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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,3

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Urban III. schreibt dem Abt von St-Amand-les-Eaux (D. Tournai) und Abt (Arnold) von Vicoigne (D. Arras) (sancti Amandi et Viconiensi abbatibus) aufgrund der Klage des Abts (Lambert) und der Brüder von St-Ghislain (abbate et fratribus sancti Ghisleni) (D. Cambrai), wonach diese einen Hof in der Diözese Soissons (curtem quamdam in Suessionensi diocesi) besitzen, der ihnen von Karl dem Großen (Caroli magni) übertragen und von Urban (II.), Gelasius (II.) und Alexander (III.) bestätigt worden sei und dessen Zehntfreiheit der damalige Bischof Ioslanus von Soissons (Ioslani Suessionensis quondam episcopi) urkundlich bekräftigt habe, von dem aber Priester (I.) von Pinon (presbiter de Pinon) mittels unter Verschweigen der Wahrheit vom Papst impetrierter Schreiben Zehnte fordere; der Papst befiehlt, sofern dies der Wahrheit entspricht, den Priester unter Ausschluß der Appellation und unter Nichtbeachtung eventueller vom Apostolischen Stuhl in dieser Angelegenheit impetrierter Schreiben von seinen Zehntforderungen abzuhalten.

Originaldatierung:
Dat. Verone 4 kal. feb.
Incipit:
Conquerentibus dilectis filiis nostris abbate

Überlieferung/Literatur

Kopie 17. Jh., Paris, Bibl. nat., Ms. lat. 12674 fol. 204' (Monasticon Benedictinum 17).

Drucke: Nelis, Études S. 267-268 Nr. 3; Ramackers, PUU Niederlande S. 436 Nr. 286 (zu [1186-1187] Januar 29).

Reg.: JL 15780 (zu [1186-1187] Januar 29).

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Ramackers, PUU Niederlande S. 24. – Das Ausstellungsjahr 1187 ergibt sich aus Reg. 141, das eindeutig vor diesem Stück ergangen und deshalb zu 1186 Mai 7 zu stellen ist. – Mit der Beilegung des Streits um die Zehnten der curtis de Alemannis, die sicherlich mit dem hier genannten Hof identisch ist, hatte Lucius III. 1182 Februar 15 die Äbte Clarembaldus von Hautmont (D. Cambrai) und Gerhard von Aulne-sur-Sambre (D. Lüttich) (Böhmer-Baaken-Schmidt, Papstregesten Lucius' III. 1 , Nr. 139) und 1184 März 23 Bischof Everard von Tournai und Abt Daniel von Cambron (D. Cambrai) (Böhmer-Baaken-Schmidt I, Nr. 1016) beauftragt. Diese Delegationen Lucius' III. blieben offenbar ergebnislos, denn Urban III. mußte 1186 Mai 7 Domkantor Thomas und Domscholaster Magister Fulko von Reims mit der Untersuchung des Streits beauftragen (Reg. 141). Aber auch deren Urteil konnte aus unbekannten Gründen den Streit nicht endgültig beilegen, so daß es erneut zu dieser Delegation kam. – Das genannte erschlichene Schreiben Urbans III. zugunsten des Priesters I. ist verloren, vgl. Reg. 504. – Eine Urk. Karls des Großen für St-Ghislain ist unbekannt. Zu den in diesem Zusammenhang entstandenen Fälschungen der Urkk. Urbans II. von 1095 November 29 (JL † 5593, Reiffenberg, Monuments Namur 8 S. 334-335), Gelasius' II. von 1118 April 9 (JL † 6639, Reiffenberg S. 339-341) und von 1118 April 12 (JL † 6641, Reiffenberg S. 341-343) vgl. Nelis, Études S. 73-107 und S. 227-274 sowie Ramackers, PUU Niederlande S. 23f. Unverdächtig scheint die Urk. Alexanders III. von 1176 Dezember 31 (JL 12747, Reiffenberg S. 385-387 [zu 1177]) zu sein.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,3 n. 505, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ff21787c-e238-42ba-9d8b-c2c15f6ddc55
(Abgerufen am 20.09.2019).