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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3,1

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schreibt dem Papste Coelestin (Reverendo in Christo patri Celestino summo Sacrosancte Romane sedis pontifici), daß dessen Nuntien, die Kardinäle, zu ihm gekommen seien und das, was ihnen vom Papste aufgetragen worden sei, vorgebracht hätten, diese Vorschläge aber nicht derart seien, daß es dem Papste angemessen sei, von ihm (dem Kaiser) deren Ausführung zu verlangen, diese Vorschläge auch weder ihm noch dem Reiche nützlich und sie nicht zu billigen seien, kündigt ihm an, daß er daher seine Getreuen, Bischof Albert von Vercelli, den Protonotar Albert, den Herzog Konrad von Spoleto, den Seneschalk Marquard und den Schenken Heinrich (fideles nostros Albertum Vercellensem episcopum, Albertum imperialis aule protonotarium, Conradum ducem Spoleti, Marquardum senescallum et Henricum pincernam) zur Erörterung dieser Frage zu ihm sende und bittet ihn, deren in seinem Auftrag vorgetragenen Äußerungen Glauben zu schenken, zumal sie Vollmacht besäßen, an seiner Statt mit ihm endgültige Abmachungen zur Befestigung von Frieden und Eintracht zu treffen. Zeugen: „Venerabiles paternitatis vestre nuntii cardinales”.

 

Verbesserungen und Zusätze (1979):

Zur Datierung vgl. Baaken, Die Verhandlungen zwischen Kaiser Heinrich VI. und Papst Coelestin III. S. 473 ff.

Zeugen:
Zeugen: „Venerabiles paternitatis vestre nuntii cardinales”.
Empfänger:
Papste Coelestin

Überlieferung/Literatur

Hs.: Orig. fehlt; Abschr. aus d. 18. Jh. des Lambert de Barive aus d. päpstl. Rotulus Nr. IX v. 1245, Paris, Bibliothèque Nationale (Cod. lat. 8990 fol.160') (B). — Drucke: Huillard-Bréholles, Examen des chartes de l'église Romaine (Not. et extr.des manuscrits 21, 1865) App.Nr.17 (S.340—341) aus B = MG Const.I Nr.377 (S. 525—526). — Reg.: Toeche 464; Stumpf 5057 (zu 1197 Januar); Clementi 97 (zu 1197 nach Januar 6).

Anmerkungen

  1. 1 Dem Brief fehlt jede Datierung. Von den zahlreichen Bemühungen zur zeitlichen Fixierung des Stückes vgl. bes. Haller, Heinrich VI. u. d. röm. Kirche (MIÖG 35, 1914) S.622 ff., Friedländer, Legaten S.97 f, Clementi aaO Anm. 1 u. zusfassd. Pfaff, Feststellungen z. d. Urkk. u. d. Itinerar Papst Coelestins III. (HJb 78, 1959) S. 136, der sich der Meinung von Clementi anschließt. Doch ist diese vorgeschlagene Einreibung des Briefes zu Januar 1197 nicht möglich: 1. Herzog Konrad von Spoleto ist 1197 Januar 15 (vgl. Reg. 579) in Gioja del Colle beim Herrscher und dürfte wohl auch in den nächsten Wochen am Hof gewesen sein; die nächste Urk. mit Zeugenliste nennt ihn wieder. Die Anwesenheit des Herzogs am 15. Januar schließt auch eine vorangegangene Gesandtschaft im Januar (nach Januar 6) wegen der Entfernung Rom-Gioja del Colle (ca. 450 km) aus. 2. Marquard von Annweiler wurde (nach dem Bericht der Chron. reg. Colon. zu 1196, MG SS rer. Germ. ed. Waitz S. 158) vom Kaiser bei seinem Aufbruch nach Apulien (also im Dezember 1196) als Führer einer Heeresabteilung vorausgeschickt; damit stimmt überein, daß Marquard von 1196 November 27 (vgl. Reg. 573) bis 1197 Mai 11 (vgl. Reg. 592) nicht als Zeuge erscheint. 3. Bischof Albert von Vercelli ist nur im November 1196 am Hof (vgl. Reg. 573); danach wird er nicht mehr als Zeuge genannt, weilte vielmehr im Januar 1197 schon wieder in Vercelli (vgl. Arnoldi-Gabotto, Le carte dello Archivio capit. di Vercelli II, Bibl. della Soc. stor. subalp. 71, 1914, Nr. 604, S.375f.; dazu Wohlfarth, K. Heinrich VI. u. d. oberitalien. Städte S. 74). Bedenkt man aber, daß alle in dem Brief des Herrschers genannten Gesandten nur im Oktober/November 1196 beim Kaiser sind und zieht man dazu den Bericht der Marbacher Annalen zu 1196 (MG SS rer. Germ. ed. Bloch S. 68) heran, deren Verfasser, Propst Friedrich von Straßburg, zu dieser Zeit wohl am Hofe war (vgl. Haller, D. Marbacher Annalen S. 78 f.), daß während des dreiwöchigen Aufenthaltes des Herrschers zu Tivoli (etwa von November 6—26) mehrere Gesandtschaften beider Seiten ausgetauscht wurden, so kann der Brief (auch aus inhaltlichen Gründen) nur in die zweite Hälfte Oktober oder erste Hälfte November und vor das zweite Schreiben des Kaisers (= Reg. 572) gehören.
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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3 n. 569, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1196-00-00_1_0_4_3_1_662_569
(Abgerufen am 20.08.2018).