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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,3,1

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schreibt Allen in der Grafschaft Kuchl zu beiden Seiten der Salzach (omnibus in comitatu Chuchulensi in utraque regione fluminis Salzahe manentibus), daß, wie niemandem unbekannt sein sollte, alle nutzbaren Bodenschätze dem Reiche gehören und daß sein Vater, Kaiser Friedrich, die Nutzung dieser Bodenschätze innerhalb der Forstgrenzen des Stiftes Berchtesgaden (Berhthersgadmensis cenobii) diesem Stift übertragen und dieses durch ein Privileg2 für alle Zeiten bestätigt habe, verbietet ihnen, die Kanoniker bei der Nutzung ihrer Saline am Tuval (in loco Toval)3 zu belästigen, droht ihnen für den Fall der Zuwiderhandlung seine Ungnade an und fordert diejenigen4, die ein Recht an dieser Saline zu haben glauben, auf, ihre Ansprüche vor dem kaiserlichen oder königlichen Gericht geltend zu machen. Zeugen: „Nulli fidelium incognitum esse debet”.

Zeugen:
Zeugen: „Nulli fidelium incognitum esse debet”.
Empfänger:
Berchtesgaden

Überlieferung/Literatur

Hss.: Orig., München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Kaiserselekt Nr.549) (A); Abschr. aus d. Anf. d. 13.Jh. in Iura, privilegia et alia munimenta ecclesie Berchtesgadensis fol.17—17', ebda. (Hochstift Berchtesgaden Lit. Nr.2) (B); Abschr. v. 1456 Dezember 8 in Vidimus des Abtes Johann von Melk, Archivi Berchtersgadensis vidimatus libellus vetustissimus fol.2'—3, ebda. (ebda. Lit. Nr.86) (C); Abschr. aus d. 15.Jh. in Codex diplomaticus (sine folio), ebda. (ebda. Lit. Nr.26) (D). — Drucke: (Kitzmagl) Processus v. d. hochl. Kays. Reichshof Rath agit. In causa Berchtesgaden contra Saltzburg Beil. S.67 Nr. 1 (zu 1191) = Koch-Sternfeld, Salzburg u. Berchtesgaden in hist.-stat.-geogr. u. staatsökon. Beytrr.II Nr. 11 (S. 27—28) (zu 1195); Mon. Boica XXIX, 1 Nr.549 (S.459—460) aus A (zu 1191); Hauthaler-Martin, Salzburger Ub. II Nr.480b (S.652) aus A. — Reg.: Toeche 486; Stumpf 5085 (irrig zu 1189—1190).

Anmerkungen

  1. 1 Ohne Daten, mit der Intitulatio ‚He(inricus) Dei gratia Romanorum imperator et semper augustus‘ (nicht auf Rasur, wie Stumpf aaO vermutet).
  2. 2 Vgl. die Urk. Ks. Friedrichs I., Würzburg, 1156 Juni 13 (Stumpf 3742; Hauthaler-Martin aaO Nr. 130, S. 198—200).
  3. 3 Über die Lage des Tuval vgl. Widmann, Gesch. Salzburgs I S. 287 Anm.2 u. Martin, Das Urkundenwesen der Erzbischöfe von Salzburg von 1106—1246 (MIÖG Ergbd. IX, 1915) S. 696 ff.
  4. 4 Unter diesen ‚spectabiles persone‘ will Martin aaO S. 698 in erster Linie den Erzbischof von Salzburg und seine Leute verstehen. — Vgl. auch Reg. 622 u. Bosl, Forsthoheit S. 1 ff.
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Empfohlene Zitierweise

RI IV,3 n. 621, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1191-00-00_3_0_4_3_1_718_621
(Abgerufen am 22.08.2018).