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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,3

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Urban III. beantwortet die Fragen des Abts (Adam) von Welbeck (Erzd. York) und des Abts von Owston (D. Lincoln) (de Vellebec et Olseston abbatibus), (a) ob die Jurisdiktion delegierter Richter mit dem Tode des Delegierenden erlischt, wenn die Vorladungen an die Parteien bereits vor dessen Tode ergangen sind, die litis contestatio jedoch erst danach stattgefunden hat, und (b), ob eine Appellation zurückzuweisen ist, wenn der Appellierende dennoch weiter am Prozeß teilnimmt, wie dies sich beim Tod seines Vorgängers Lucius (III.), der die Adressaten als Richter delegiert hatte, als Problem gestellt habe; was die erste Anfrage betreffe, so sollen sie mit der Untersuchung dieses Falles fortfahren; im zweiten Fall scheine der Appellant dadurch, daß er weiterhin am Prozeß teilnimmt, seine Appellation zurückzuziehen.

Originaldatierung:
Dat. Verone 6 kal. iul.
Incipit:
Gratum gerimus et acceptum quod

Überlieferung/Literatur

Drucke: Bullarum collectio 3, ed. Cocquelines S. 25 Nr. 9 (ohne Datum); Bullarum collectio 3, ed. Tomassetti S. 45-46 Nr. 9; Comp. 1 lib. 2 tit. 21 c. 23 (ed. Friedberg S. 9, ohne Datum); Decr. Greg. lib. 1 tit. 29 c. 20 (ed. Friedberg Sp. 164, ohne Datum).

Reg.: JL 15751 (J 9888).

Kommentar

Zur Überlieferung dieser Dekretale vgl. Friedberg, Canones-Sammlungen S. 154, Hampe, Reise nach England, S. 400, James, Catalogue Peterhouse S. 241, Seckel, Drei Canones-Sammlungen S. 535f., Singer, Beiträge S. 222, Holtzmann, Sammlung Tanner S. 123 und S. 142, Deeters, Bambergensisgruppe S. 169, Duggan, Twelfthcentury Decretal Collections S. 102f. Anm. 4, Landau, Studien zur Appendix S. 4f. und S. 16f. sowie Cheney/Cheney, Studies S. 118, S. 193 und S. 287. – Das von Friedberg zur Dekretale Lucius' III. Böhmer-Baaken-Schmidt, Papstregesten Lucius' III. 2, Nr. 2206 genannte Datum Dat. Verone 6 kal. iul. gehört in Wirklichkeit zu dieser Dekretale, vgl. Kuttner, Emendationes et notae variae S. 480. Die Identifizierung von Vellebec mit Beaubec bei Friedberg ist unzutreffend, wie auch jene von Olseston mit Old Leiston bei Duggan, Twelfthcentury Decretal Collections S. 102f. Anm. 4. Hinter letzterem verbirgt sich Owston und die Anfrage der beiden Äbte dürfte als Grundlage das verlorene Delegationsmandat Lucius' III. an Abt Adam von Welbeck und den Abt von Owston (Böhmer-Baaken-Schmidt, II, Nr. 2233) gehabt haben, das deshalb in die Spätzeit Lucius' III. datiert werden kann. Vgl. hierzu auch Urbans III. Dekretale Reg. 1187, in der der Papst auf Anfrage des Magisters Martin, dessen Streit mit dem Abt von Crowland (D. Lincoln) das hier behandelte Rechtsproblem aufgeworfen hatte, den Äbten von Rufford und Croxton und dem Prior von Thurgarton (Erzd. York) als neuen Delegaten in diesem Streit den gleichen Bescheid erteilt. Zur Sache vgl. Pavloff, Papal Judge Delegates S. 13 und S. 29f. sowie Figueira, Subdelegation S. 59. Vgl. hierzu auch die Dekretalen Lucius' III. Böhmer-Baaken-Schmidt, II, Nr. 2206 und Nr. 2313, wonach die Rechtskraft eines Delegationsmandats des Vorgängers nicht erlischt, wenn die litis contestatio in Form von Rede und Gegenrede der Parteien schon vor dem Tod des ausstellenden Papstes stattgefunden hat. Die Dekretale ist in der Sammlung Walther Holtzmanns als WH 527 (KI 593) verzeichnet.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,3 n. 855, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c0046fc5-4f66-4b58-a289-cc306bdd66a0
(Abgerufen am 23.10.2018).