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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3, Nachträge

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Kaiser Heinrich lässt König Richard (regem Anglorum) auf den Trifels (Trivellis) führen.

Überlieferung/Literatur

Erwähnt in dem Brief König Richards von (1193) April 19, Hagenau an seine Mutter Eleonore und an seine Justitiare, den Roger von Howden in seine Chronik einfügte, ed. Stubbs S. 208–210 und in den Ymagines des Radulfus de Diceto (1), ed. Stubbs S. 107.

Kommentar

Richard datierte noch am 30. März in Speyer Briefe, die die Promotion Bischof Huberts von Salisbury zum Erzbischof von Canterbury betrafen (vgl. Epistolae Cantuarienses ed. Stubbs S. 362–363 Nr. 399 an seine Mutter und S. 363 Nr. 400 an Erzbischof Walter von Rouen und weitere Justiziare sowie S. 364 Nr. 401 an Prior und Konvent von Canterbury = Landon, Itinerary, S. 74 Nrr. 369, 370 und 371). In diesen Stücken, die nach dem späteren Zeugnis Richards in dem Brief an seine Mutter von Hubert Walter von Salisbury und dem königlichen Prothonotar Wilhelm von Sainte-Mère-Église nach England mitgenommen wurden (vgl. Stubbs S. 209 postquam recesserunt a nobis dilecti nostri Hubertus venerabilis episcopus Saresbiriensis et Willelmus de Sanctae Mariae ecclesia prothonotarius noster), ist von seinem Aufenthalt auf dem Trifels (noch) nicht die Rede. Erst am 19. April schrieb er dann von Hagenau aus den oben zitierten Brief an Königin Eleonore über seine Gefangenschaft und die Einigung mit Kaiser Heinrich B-Baaken, Nr. 293. Daraus ergibt sich ein Zeitraum von höchstens 20 Tagen. Für den Ritt des englischen Königs von Speyer zum Trifels sind wenigstens ein Tag und für die Reise von dort nach Hagenau wohl zwei Tage anzusetzen. Nachdem Heinrich sich zu persönlichen Verhandlungen mit König Richard bereit erklärt hatte, die in Hagenau geführt worden sein müssen, verringert sich dieser Zeitraum, und Richard dürfte auf dem Trifels höchstens 14 Tage verbracht haben; vielleicht wesentlich weniger, je nachdem für welchen Aufenthalt des Kaisers in Hagenau man Richards Ankunft am kaiserlichen Hof annimmt, der sich dort 1193 April 4 (B-Baaken Nr. 287, mit echtem Datum) und April 5 (B-Baaken Nr. 288) sowie April 19 (B-Baaken Nr. 293) aufhielt. Falls man von dem 4. April ausgeht, kann der König nur einen Tag auf der Burg verweilt haben; möglicherweise war das in dem Brief an Königin Eleonore genannte Übereinkommen schon das Ergebnis der seit Anfang April geführten Verhandlungen, vgl. Toeche, Heinrich VI., S. 278 (Biundo, Trifels und Reither/Seebach, Richard I. als Gefangener bringen gegenüber Toeche nichts Neues). Berg, Richard Löwenherz S. 197 nimmt einen Aufenthalt Richards auf dem Trifels von ca. 3 Wochen an. Turner, Eleonore S. 373 behauptet irrig, noch 1194 im Januar sei Richard auf dem Trifels gefangen gewesen. Zum Beginn der Verhandlungen Trautz, Könige von England S. 83 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3,2 n. N226, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/f73e3093-0886-4743-8a57-142a76011932
(Abgerufen am 22.08.2018).