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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3,1

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bekundet, daß der Bischof Heinrich von Worms (Heinricus Wormatiensis episcopus) und der Graf Walram von Nassau (comes Waleramus de Nassauwe) in ihrem Streit um die Weilburg (de oppido Wileburg) auf seinen Befehl hin eine Vereinbarung dahingehend getroffen haben, daß der Graf in dem Hof Weilburg dem Bischof genannte Rechte (iustitiam in iure quod vocatur huberecht, buweteil, bestewahtmal) zuerkennt, ebenso die Abgabe (petitionem), wie sie die verstorbenen Bischöfe Bucco und Konrad von Sternberg (Conradus de Sternberg) im unteren Amt (in inferiori officio) in Höhe von 50 Maltern Weizen Limburger Maß und im oberen Amt (in superiori officio) in Höhe von 40 Maltern Winterweizen und 40 Maltern Hafer besessen haben, daß ferner alle Gerichtsgefälle (omnia lucra iudiciorum ... sive proveniant de compositionibus, quod vulgo wette vocatur, sive de iudicio, quod gedingez dicitur) im ganzen Gebiet, das zur Weilburg gehört, zwischen dem Bischof und dem Grafen geteilt werden, wie auch für den Fall, daß auf dem Berge eine Stadt errichtet werde, alle Einkünfte daraus (omnem questum inde provenientem sive in theloneo sive in moneta aut in quocumque lucro) in gleicher Weise geteilt werden sollen, daß weiterhin alle Leute, die der Graf als seine Vogtleute (advocatiales suos) bezeichne, die der Bischof aber als seine Ministerialen erweisen könne, von allem Vogtrecht frei sein sollen, daß der Graf dem Bischof das ‚Cupelweide‘ genannte Recht zuerkenne, wie es die Bischöfe Bucco und Konrad innehatten, daß der Graf dem Bischof für alle Rechtsverletzungen Genugtuung leisten solle, daß auf dem Berge weder der Bischof noch der Graf sich mit Gewalt niederlassen dürfe, daß endlich der Bischof einmal jährlich nach Weilburg kommen werde, wobei die Leute ihm nach Vermögen Dienst leisten sollen, und daß der Graf zur Sicherheitsleistung zehn genannte Ministerialen (Crafto de Bilstein, Egenolfus longus, Roricus, Anselmus, Heinricus Hildeger, Rupertus marschalcus, Syfridus pincerna, Dagemarus de Merenberg, Heinricus filius Rifridi, Dythericus de Staphele) stelle, die bei Vertragsverletzung durch den Grafen auf Befehl des Bischofs in Worms Einlager halten sollen, wogegen der Bischof ebenfalls zehn genannte Ministerialen (Syfridum, Erlewinum, Gernodum, Cůnradum rufum, Welfridum, Ottonem et Conradum, Godefridum de Stocheim, Adelherum de Wormacia, Bertolfum de Dirmstein) stelle, die bei Vertragsverletzung durch den Bischof in Nassau Einlager halten sollen, und bestätigt diese Vereinbarung. Zeugen: „Notum facimus universis imperii nostri fidelibus”.

Originaldatierung:
(apud Wormatiam ... VIII id. Novembris)
Zeugen:
Zeugen: „Notum facimus universis imperii nostri fidelibus”.
Empfänger:
Worms

Überlieferung/Literatur

Hss.: Orig. fehlt; Abschr. v. ca. 1420 im Liber privilegiorum ecclesiae Wormatiensis fol. 388'—389/alt fol. 353'—354, Darmstadt, Hessisches Staatsarchiv (Hs. 148) (B); Abschr. v. 1734 in Joh. Fried. Schannat, Documenta ad Historiam episcopatus Wormatiensis fol. 97—97', Worms, Stadtarchiv (Abt. 200 — Handschriften — Nr. 2) (C). — Drucke: Schannat, Hist. episcop. Wormat. II Nr. 95 (S. 88—89) aus C = (Kremer) Orig. Nass. II Cod. dipl. Nr. 121 (S. 207—209). — Reg.: Böhmer 2863; Toeche 387; Stumpf 4974.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3 n. 483, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1195-11-06_1_0_4_3_1_572_483
(Abgerufen am 20.08.2018).