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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,3

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Urban III. schreibt Abt M(anegold) von St. Georgen (im Schwarzwald) in Schwaben (M. abbati sancti Georii in Swevia) (D. Konstanz) wegen dessen mit Unterstützung seines Bruders, des Bischofs (Diepold) von Passau (germanus tuus Pataviensis episcopus), erfolgten rechtswidrigen Eindringens in das Kloster Kremsmünster (monasterium Chremise) (D. Passau) und anderer Gewalttätigkeiten gegen den dortigen Elekten (Rafoldus) und dessen Brüder und teilt ihm mit, daß schon sein Vorgänger Lucius (III.) Abt (Heinrich) von Heiligenkreuz (Sattlbach) (D. Passau), Abt (Markward) von Garsten (D. Passau), Dompropst (Gundacger) von Salzburg und den Propst von Klosterneuburg (D. Passau) (de Cruce sancta et de Gaersten abbatibus Saltzpurgensi et Neunburgensi prepositis) beauftragt habe, gegen die Vergehen des Abts von St. Georgen vorzugehen sowie Bischof (Diepold) bis zum Fest S. Luce (1185 Oktober 18) vor den Papst zu laden und ihn im Weigerungsfalle von seinem Amt zu suspendieren, bis er dem päpstlichen Mandat Folge geleistet habe; da inzwischen eine weitere Klage der Brüder an den Papst gelangt sei, wonach der Abt sich geweigert habe, sich der Untersuchung der delegierten Richter zu stellen, und um weiteren schweren Schaden vom Kloster abzuwenden, befiehlt der Papst, daß der Abt sich bis zum Sonntag Oculi mei semper (1186 März 16) unter Ausschluß jeglicher Entschuldigung den Brüdern gegen-über zu verantworten und sie bis dahin nicht weiter zu belästigen hat.

Originaldatierung:
Dat. Verone id. dec.
Incipit:
Cum super intrusione et incubacione

Überlieferung/Literatur

Kopie 14. Jh., Kremsmünster, Stiftsbibl., Codex Cremifanensis, Cimelium 3 fol. 63'-64 (Liber de origine et ruina monasterii Cremifanensis).

Drucke: Pachmayr, Series abbatum Cremifanensis S. 96 (Auszüge); Hagn, Urkundenbuch Kremsmünster S. 55-56 Nr. 43; UB des Landes ob der Enns 2 S. 397 Nr. 270; Buhlmann, Manegold von Berg /1/ S. 21-22 (deutsche Übersetzung).

Reg.: JL 15482; GP I S. 213 Nr. 3; Buhlmann, Manegold von Berg /2/ S. 11 Q 11 und S. 43 R 13.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Fill, Katalog Kremsmünster S. 42f. – Das genannte Delegationsmandat Lucius' III. ist Böhmer-Baaken-Schmidt, Papstregesten Lucius' III. 2, Nr. 1604. von 1185 April 29. Das Ausstellungsjahr ergibt sich aus dem Verlauf des Streits. – Erwähnt werden diese Ereignisse auch in der Historia Cremifanensis, ed. Waitz S. 633f., in den Bernardi Cremifanensis Historiae, ed. Waitz S. 658 und S. 672, sowie in den Annales Mellicenses, Auctarium Cremifanense, ed. Wattenbach S. 554. Zum Verlauf dieses Streits vgl. die Schreiben Urbans III. Reg. 11, Reg. 12 (wo Abt Isenricus von Admont die Übergabe dieser Urk. befohlen wird) und Reg. 13, alle vom gleichen Tag, sowie das ohne Datum überlieferte Mandat Reg. 1256. Zur Sache vgl. Strasser, Kremsmünster 1 S. 307-310, Hartenschneider, Kremsmünster S. 41f., Pösinger, Kremsmünster S. 103-105, Hageneder, Gerichtsbarkeit S. 33, Boshof, Regesten Passau 1 S. 276-277 Nr. 905 und Zurstrassen, Passauer Bischöfe S. 139. Manegold war seit 1169 Abt von St. Georgen im Schwarzwald (D. Konstanz); zu ihm und zu seiner Familie, den Grafen von Berg, vgl. Eberl, Grafen von Berg S. 38f. sowie Buhlmann, Manegold von Berg /1/, zu seinem Abbatiat in Kremsmünster bes. S. 20-24.

 

Verbesserungen und Zusätze (2014):

Die Texte dieser Urkk. sind im Internet nach den Drucken im UB des Landes ob der Enns 2 verfügbar (http://monasterium.net).

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,3 n. 10, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/ad71385a-4380-40b3-a889-40f4e3ccd4bf
(Abgerufen am 26.09.2018).