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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,2

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(Der kaiserliche Notar) Burchard von Köln berichtet Abt Nikolaus von Siegburg über die Geschehnisse während seiner Tätigkeit als kaiserlicher Legat vom 29. September bis Weihnachten: Gemeinsam mit dem neuinvestierten Patriarchen (Udalrich) von Aquileia und Herzog (Heinrich) von Kärnten sei er über Venedig, wo der Patriarch mit rolandinischen (alexandrinischen) Geistlichen verhandelt habe, ins Patriarchat gezogen. Auf der Reise sei der Kärntner Herzog ertrunken. Er (der Legat) habe in Kärnten, Krain, Istrien, den zwei Marken, Teilen von Sclavonien und Ungarn Gelder eingesammelt, zur Reichsheerfahrt aufgerufen und sei gegen die Pseudokardinäle (die Kardinäle Alexanders III.) vorgegangen. Erzbischof Eberhard von Salzburg habe sich dem kaiserlichen Ladungsschreiben (Reg. 987) zu entziehen gesucht, worauf er (der Legat) ihm dieses Schreiben persönlich in Villach bei der Inthronisierung des neuen Herzogs von Kärnten (Hermann) und während eines Treffens mit dem Patriarchen von Aquileia vorgewiesen habe. Der Metropolit habe eine finanzielle Ablöse angeboten, was vom Kaiser jedoch zurückgewiesen worden sei (vgl. Regg. 1002 und 1004). Burchard berichtet auch über die Legation Siegfrieds von Paderborn (vgl. Reg. 992), über Verhandlungen mit Boten des englischen Königs (vgl. Reg. 1005) und fügt noch eine Bitte in eigener Sache an (vgl. Reg. 1006).

Überlieferung/Literatur

Güterbock, Le lettere, Boll. dell'ist. stor. Ital. 61 (1949) 51 no 1.

Kommentar

Zur Person des Legaten vgl. zuletzt Herkenrath, Reichskanzlei 1174 bis 1180, 45 f.; sein Rang als kaiserlicher Notar ergibt sich aus einem zweiten Schreiben, Güterbock, a. a. O., 59 no 2 (Reg. 1035).

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,2 n. 1007, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1161-12-25_2_0_4_2_2_449_1007
(Abgerufen am 24.01.2017).