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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,3

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Gregor VIII. teilt den Erzbischöfen, Bischöfen, Äbten und kirchlichen Prälaten in Deutschland (archiepiscopis, episcopis, abbatibus et prelatis ecclesiarum in Teutonia) mit, daß sein Vorgänger Urban III. am 20. Oktober (1187) (13 kal. nov.) gestorben und beigesetzt worden sei und am folgenden Tag (21. Oktober) die (Kardinal-)Bischöfe, Priester und Diakone zusammengekommen seien, um unter Hintanstellung anderer kirchlicher Belange, insbesondere des in diesen Tagen bekanntgewordenen Unglücks der orientalischen Kirche, wie es Brauch sei, nach der Meßfeier zu Ehren des Heiligen Geistes und der Einholung der Zustimmung der Bürger (Ferraras) (requisite fuissent civium voluntates) zur Wahl des Papstes zu schreiten, die trotz seiner Unzulänglichkeiten einstimmig (placuit omnibus) auf ihn gefallen sei; der Papst ermahnt sie, in der Ergebenheit gegenüber der Kirche zu verbleiben, und ruft sie auf, für die östliche Kirche die Befreiung des Heiligen Landes zu befördern und Kaiser Friedrich (I.) (Fridericum illustrem Romanorum imperatorem semper augustum) sowie die Vornehmen und das Volk des deutschen Reichs (proceres et Teutonici regni populum) zu frommem Dienst zu ermahnen; der Papst fordert sie auf, Subdiakon B. und Prior (Guido) von Pontida (D. Bergamo) (B. subdiaconum nostrum et priorem de Pontid.), die Überbringer dieses Schreibens, als seine Boten wohlwollend aufzunehmen.

Originaldatierung:
Dat. Ferrarie 6 kal. nov. ind. 6.
Incipit:
Inter divine dispensationis arcana que

Überlieferung/Literatur

Kopie 13./14. Jh., Rom, Bibl. Vat., Cod. Vat. lat. 3976 fol. 53'; Kopie 14. Jh., Rom, Bibl. Vat., Cod. Vat. lat. 3975 fol. 50 (Kopie von Cod. Vat. lat. 3976); Kopie 13./14. Jh., Rom, Bibl. Vat., Fondo Arch. S. Pietro C 117 fol. 30'; Kopie 14. Jh., Rom, Arch. Seg. Vat., Arm. XXXI tom. 72 fol. 72' ((alle Kopien unvollständig in der Formelsammlung des Ps.-Marinus von Eboli); inseriert in der Anonymi Zwetlensis Historia Romanorum Pontificum, ed. Pez Sp. 393-394, Migne, PL, 213 Sp. 1039-1040, Watterich, Pontificum Romanorum vitae, 2 S. 685-686).

Drucke: Mansi, Collectio 22 Sp. 531-533 (nach der Historia Zwetlensis); Migne, PL, 202 Sp. 1537-1538 Nr. 1 (nach Mansi).

Reg.: JL 16014 (J 9982); Nadig, Gregors Pontifikat S. 58; Balladore Pallieri/Vismara, Acta pontificia iuris gentium S. 589 Nr. 227; Böhmer-Opll, Regesten Friedrichs I. 4 Nr. 3111.

Kommentar

Zur Überlieferung in der Historia Romanorum Pontificum aus Zwettl vgl. Rost, Historia S. 164. Zur Formelsammlung des Ps.-Marinus von Eboli, die wohl auf die päpstlichen Register zurückgeht, vgl. Schillmann, Formularsammlung S. 55f. und S. 98 Nr. 166 sowie Herde, Beiträge S. 2f. – Zur Wahlanzeige vgl. Gutmann, Wahlanzeigen S. 55-57, und insbesondere zur stilistischen Dimension des Schreibens (Eigendiktat, Schwanken zwischen 1. Person Singular und Plural im Bericht über die Wahl) Egger, Wahldekrete S. 113f. Auffällig ist die Bemerkung über die Zustimmung der Bürger Ferraras (civium voluntates), wobei aber die von Watterich, Pontificum Romanorum vitae, 2 S. 686 Anm. 1 vorgeschlagene Emendation von civium zu cardinalium zu erwägen bleibt. Zu den beiden Gesandten, die mit der Überbringung des päpstlichen Schreibens beauftragt waren, vgl. Friedlaender, Legaten S. 34f. und S. 145 Nr. 28 und Nr. 29, zu Prior Guido von S. Giacomo in Pontida und seinen Beziehungen zu Urban III. und Kaiser Friedrich Barbarossa vgl. Sala, Fondazione S. 22. Vgl. allgemein auch Nadig, Gregors Pontifikat S. 17.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,3 n. 1299, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ef31f81f-cafb-4d6e-9bb2-0f62511ab449
(Abgerufen am 26.11.2020).