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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3,1

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schreibt dem König Philipp von Frankreich (dilecto et speciali amico suo Philippo illustri Francorum regi), daß der König von England, der Feind des Imperium und Störenfried seines (des Königs) Reiches, bei der Rückreise über das Meer Schaden an seinem Schiff erlitten habe, der Wind ihn nach Istrien (versus partes Histrie) an einen Ort zwischen Aquileia und Venedig (ad locum qui est inter Aquileiam et Venecias) getrieben habe und er dort mit Wenigen gestrandet sei, ferner, daß sein Getreuer, Graf Meinhard von Görz (fidelis noster comes Mainardus de Gorzte) und die Bewohner jener Gegend ihn verfolgt und acht von den Rittern des Königs gefangen haben, daß der König sich auf der Flucht sodann nach Friesach im Erzbistum Salzburg (ad burgum in archiepiscopatu Salzeburgensi qui vocatur Frisorum) gewandt habe, von wo er, nachdem dort Friedrich von Pettau (Fridericus de Betesowe) weitere sechs seiner Ritter ergriffen hatte, nur mit drei Leuten zur Nachtzeit nach Österreich zu geeilt sei, und teilt ihm schließlich mit, daß sein Verwandter, der Herzog Leopold von Österreich (dilectus autem consanguineus noster Limpoldus dux Austrie), der zur Bewachung der Straße Wachen aufgestellt hatte, den König in einem Wien benachbarten Dorfe (iuxta Wenam in villa viciniori in domo despecta) gefangengenommen habe. Zeugen: „Quoniam imperatoria celsitudo non dubitat”.

Originaldatierung:
(Rithiencie V kal. Ianuarii)
Zeugen:
Zeugen: „Quoniam imperatoria celsitudo non dubitat”.
Empfänger:
Frankreich

Überlieferung/Literatur

Hs.: Überliefert in der Chronik des Roger von Hoveden, vgl. Potthast II 2 S.980 f. — Drucke: (Savile) Rer. Angl.SS ed. sec. S. 721; Baronius, Ann. eccl. (Ed. Antverp.) XII S. 822 = (Ed. Ticin.) XII S. 708—709; Goldast, Coll. const. imp. III S. 364; Leibnitz, SS rer. Brunsv.I S. 878; Rymer, Foedera ed. sec. cur. Holmes I S.70 = ed. tert. cur. Holmes I, 1 S.23; La Farina, Studi IV Nr.27 (S.207); Chron. mag. Rogen de Hov. ed. Stubbs III (Rer. Brit. med. aevi SS 51) S. 195—196; Recueil des Hist. des Gaules et de la France, nouv. éd. XVII S. 551; MG SS XXVII S. 159. — Reg.: Böhmer 2793; Toeche 211; Stumpf 4790; Wiesflecker, Regg. d. Grff. v. Görz u. Tirol I 297.

Anmerkungen

  1. 1 Der Name des Ausstellungsortes ist nur in verderbter Fassung überliefert; er lautet bei Roger v. Hoveden in der Mehrzahl der Hss. ‚Rithiencie‘, in einer Hs. ‚Rithientia‘, bei Wilhelm von Newbury, der diesen Brief mit Ausstellungsort und Tagesangabe erwähnt, heißt er (Hist. Angl. c. 32, MG SS XXVII S. 240) ‚Renhenza‘, in einer Hs. ‚Arenbenza‘ und in einer weiteren Hs. ‚Ronhenza‘. Eine sichere Identifizierung ist bei dieser Überlieferung nicht möglich; nach dem Itinerar des Kaisers ist am ehesten an das (von Toeche aaO vorgeschlagene) Reinhausen (heute Stadtkreis Regensburg) oder (einem Vorschlage Wüstenfelds folgend, vgl. GGA 1867, S. 1679) mit Stumpf aaO an Redwitz (heute Marktredwitz, Oberfranken), allenfalls noch an Reuth (Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab, Oberpfalz) zu denken.
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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3 n. 271, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1192-12-28_1_0_4_3_1_340_271
(Abgerufen am 20.08.2018).