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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,2

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Auf dem Hoftag empfängt Friedrich Bischof Ugo von S. Giusta aus Sardinien, der von den Genuesen Philippus de Iusta und Bonusuassallus Bulfericus als Bote des Richters Bareso von Arborea von Sardinien an den Hof geleitet wird, und wird über die Streitigkeiten Baresos mit lokalen Widersachern, namentlich den Richtern Bareso von Torres und Donnicellus Petrus von Cagliari sowie einigen Pisaner Verwandten derselben, unterrichtet. Er geht auf Baresos Vorschlag, die Insel Sardinien gegen 4000 Mark Silber (Ann. Pisani: 15.000 Pfund in Gold und Silber) von ihm als Königreich zu Lehen zu nehmen, ein und beschließt, Graf Gauarus (Gebhard von Leuchtenberg), (Markgraf) Obizo Malaspina, Obertus de Olevano und Burgundio von Sannazzaro de' Burgondi unter Genueser Geleit als seine Legaten nach Sardinien zu entsenden. Der Herrscher teilt den anwesenden Pisaner Gesandten, Konsul Rainerius Gaitani, dem Bruder des Marzuchus, Lambertus maior, Sohn des Lamfrancus, dem Sohn des Botacius und den Richtern Bulgarinus und Sigerius, die ihm eine Einladung nach Pisa überbringen, seine Sardinienpläne mit, worauf es zu einer Kontroverse zwischen Pisaner und Genueser Gesandten kommt. Die Genuesen sagen dem Kaiser jedenfalls zu, den Weg nach Sardinien auch gegen den Widerstand Pisas zu sichern.

Empfänger:
Hoftag

Überlieferung/Literatur

Ann. Ianuenses I, ed. Belgrano, Fonti per la storia d'Italia 11, 158 ff., Ann. Pisani, ed. Gentile, Rer. Ital. SS N. Ed. VI/2, 31 und 32 (zu April), Chron. reg. Col., ed. Waitz, MG. SS rer. Germ. in us. schol., 104 (zu 1160).

Kommentar

Die Pisaner Annalen berichten die Ereignisse (a. a. O., 32) zum April 1164, was freilich auch daraus abzuleiten sein könnte, daß die kaiserlichen Legaten offensichtlich erst von Pavia aus abgesandt wurden (vgl. Reg. 1345). - Zum Verhältnis der beiden Zahlenangaben (4000 Mark - 15.000 Pfund) vgl. Opll, Stadt und Reich, 282 und 393 f. (hier auch Literaturhinweise zu den Spannungen zwischen den beiden Städten). - Bei Graf Gauarus handelt es sich gegen Belgrano, a. a. O., 159 Anm. 1 eindeutig um Graf Gebhard von Leuchtenberg. - Hinsichtlich der Mitglieder der Pisaner Delegation ist gegen Gentile zu betonen, daß Konsul Rainerius tatsächlich Bruder des Marzuchus (vgl. dazu die Ann. Ianuenses) war, vgl. dazu auch das Namenregister bei Gentile, S. 138 s. v. Gaetani Marzucco; nicht mit Sicherheit zu klären ist die Frage, ob unter den Richtern (so Ann. Ianuenses) bzw. Rechtskundigen (so Ann. Pisani) Lambertus, Bulgarinus, Sigerius und der Sohn des Botacius oder nur Bulgarinus und Sigerius zu verstehen sind.

 

Verbesserungen und Zusätze (2011):

Zur Interpretation der Geschehnisse rund um die Verleihung Sardiniens an den mit Genua verbündeten Richter Bareso von Sardinien vgl. jetzt die gründliche Untersuchung durch Bernwieser, Ex consilio principum curie, in: Staufisches Kaisertum im 12. Jahrhundert, hg. von Burkhardt, Metz, Schneidmüller und Weinfurter (2010) 205–227.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,2 n. 1322, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1164-03-00_1_0_4_2_2_764_1322
(Abgerufen am 21.01.2017).