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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3,1

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bestätigt auf ihre Bitte den Leuten von Brescia (Brixiensibus) alle Bewilligungen und Versprechungen, die er ihnen im Frieden (von Konstanz) gewährt habe, überläßt ihnen ferner alle Regalien im Bistum und im Gebiet von Brescia innerhalb genannter Grenzen, mit angegebenen Ausnahmen, insbesondere des königlichen Fodrum und der Appellationen, und gegen eine jährliche Zinszahlung von zwei Mark Gold, schließt mit ihnen einen Vertrag, laßt seinen Marschall Siegfried von Hagenau (Sefredus marschalcus noster de Hagenowe) mit seiner Ermächtigung schwören, daß er die Leute von Brescia bei der Bewahrung oder Wiedererlangung ihrer Besitzungen und Rechte unterstützen und ihnen gegen alle Städte, Orte und Personen der Lombardei, der Mark und der Romagniola Hilfe leisten werde, verpflichtet sich, kein Bündnis mit einer Stadt, einem Ort oder einer Person in den erwähnten Landschaften ohne Zustimmung der Konsuln von Brescia zu schließen, unter Vorbehalt seiner Bündnisse mit Mailand und Piacenza, und bekundet, daß die Leute von Brescia geschworen haben, ihn bei der Bewahrung oder Wiedererlangung seiner Besitzungen, Rechte und Ansprüche in der Lombardei, in der Mark und in der Romagniola zu unterstützen, insbesondere bezüglich des Gebietes der Gräfin Mathilde, daß sie kein Bündnis mit einer Stadt, einem Ort oder einer Person in den erwähnten Landschaften ohne seine Erlaubnis eingehen werden, daß die Konsuln und die Credentia schwören werden, ihm auf Verlangen ihren Rat zu gewähren, daß alle Leute von Brescia vom 18. bis zum 70. Lebensjahr diesen Schwur leisten werden und daß dieser Eid alle 10 Jahre erneuert werden soll. Zeugen: Cunradus Maguntinus archiepiscopus, Wilelmus archiepiscopus Ravennas, Heinricus Wormatiensis episcopus, Godefridus comes de Veihingen, Robertus de Durne, Hartmannus de Butingen, Cuno de Mincenberc senior et Cuno iunior, Wernherus de Rossewac, Cunradus de Walehusen camerarius et frater eius Albertus, Ottobellus Mediolanensis et Arnoldus Placentinus imperialis aule iudices. „Circumspecta eminentie nostre discretio”.

Originaldatierung:
(apud Geilenhusen VII kal. Augusti)
Zeugen:
Zeugen: Cunradus Maguntinus archiepiscopus, Wilelmus archiepiscopus Ravennas, Heinricus Wormatiensis episcopus, Godefridus comes de Veihingen, Robertus de Durne, Hartmannus de Butingen, Cuno de Mincenberc senior et Cuno iunior, Wernherus de Rossewac, Cunradus de Walehusen camerarius et frater eius Albertus, Ottobellus Mediolanensis et Arnoldus Placentinus imperialis aule iudices.
Incipit:
„Circumspecta eminentie nostre discretio”.
Empfänger:
Brescia

Überlieferung/Literatur

Hss.: Orig. fehlt; Abschr. v. 1311 Januar 22 in D. Kg. Heinrichs VII. (Böhmer 361), in zwei Orig.-Ausfertigungen, a) Venedig, Archivio di Stato (B1), b) Brescia, Biblioteca civica Quiriniana (Perg. Nr.6) (B2); Abschr. aus d. 14. Jh. im Registrum comunis Brixie fol.485 u. 486', Brescia, Biblioteca civica Quiriniana (C); Abschr. im Chronicon Brixianum des Jacob Malvecius, vgl. Potthast I 2 S.761 (D). — Drucke: Muratori, Rer. Ital. SS XIV Sp. SSS — 890 aus D; (Mazzuchelli) Racc. di privilegi ... di Brescia S. 1—2 aus B2 (irrig zu Juli 13); Böhmer, Acta imperii selecta II Nr. 1063 (S.758—760) aus B1 B2; MG Const.I Nr. 350 (S.498—501) aus B1 B2 D; Hist. Patr. Mon. XIX Liber Potheris, Addit. Sp. 1193—1196 aus B2Reg.: Toeche 186; Stumpf 4762.

Kommentar

Die Urk. wiederholt mit geringen Änderungen den vorläufigen Vertrag, den der Herrscher im Mai 1192 mit Brescia schloß (vgl. Reg. 219); zum Verhältnis der beiden Stücke zueinander vgl. auch Ficker, Beitrr. z. Urkkl. II §213 (S. 45 f.). — Zur Sache vgl. Wohlfarth, K. Heinrich VI. u. d. oberitalien. Städte S. 31 ff., zum Vorbehalt des Fodrum (das aber von Brescia nur beim Zug des Herrschers zur Kaiserkrönung zu leisten ist) auch Brühl, Fodrum S. 679 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3 n. 238, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1192-07-26_3_0_4_3_1_304_238
(Abgerufen am 16.08.2018).