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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,1

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Lucius III. gewährt Prior Aimericus und dem Kapitel von Souvigny (Aimerico priori et capitulo Silviniacensis ecclesie) auf deren Bitten, daß in ihren Grangien oder anderen Besitzungen von keinem Erzbischof, Bischof und keiner anderen kirchlichen Person ungewohnte Prokurationen erhoben werden dürfen und daß sie zu keinen höheren Prokurationen als den im (3.) Laterankonzil festgesetzten gezwungen werden können; verbietet, ohne ihre Zustimmung in ihren Pfarreien Kirchen zu errichten sowie über ihre Mönche Interdikt oder Exkommunikation zu verhängen.

Originaldatierung:
Dat. Castri id. iun.
Incipit:
Quotiens ab apostolica sede requiritur

Überlieferung/Literatur

Überl.: 2 Kopien 17. Jh., Yzeure, Arch. dép. Allier, H 553 p. 353 und p. 526 (Cartulaire du prieuré clunisien de Souvigny ou Thesaurus Sylviniacensis, Stein, Bibliographie Nr. 3744). Drucke: Marcaille, Souvigny S. 342-343 (Teildruck); Chaix de Lavarène, Bullaire S. 328-330 Nr. 205; Chaix de Lavarène, Monumenta pontificia Arverniae S. 336-338 Nr. 205. Reg.: JL 15054 (J 9611); Fazy, Origines du Bourbonnais 1S. 350 Nr. 431.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. auch Wiederhold, PUU Frankreich 5 S. 16 = Acta Rom. pont. 7 S. 434. Die Arch. dép. Allier befanden sich früher in Moulins. – Am 10. Juni war die Kurie in S. Flaviano bei Giulianova, vgl. die Anm. zu Reg. 1145, und am 14. Juni weilte sie bei dem Hospital an der Brücke über den Fluß Potenza, vgl. Reg. 1148. Rechnet man vom Standort beim Hospital eine Tagesreise zurück, so dürfte der Ausstellungsort Castri auf jeden Fall in der Diözese Fermo zu suchen sein, ohne daß der Ort bislang eindeutig identifiziert werden konnte. Setzt man Castri hingegen mit S. Flaviano (vgl. Reg. 1144 und Reg. 1145) gleich, wie es IP IV Anm. S. 243 zu Nr. 17 geschieht, dann müßte die Kurie ca. 80 km an einem Tage zurückgelegt haben, was ihr nach den Berechnungen von Hirschmann, Die päpstliche Kanzlei S. 188 ff. kaum möglich gewesen sein dürfte. Sehr wahrscheinlich handelt es sich jedoch um das castello quod dicitur Castro, das beim heutigen Porto Sant'Elpidio, ca. 20 km südl. des Ortes Potenza lag. Ein Hinweis auf die Berechtigung dieser Annahme ist auch die Tatsache, daß sich dort der Bischof von Jesi im Februar 1185 als Legat des Papstes aufhielt, vgl. IP IV S. 138 Nr. *15, um einen Streit zwischen Bischof Presbyter von Fermo und dem Abt Berardus von S. Apollinare in Classe zu beenden: cum adessem ego Melior sancti Helpidii tabellio in curia domini Rainaldi Esini episcopi, domini pape legati super hac causa in castello quod dicitur Castro, vgl. Pacini, Liber iurium Fermo 1 S. 60-63 Nr. 33 (Pacini, Il codice 1030 S. 155 Nr. 215) mit Bemerkungen zur Lokalisierung in der Vorbem. zum Druck. – Vgl. can. 4 des 3. Laterankonzils, Tanner, Decrees 1 S. 213. Zur Rechtsstellung von Souvigny vgl. Pfaff, Sankt Peters Abteien S. 170.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,1 n. 1147, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1184-06-13_1_0_4_4_1_1147_1147
(Abgerufen am 18.09.2019).