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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3,1

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überträgt und bestätigt in Anbetracht der Frömmigkeit und Dienstfertigkeit des Klosters S. Maria della Grotta zu Palermo (ecclesia Sancte Marie de Gruptis Panormi Dei genitricis) sowie in Erwägung der Wunderzeichen, mit denen dieser Ort durch die Verdienste dieser erhabenen Jungfrau ständig ausgezeichnet wird, dem Abte Barla (Barlae venerabili abbati) und diesem Kloster das Kloster S. Maria di Marsala (ecclesiam Sancte Marie de Marsala) mit allen Leuten und Besitzungen, welche diesem Kloster nach dem Inhalt seines Privilegs1 seit den Zeiten König Rogers bis zur Zeit König Wilhelms (II.) gehörten, schenkt dem Kloster S. Maria della Grotta Weinberge und eine Mühle zu Reggio (apud Rhegium) sowie Land, Weinberge und Häuser zu Messina, die der Graf Bartholomäus von Luzzi, einst Magister Iustitiarius (comes Bartholomeus de Lucia quondam magister iustitiarius civitatis nostre Messane)2 vom Abt Barlaa, als dieser noch Laie war3, als Vergeltung für erlittenen Schaden empfangen hatte, bestätigt dem Kloster alle guten Gewohnheiten und Rechte und verbietet, das Kloster S. Maria della Grotta im Besitz des Klosters S. Maria di Marsala zu stören. Zeugen: „Inter cetera humane sollecitudinis exercitia”.

Originaldatierung:
(Panormi ... VIII kal. Maii)
Zeugen:
Zeugen: „Inter cetera humane sollecitudinis exercitia”.
Empfänger:
S. Maria della Grotta zu Palermo

Überlieferung/Literatur

Hss.: Orig. fehlt; Notariell begl. Abschr. v. 1446 August 31, Palermo, Archivio di Stato (Tabulario del monastero di S. Maria della Grotta — Pergamene Nr. 18) (B); Abschr. aus d. 17./18. Jh. in (A. Amico) Diplomata, conventiones, litterae etc. ad archimandritatum Messanensem ... pertinentia fol. 315'—316', Palermo, Biblioteca comunale (Ms. Qq H 9) (C). — Druck: Stumpf, Acta imperii inedita Nr.429 (S.599—600) aus C. — Reg.: Toeche 469; Stumpf 5062 u. 5064a4; Clementi 109.

Anmerkungen

  1. 1 Damit ist wohl die Urk. Kg. Rogers v. 1145 Mai 16 (Caspar, Roger II., Reg. 197, wo beim Empfänger Grotta zu streichen ist, vgl. auch Ries S. 81 Anm. zu Reg. 37) gemeint.
  2. 2 Bartholomäus von Luzzi, Graf von Paternò, war Magister Iustitiarius Kalabriens (vgl. auch Reg. 402), seine Familie hatte enge Beziehungen zu Messina (vgl. Garufi, Per la storia dei sec.XI e XII, Arch. stor. per la Sicilia Orient. 10, 1913, bes. S.352 ff.), doch scheint der Text der Urk. — wie auch an einigen anderen Stellen — hier verderbt zu sein. Es besteht jedoch kein Anlaß, die Urk. aufgrund dieser Nennung als Fälschung zu verwerfen, wie Clementi aaO will.
  3. 3 Daß Barlaam früher Laie und verehelicht war, sagt auch eine bei Scaduto, II monachismo Basiliano S. 133 Anm. 240 gedruckte Urk. v. 1196.
  4. 4 Stumpf 5064 a will unter Berufung auf Inveges, Annali della felice città di Palermo III S. 498 eine (verl.) Urk. Heinrichs VI. und der Konstanze für S. Maria di Marsala annehmen, doch beruht diese Annahme nur auf einem Mißverständnis des Zitates bei Inveges, das sich eindeutig auf Reg. 589 bezieht. Zudem hatten schon Inveges (und Pirro, Sicilia sacra ed. tert. cura Mongitore S. 883) das Datum bei ihrem Gewährsmann Fazellus (De rebus Siculis S. 183) unvollständig abgeschrieben (kal. Maias statt 8. cal. Maias), woraus Stumpf 5064 a das Datum „Mai 1” für eine angebl. Urk. schöpfte. — Die Vereinigung des Klosters S. Maria di Marsala mit S. Maria della Grotta zu Palermo hatte schon Konstanze mit ihrer Urk. v. 1196 April 13 (Ries 37) vollzogen; sie wurde 1199 August 10 durch Innocenz III. bestätigt (Scaduto aaO S. 133). So rechtfertigen weder der Rechtsinhalt der Urk. noch ihr Formular (samt Datierung) Bedenken gegen ihre Echtheit.

Nachträge (2)

Nachtrag von Prof. Horst Enzensberger, eingereicht am 20.03.2016.

Abbildung der notariellen Kopie von 1446 im SIAS:
www.archivi-sias.it/Visualizzatore.asp=http://localhost/Bib_Img/ASPA/Santa%20Maria%20Grotta/&XmlName=http://localhost/Bib_Img/ASPA/Santa%20Maria%20Grotta/IT-ASPA-F10333-TMG%2018.xml&Pagina=1&IsSchedaPergamene=70017114

Nachtrag von Prof. Horst Enzensberger, eingereicht am 21.03.2016.

Der Name des Abtes ist Barlaam. In den Abschriften lautet der zitierte Passus: Barlaae venerabili abbati.

Zeugen werden nicht genannt, nicht einmal indirekt, daher ist der Absatz:

Zeugen: „Inter cetera humane sollecitudinis exercitia” ja eigentlich sinnlos und irreführend.

Bestätigt wird der Besitz von S. Maria di Marsala von Innocenz III. bereits in dem Privileg "Religiosam vitam eligentibus" von 1198 November 13, ed. H.Enzensberger, Modelli romani in Sicilia? Santa Maria della Grotta a Palermo, in: Byzantino-sicula 6 S. 201-214, hier S. 210–214.

 

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3 n. 589, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1197-04-24_1_0_4_3_1_684_589
(Abgerufen am 19.08.2018).