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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,3

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Urban III. entbindet die Suffragane und das ganze Erzbistum Trier (suffraganeos et totum archiepiscopatum) im geistlichen wie im weltlichen Bereich vom Gehorsam gegenüber Erzbischof Folmar (Fulmari archiepiscopi) und Dompropst R(udolf) (R. prepositi).

Überlieferung/Literatur

Dep., erwähnt in der Urk. Clemens' III. von 1189 Juni 26 (JL 16423, GP X S. 166-167 Nr. 36, Beyer/Eltester/Goerz, Mittelrheinisches UB 2 S. 130-131 Nr. 94).

Reg.: GP X S. 145-146 Nr. *351 (zu 1187 ca. Mai-August).

Kommentar

Der Urk. Clemens' III. zufolge war dies ein Verhandlungsergebnis zwischen Urban III. und den namentlich nicht genannten kaiserlichen Gesandten (inter ipsum [Urban] et imperiales nuntios condictum fuerat et statutum). In den Annales Magdeburgenses, ed. Pertz S. 195 (= Watterich, Pontificum Romanorum vitae, 2 S. 685) wird von der Gesandtschaft der Bischöfe Gottfried von Würzburg, Otto von Bamberg und des Abts Siegfried von Hersfeld (Erzd. Mainz) berichtet, die wohl im März/April 1187 nach Verona aufbrach: Imperator pro pace formanda inter Urbanum papam et imperium legatos Wirziburgensem episcopum et Babenbergensem et abbatem Hersveldensem Veronam misit. Qui bene properati, pace in formam acta, legationem imperatori retulerunt in Lutra ..., vgl. GP III S. 279 Nr. *97 (zu 1187 April-August) und Nadig, Gregors Pontifikat S. 19 und Böhmer-Opll, Regesten Friedrichs I. 4 Nr. 3102. Toeche, Heinrich VI. S. 81f., Scheffer-Boichorst, Friedrich' I. letzter Streit S. 141, S. 145f. und S. 176-178 Beilage II, 13 und ihm folgend Haller, Heinrich VI. und die römische Kirche S. 447f. sowie der Kommentar zum Reg. der GP bringen die Lösung vom Gehorsam mit den Verhandlungserfolgen dieser Gesandtschaft in Verbindung. Indessen ist es kaum vorstellbar, daß dies nach der Anerkennung der Wahl Folmars 1186 Mai 17 (Reg. 159) und der durch Urban III. selbst vollzogenen Weihe 1186 Juni 1 (Reg. 173) geschehen sein soll. Am ehesten wird ein solches Angebot Urbans III. in den Verhandlungen zwischen dem Papst und den Bischöfen Hermann von Münster und Wilhelm von Asti sowie dem kaiserlichen Hofrichter Otto Cendadarius im Frühjahr 1186, vgl. Reg. 154, gemacht worden sein, wie dies schon Martini, Trierer Bischofswahlen S. 82 vermutete. In diese Richtung deutet auch das Schreiben Gregors VIII. an Kaiser Friedrich von 1187 November 29 (Reg. 1394). Demnach seien die Gesandten des Kaisers, Bischof Otto von Bamberg und Abt Siegfried von Hersfeld (Erzd. Mainz) (Gottfried von Würzburg war nicht nach Verona gereist), die an Urban III. entsandt worden waren, bei ihm eingetroffen. Mit ihnen einen Vertrag (tractatum) abzuschließen, der wohl hauptsächlich das Problem der Trierer Wahl betroffen hätte, halte der Papst aber aus verschiedenen Gründen derzeit nicht für ratsam. Ebensowenig kam offenbar schon unter Urban III. eine von päpstlicher und kaiserlicher Seite abgeschlossene förmliche Vereinbarung, wie es die Urk. Clemens' III. nahelegt, zustande, vgl. dazu auch den Kommentar zu GP X S. 145-146 Nr. *351 und zu GP X S. 148 Nr. *359, wo vermutet wird, der unter Urban III. ins Auge gefaßte Vertrag sei nicht vollzogen worden. Die Datierung ergibt sich unter dieser Annahme aus dem Eintreffen der kaiserlichen Gesandten in Verona, die wohl Mitte März 1186 zu ihrer Reise aufbrachen, und der Anerkennung der Wahl Folmars durch Urban III. 1186 Mai 17 (Reg. 159), die das Ende dieses ersten gescheiterten Verhandlungsversuchs markiert.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,3 n. 155, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/fc0254fc-6377-4a56-b4b7-eda926f34b75
(Abgerufen am 23.09.2018).