clemens tercius obiit. Noch weiter an den Anfang des Aprils führen die Annales sanctae Trinitatis, ed. Pertz S. 5 (als Annales Veronenses, ed. Cipolla S. 44), nach denen Clemens am 4. April starb: Clemens apostolicus hobiit 2 nonas aprilis. Den 2. April bietet schließlich die schottische Chronik von Melrose (Chronica Mailros, ed. Stevenson S. 99, The Chronicle of Melrose, ed. Anderson/Anderson S. 48: 4 nonas aprilis obiit Clemens IIII [sic] papa), und nur global auf den April weisen die Annales Placentini Guelfi, ed. Pertz S. 418, wo es zu 1191 heißt: Indictione nona mense aprilis obiit papa Clemens. Daß Clemens III. schon im März gestorben sei, sagt Richard von S. Germano (Ryccardi de sancto Germano Chronica, ed. Garufi S. 10, ed. Pertz S. 325: Clemens papa Rome obiit mense martii), und in den Annales Casinenses, ed. Pertz S. 314, wird ebenfalls der März als Todesmonat genannt: Clemens papa moritur Romae mense martii. In den Regensburger Annalen (Annales Ratisponenses, ed. Wattenbach S. 590 = Watterich, Pontificum Romanorum vitae, 2 S. 707) wird Clemens' Tod auf den 20. März datiert: Anno Domini 1191, 13 Kal. Aprilis Clemens papa hominem deposuit. In den gleichen Zeitraum deutet die Chronik des Magnus von Reichersberg (Magni presbiteri Chronicon, ed. Wattenbach S. 518), der den Tod des Papstes vor den Sonntag Lätare (quadragesima media) setzt, der im Jahr 1191 auf den 24. März fiel (Defuncto etiam Romae Clemente papa circa mediam quadragesimam). Den 25. März nennt Guillelminus Schiavina in den Annales Alexandrini, ed. Ponziglione S. 70 (8 kal. aprilis Clemens pontifex maximus ex humanis rebus excessit), und den 26. März die Fortsetzung der Chronik Sigeberts von Gembloux (Sigebert von Gembloux, Chronica, Continuatio Aquicinctina, ed. Bethmann S. 426: (Clemens III papa 7 kal. aprilis obiit). Zum 28. März setzt ein Nekrolog aus Montecassino den Tod des Papstes (Inguanez, Necrologi Cassinesi 1 S. 285 zu 5 kal. apr.: obiit venerande memorie Clemens papa tertius), und ein in Rom entstandenes Sakramentar verzeichnet seinen Tod in einem Kalender zum 29. März (Van Dijk, Ordinal S. 11: obiit Clemens papa tertius). Die in den erzählenden Quellen genannten Sedenzzeiten können trotz ihrer oft scheinbar präzisen Zahlenangaben kaum für die Berechnung von Wahl und Tod herangezogen werden. Dennoch fällt auf, daß jene Angaben, die einigermaßen Vertrauen beanspruchen können, ebenfalls auf Ende März deuten. Mit einer Sedenzzeit von 3 Jahren und 3 Monaten kommt das Chronicon pontificum et imperatorum ex codice Florentino, ed. Waitz S. 839, die Chronica pontificum et imperatorum Mantuana, ed. Waitz S. 215, und die Cronica pontificum et imperatorum S. Bartholomaei in Insula Romani, ed. Holder-Egger S. 219, auf den 19. oder 20. März, je nachdem, ob man ab dem Tag der Wahl oder der Thronsetzung rechnet. Die Angabe von 3 Jahren, 3 Monaten und 6 Tagen im Catalogus pontificum et imperatorum Romanorum Tiburtinus, ed. Waitz S. 358, und im Chronicon pontificum et imperatorum Basileense, ed. Holder-Egger S. 148, führt auf den 25. bzw. 26. März 1191. Zwei Tage mehr nennen die Continuatio Romana der Chronica quae dicitur Hugonis de Sancto Victore, ed. Waitz S. 99, und die Chronica universalis Mettensis, ed. Waitz S. 519, die damit auf den 27. oder 28. März kommen. Auf Anfang April weist mit dem 4. oder 5. April die Angabe bei Martin von Troppau, Chronicon, ed. Weiland S. 437 (annis 3, mensibus 3, diebus 16), und könnte so den Termin der Annales sanctae Trinitatis stützen. Die Forschung hat sich angesichts dieser höchst widersprüchlichen Daten auf keinen eindeutigen Termin einigen können. Nur ganz vereinzelt finden sich Stimmen, die den Gesta regis Henrici secundi folgen und sich für den 10. April als Todesdatum Clemens' III. aussprechen, wie dies zuletzt Pfaff, Clemens III., S. 278f. tat, der damit seine bereits früher (Pfaff, Feststellungen S. 132-134) geäußerte Vermutung wiederholte. Den von den Regensburger Annalen genannten 20. März als Extremdatum auf der anderen Seite wollten wie schon Watterich, Pontificum Romanorum vitae, 2 S. 708 Anm. 6, Landon, Itinerary S. 193-195 (Appendix D: Date of the Death of Clement III) auch Baaken, Wahl S. 207 und ihr folgend Csendes, Heinrich VI. S. 91 als Todestag Clemens' III. bestimmen. Während Geyer, Klemens III., S. 66f. (Beilage 4) den genauen Termin offenließ und den Tod des Papstes lediglich in den Zeitraum vom 24. bis 29. März setzte und Petersohn im Dizionario biografico degli Italiani 23 S. 191 sowie Maleczek im LexMA 2 Sp. 2140 sich wie schon Leineweber, Cölestin III. S. 37 unter Verweis auf den Nekrolog aus Montecassino für den 28. März aussprachen, glaubte Houben, Philipp von Heinsberg S. 70f., dem römischen Kalender folgen zu können, und hielt den 29. März für Clemens' III. Todestag. – Wann die Beisetzung Clemens' erfolgt ist, lässt sich angesichts des unbestimmten Todestags ebensowenig sagen. Sein Grab fand er vor dem Kanonikerchor im Lateran (Johannes diaconus Romanus, De ecclesia Romana Lateranensi Sp. 1553 = Descriptio Lateranensis ecclesiae, ed. Valentini/Zucchetti S. 351: Clemens III papa iacet ante chorum canonicorum) in einem heute verlorenen antiken Sarkophag (pilo marmoreo ... cum imaginibus ... in media basilica ... pone [sic] chorum canonicorum versus aulam concilii), vgl. dazu Claussen, Kirchen Rom S. 218. Zur Sache vgl. Mann, Lives 10 S. 370, Mann, Tombs and Portraits S. 30 und S. 33., Vielliard, Tombeaux, S. 203, Montini, Tombe S. 208 Nr. 175, Herklotz, Sepulcra, S. 104 und Borgolte, Petrusnachfolge, S. 178.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,4 n. 1336, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/e376b76e-7684-43f8-891f-e3767cceb7f7
(Abgerufen am 07.06.2020).