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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,3

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Urban III. beauftragt unbekannte Richter (darunter Erzbischof Adalbert von Salzburg?) mit der Klage des Propsts E(kkehard) von Maria Saal (E. prepositus ecclesie sancte Marie de Solio) (Erzd. Salzburg) gegen die Äbtissin und die Nonnen sowie Prior A(dalbert) des Klosters St. Georgen am Längsee (abbatissa et moniales ... et A. prior monasterii sancti Georgii) (Erzd. Salzburg) wegen des Besitzes der Kapelle St. Donat (capella sancti Donati).

Überlieferung/Literatur

Dep., erwähnt im Delegationsmandat Clemens' III. von 1189 September 5 an Erzbischof Albert von Salzburg, Bischof Dietrich von Gurk und Abt Bertold von Ossiach (Erzd. Salzburg) (JL 16434, GP I S. 116 Nr. 9, Jaksch, Monumenta historica ducatus Carinthiae 3, S. 510-511 Nr. 1361).

Reg.: GP I S. 112 Nr. *2 (vgl. dazu aber den Kommentar).

Kommentar

Der Inhalt des Dep. wird im Reg. der GP falsch wiedergegeben, wenn es heißt, daß Urban III. die Kapelle Propst Ekkehard von Maria Saal bestätigt habe (Urbanus ... praeposito concedit capellam). Der Propst konnte allem Anschein nach nur ein Delegationsmandat impetrieren. Aus dem Delegationsmandat Clemens' III. ergibt sich folgender, im einzelnen nicht genau zu erkennender Verlauf des Streits: Propst Ekkehard von Maria Saal konnte in seinem Streit mit der Äbtissin und den Nonnen von St. Georgen am Längsee von Urban eine Kommission impetrieren mit der Behauptung, die Kapelle sei ihm widerrechtlich entzogen worden. Offenbar handelte es sich dabei um ein Delegationsmandat, wobei einer der Delegaten vielleicht Erzbischof Albert von Salzburg war, denn als Adalbert, der Prior der Nonnen, das Verfahren vor dem Erzbischof betrieb, appellierte der Propst an den Papst, worauf offenbar eine Ladung (durch Urban III.? oder schon durch Clemens III.?) an den Apostolischen Stuhl erfolgte. Als die Nonnen ihren Responsalen an die Kurie sandten, hinderte der Propst diesen auf unrechtmäßige Weise an seiner Reise. Schließlich erging auf die Klage der Äbtissin und Nonnen von St. Georgen hin durch Clemens III. das Delegationsmandat an den Erzbischof von Salzburg, den Bischof von Gurk und den Abt von Ossiach. Zur Sache vgl. Obersteiner, Gurk S. 62f. und Murauer, Gerichtsbarkeit S. 44f.

 

Verbesserungen und Zusätze (2014):

Zur Sache vgl. jetzt auch Murauer, Papsttum und Salzburg S. 411, der den Inhalt der Urk. aber falsch wiedergibt.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,3 n. 1061, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/b4e89acd-2c55-4ffd-86b2-a58f9a832248
(Abgerufen am 21.07.2018).