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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,4,4,1

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Kardinalbischof Hubald von Ostia und Velletri wird nach dem Tod Papst Alexanders III. (30. August 1181) und dessen Beisetzung am darauffolgenden Dienstag (1. September 1181) zum Papst gewählt.

Überlieferung/Literatur

Reg.: JL 2 S. 432 (JL S. 835).

Kommentar

Die Quellen zur Wahl und Weihe Lucius' III. sind außerordentlich spärlich. Genauere Angaben finden sich lediglich in der zeitgenössischen Chronik des Priors von Vigeois, Gaufridus de Bruil, wo es heißt, daß nach Tod und Beisetzung Alexanders feria III eligitur Humbaldus, qui pontifex erat Ostie et Veliternensis urbium (Ex Gaufredi de Bruil Prioris Vosiensis Chronica, ed. Holder-Egger S. 203, Watterich, Pontificum Romanorum vitae 2 S. 650). Folgt man diesem Bericht, so fand die Wahl Lucius' zwei Tage nach Alexanders Tod und dessen Beisetzung im Lateran statt. Als Wahlort wird Rom zwar nirgends genannt, aber die Annahme, die Kardinäle seien unmittelbar nach den Begräbnisfeierlichkeiten, die man frühestens für den 31. August ansetzen kann, nach Velletri gezogen, um dort schon am nächsten Tag die Wahl eines neuen Papstes vorzunehmen, erscheint sehr unwahrscheinlich. Ob sie im Lateran oder in St. Peter stattfand und ob sie in den herkömmlichen Formen erfolgte, läßt sich nicht sagen. Angesichts der aufrührerischen Haltung der Römer, die beim Begräbnis Alexanders III. offen zu Tage trat, ist vielleicht auch mit abweichenden und improvisierten Wahlformen zu rechnen. Die Anwesenheit aller Kardinäle und die Einstimmigkeit, die die ebenfalls zeitgenössischen Annalen von Ceccano anläßlich der Krönung in Velletri hervorheben (Et communicato omnium cardinalium consilio Ubaldus Ostien. episcopus apud Vilitrias in papam ab omnibus ordinatur Lucium, Annales Ceccanenses, ed. Pertz S. 287, Muratori, Rer. Ital. SS 7 Sp. 875), wird man hier wohl auch auf den Wahlakt beziehen dürfen. Martin von Troppau, Chronicon, ed. Weiland S. 437 weiß nichts von der Wahl Lucius' und gibt, wie Thomas Ebendorfer, Chronica, ed. Zimmermann S. 392 lediglich die Sedenzzeit an (4 Jahre, 2 Monate und 18 Tage), wobei offensichtlich nach dem Datum der Weihe gerechnet wurde. – Vgl. zur Entwicklung der Papstwahl im 12. Jh. allgemein Zoepffel, Papstwahlen, Gussone, Thron und Schimmelpfennig, Papst- und Bischofswahlen; zur Wahl Lucius' III. vgl. Mann, Lives 10 S. 241, Kartusch, Kardinalskollegium S. 414 f. und Gussone, Thron S. 288. Zu Lucius' Herkunft und zu seiner Laufbahn als Kardinal vgl. Mann S. 240 f., Zenker, Die Mitglieder des Kardinalkollegiums S. 22-25, Bautz, Kirchenlexikon 5 S. 304 ff., Kelly, Dictionary of Popes S. 180 f. und LexMA 5 Sp. 2162 f. mit weiterer Literatur sowie Pescaglini Monti, Nobilità Valdinievole, Excurs: Gli Allucinghi S. 267-277. Zur Wahl des Namens Lucius vgl. Hergemöller, Geschichte der Papstnamen S. 92 f.

 

Verbesserungen und Zusätze (2012):

Für die Annahme, die Wahl Lucius' III. sei in Rom erfolgt, spricht sich zuletzt auch Doran, lifetime S. 49 und S. 55 aus. Zur Beisetzung Alexanders III. und zum Aufstand der Römer vgl. auch Borgolte, Petrusnachfolge S. 176.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,4,4,1 n. 1, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1181-09-01_1_0_4_4_1_1_1
(Abgerufen am 21.09.2019).