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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3, Nachträge

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In Anwesenheit Kaiser Friedrichs (Romanorum imperator Fridericus) sowie seiner Söhne Friedrich, Heinrich und Philipp (filios suos nobiles ... qui postea imperiali dignitate sibi succedebant, videlicet Fridericum et Hainricum atque Philippum) und mehr als 12 hoher Adliger (alios supra duodecim optimates ac famosos principes secum in suos comitatu habere) weiht Bischof Hermann von Münster (Monesteriensis episcopus) in der unvollendeten Kirche (in fundamentis tam distinctam et nondum in altum subrectam) des Stiftes Adelberg (ecclesiam in Adelberg) den Hochaltar (altarem publicum) und dediziert ihn der Jungfrau Maria und dem heiligen Bischof Ulrich.

Überlieferung/Literatur

Erwähnt in den Historia monasterii Adelbergensis (Geschichte des Klosters Adelberg) ed. Odebrecht S. 74–75 mit einem Faksimile der Textstelle.

Kommentar

Das von der Quelle genannnte Jahr der Weihe 1188 wurde kontrovers von Ziegler, War Barbarossa S. 10 ff., Albus, Warum Barbarossa S. 95 und Koufen, Adelberg S. 13 (alle für 1188) sowie Opll, Zur Frage der Datierung S. 41 ff. (für 1187) diskutiert, vgl. jetzt zusammenfassend B-Opll, Nr. 3072 und Nr. 3156a. Für beide Jahre passt der Kreis der anwesenden Personen jedoch nicht zum Itinerar. Im Jahr 1187 war Heinrich sicher in Italien (vgl. B-Baaken, Nr. 44B-Baaken, Nr. 49) und kehrte erst zum Weihnachtsfest 1187 von dort nach Deutschland zurück. Bei einer Datierung zu 1188 müsste man annehmen, die Familie sei extra von Seligenstadt nach Adelberg und wieder dahin zurückgereist (vgl. B-Opll, Nr. 3155, 3165a und Nr. 3158) was nicht auszuschließen, aber doch recht unwahrscheinlich ist. Außerdem ist damals niemand von den Beteiligten am Hof gewesen. Erst im Jahre 1189 sind, nach dem Aufbruch eines Teils des Kreuzheeres von Hagenau aus, die Söhne Friedrichs sowie Bischof Hermann von Münster in kaiserlicher Umgebung nachzuweisen; vgl. zu Hermann von Münster sowie den zahlreichen Fürsten, die Friedrich schon vom Elsass aus begleiteten B-Opll, Nr. 3245, zu den Brüdern Heinrichs B-Opll, Nr. 3251 und Nr. 3253 dazu auch N112. Im Jahr zuvor wäre eine Anwesenheit Ottos von Rothenburg ausgeschlossen (vgl. B-Opll, Nr. 3171). Allerdings stimmt das Itinerar auch in diesem Jahr nicht mit dem Weihedatum überein, denn am 1. Mai war Friedrich schon in Donauwörth (vgl. B-Opll, Nr. 3253). Eine Lösung ergibt sich zwanglos, wenn man annimmt, dass bei der Zusammenstellung der Nachrichten zur Geschichte Adelbergs im 15. Jahrhundert vor kal. Maii eine Zahl ausgefallen ist; dann wäre die Kirche geweiht worden, als auch Herzog Friedrich in Lorch, also nahe dem im Bau befindlichen Stift, am Fest des Hl. Markus für Adelberg geurkundet hat (vgl. B-Opll, Nr. 3250). Nach B-Opll, Nr. 3216 brach die staufische Gesandtschaft an Isaak II. Angelos unter der Leitung Bischof Hermanns 1188 Ende Dezember auf (andere dort zitierte Autoren Anfang 1189). Diese Datierung passt aber nicht zu der Anwesenheit Bischof Hermanns 1189 April 15, Hagenau (vgl. B-Opll, Nr. 3245) und 1189 vor Mai 1 Adelberg. Zudem wären die Reisenden dann ein halbes Jahr unterwegs gewesen bis sie ihr Ziel erreichten und in Gefangenschaft gerieten. Die Delegation dürfte daher den Kaiser Anfang Mai verlassen haben, vgl. dazu B-Opll, Nr. 3383, aber sicher nicht erst in Niš (vgl. B-Opll, Nr. 3385), wie die Kölner Königschronik ed. Waitz S. 145 berichtet. Ende Oktober kehrte sie zu Friedrich in Philippopel zurück, vgl. Zimmert, Der deutsch-byzantinische Konflikt S. 46 f., S. 58 f., Stehkämper, Hermann II. S. 110 sowie B-Opll, Nr. 3392 und 4 Nr. 3403.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3,2 n. N113, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/c62c70d9-1d9c-4936-8cce-6c22eb8ad48d
(Abgerufen am 25.09.2018).