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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,2

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Friedrich schreibt an (die Äbtissin) Hildegard von Bingen , ihre Prophezeiung zu Ingelheim, wohin sie auf seinen Wunsch gekommen sei, sei bereits eingetreten, er wolle aber dennoch nach Kräften für den honor regni arbeiten. Er bittet sie, gemeinsam mit ihren Mitschwestern für ihn zu beten, und versichert sie seines Wohlwollens. - Notum facimus sanctitati tue .

Incipit:
Notum facimus sanctitati tue
Empfänger:
Hildegard Bingen

Überlieferung/Literatur

Schrader - Führkötter, Echtheit des Schrifttums, 127 f.; MG. DF. I. Anhang I no 12.

Kommentar

Schrader - Führkötter, ebda. datieren das Schreiben vor das DF. I. 398 für Rupertsberg - Bingen von 1163 April 18, Mainz (Reg. 1200). Nach dem kaiserlichen Itinerar bietet sich die Zeit vor dem Aufenthalt in Mainz für den hier erwähnten Besuch in Ingelheim an, vgl. Opll, Itinerar, 32 mit Anm. 12. - In den Ann. Stad., MG. SS XVI, 330 heißt es, daß Hildegard u. a. auch von Kaiser Friedrich Briefe empfangen habe, vgl. dazu Schrader - Führkötter, a. a. O., 127 ff.

 

Verbesserungen und Zusätze (2011):

Das Schreiben Friedrichs I. an (die Äbtissin) Hildegard von Bingen ist nunmehr ediert in: Hildegardis Bingensis Epistolarium, III, ed. van Acker – Klaes-Hachmöller (Corpus Christ. Cont. Medievalis, XCIb, 2001) 74 no 314. Die dort gebotene Datierung „vor 1163, 1156/58“ geht allerdings nicht auf meine Argumentation betreffs des kaiserlichen Itinerars (Opll, Itinerar, 32 mit Anm. 12) ein. – In letzter Zeit wurden Zweifel an diesem Aufenthalt des Staufers zu Ingelheim geäußert, vgl. dazu Felten, Hildegard von Bingen, in: „Im Angesicht Gottes suche der Mensch sich selbst“, hg. von Berndt /Erudiri sapientia 2, 2001) 27–86, sowie Grewe, Visualisierung von Herrschaft, in: Staufisches Kaisertum im 12. Jahrhundert, hg. von Burkhardt, Metz, Schneidmüller und Weinfurter (2010) 401. Gegenüber Grewe ist allerdings darauf hinzuweisen, dass in Vorbereitung des Mainzer Pfingstfestes bereits während des Aufenthalts des Kaisers in der Pfalz zu Hagenau am 11. März 1184 die Abhaltung eines Turniers zu Ingelheim unmittelbar nach dem Pfingstfest vorgesehen wurde, das dann allerdings wegen des Sturmunglücks abgesagt werden musste (vgl. Regg. 2752 und 2762). Es ist kaum vorstellbar, dass die Ingelheimer Pfalz, deren Ausbau unter Barbarossa bei Rahewin Erwähnung (Rahewini Gesta Frid. l. IV cap. 86, ed. Waitz – Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol., 344 f.) findet und der auch archäologisch bestens nachgewiesen ist (Grewe, a.a.O., 383–403), vom Staufer niemals aufgesucht worden wäre.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,2 n. 1195, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1163-03-00_1_0_4_2_2_637_1195
(Abgerufen am 26.07.2017).