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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,3

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Urban III. nimmt Abt Heinrich und die Brüder von Sinsheim (Heinrico abbati de Sunesheim eiusque fratribus) (D. Speyer) auf deren Bitten wie Alexander (III.) in den päpstlichen Schutz, bestätigt den Besitz in Sinsheim (in Sunesheim) mit seinen Zehnten und Zubehör, das Gut in Dürrmenz (bei Mühlacker) (Durmentze) mit seiner Kirche, dem halben Zehnten und allem Zubehör, das Gut in Lienzingen (in Lientzingen) mit seiner Kirche und allem Zubehör und den Hof in Zaisersweiher (in Ceissolfesweilre) mit seiner Kirche, dem halben Zehnten und allem Zubehör, 〈bekräftigt die freie Wahl des Vogts in der Form, daß der Bischof keinen Vogt einsetzt, sondern der Abt einen Vogt wählt und der Bischof dafür, wie vom Klostergründer festgesetzt, nichts fordern darf〉, bestätigt die Freiheiten der Kirche von Sinsheim (ecclesie in Sunesheim) und anderer Kirchen, die sie vom damaligen Bischof Johannes von Speyer (bone memorie Iohannis Spirensis episcopi) innehaben, bestätigt ihre von seinen Vorgängern verliehenen Freiheiten, verbietet, das Kloster ungerechtfertigt zu bedrücken, für Investituren oder die Ordination des Abts Forderungen zu erheben oder das Kloster oder seine Höfe durch Prokurationen zu belasten und zur Vergabe von Gütern als Lehen zu zwingen, erlaubt Gottesdienst bei Interdikt, gewährt die freie Sepultur sowie die Wahl des Abts und untersagt dem Bischof, über das geschuldete Maß hinausgehende Forderungen an das Kloster zu stellen.

Originaldatierung:
Dat. Verone pm. Transmundi SRE. notarii 4 kal. feb. ind. 3 inc. 1185 pont. a. 1.
Incipit:
Religiosam vitam eligentibus apostolicum convenit
Unterschriften:
  • Urbanus catholice ecclesie episcopus
  • Theodinus Portuensis et s. Rufine sedis ep.
  • Henricus Albanensis ep.
  • Theobaldus Hostiensis et Velletrensis ep.
  • Iohannes presb. card. s. Marci
  • Laborans presb. card. s. Marie Transtiberim tit. Calixti
  • Pandulfus presb. card. basilice XII apostolorum
  • (Albinus) presb. card. s. Crucis in Ierusalem
  • Melior presb. card. ss. Iohannis et Pauli
  • Adelardus presb. card. s. Marcelli
  • Ardicio diac. card. s. Theodori
  • Gratianus diac. card. ss. Cosme et Damiani
  • Soffredus diac. card. s. Marie in via lata
  • Rolandus diac. card. s. Marie in Porticu
  • Petrus diac. card. s. Nicolai in carcere Tulliano
  • Radulfus diac. card. s. Georgii ad velum aureum

Überlieferung/Literatur

Kopie 16. Jh., Stuttgart, HStArch., A 601 U 6 (Vidimus des Notars Johannes Lemp von 1572).

Druck: (Wirtembergisches UB 11 S. 456-459 Nr. 5560.

Reg.: JL *15527 (J *9795) (nach der Erwähnung in der Chronik von Sinsheim, ed. Mone S. 208); GP III S. 134-135 Nr. 4.

Kommentar

Die Besitzliste ist mit etc. gekürzt. Die in spitzen Klammern stehenden Textteile betreffend die Wahl des Vogts sind offensichtlich spätere Interpolationen, vgl. dazu die Bemerkungen beim Druck und im Kommentar zum Reg. der GP. Der Passus über die Forderungen des Bischofs erscheint ebenfalls sehr auffällig. Die Indiktion ist um eine Einheit zu niedrig angegeben. Das Privileg ist auch (Wirtembergisches UB 7 p. X verzeichnet, wo es für 'verdächtig' gehalten wird. – Erwähnt wird dieses Privileg mit Angabe des Datums auch in der Chronik von Sinsheim, ed. Mone S. 208. Bei den Unterschriften nennt die Kopie statt Albinus Albertus als Kardinalpriester von S. Croce in Gerusalemme. Die genannte Urk. Alexanders III. ist dessen verlorenes Privileg von 1179 April 6 (JL *13365, GP III S. 134 Nr. *2), das nur aus der Erwähnung in der Chronik von Sinsheim, ed. Mone S. 207 bekannt ist. Die genannte Urk. des Bischofs Johannes von Speyer, zuvor Archidiakon von Sinsheim, von 1100 Januar 6 ist gedruckt bei Remling, UB Speyer 1 S. 69-72 Nr. 70, vgl. dazu Remling, Geschichte Speyer 1 S. 320f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,3 n. †48, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c704cf41-bf7f-4572-9791-8e5d0ee43a8e
(Abgerufen am 25.09.2018).