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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,2

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Synode von Pavia : Unter Heranziehung schriftlicher Berichte (vgl. Reg. 784) und nach eingehender Verhörung von Zeugen - genannt werden die Bischöfe Hermann von Verden und Daniel von Prag, Pfalzgraf Otto (von Wittelsbach) und Magister Heribert, Propst von Aachen (zu diesen vgl. schon Reg. 768), Dekan Petrus Christianus von St. Peter in Rom (vgl. Reg. 784), dann die Rektoren und Prälaten des römischen Klerus, die Erzpriester Aimerardus, Ber(n)ardus, Johannes und Magister Tolomeus, die Priester Blasius, Mainerius, Johannes und Gentilis, Diakon Benedikt, Magister Gerardus und der Kleriker Nikolaus, des weiteren die Priester Basso und Johannes de Romano und viele andere römische Kleriker sowie Präfekt Petrus von Rom, Stephan de Tebaldo, Stephan der Normanne, Johannes von S. Stefano, Johannes von Gaeta, Wolfram von Giudecca, Gimund, Sohn des Pierleone, und viele andere stadtrömische Adelige, die der Kaiser zur Synode eingeladen hat - entscheidet sich die Kirchenversammlung für Viktor IV. als rechtmäßigen Papst, wobei gegen Roland die Weigerung, trotz rechtmäßiger Ladung in Pavia zu erscheinen, die Verschwörung mit gleichgesinnten Kardinälen noch vor dem Tod Papst Hadrians IV., die mit den Mailändern und dem König von Sizilien und die Unrechtmäßigkeit seiner Wahl den Ausschlag geben. Nachdem auch der Vorschlag vieler lombardischer Bischöfe, Roland müsse dreimal geladen werden, abgelehnt wird, stimmen der Entscheidung zu: als persönlich anwesend Patriarch Pilgrim von Aquileia mit seinen Suffraganen, die Erzbischöfe Arnold von Mainz mit 14 Suffraganen, Rainald von Köln, Wichmann von Magdeburg und Hartwig von Bremen mit ihren Suffraganen; durch Briefe und Boten die Erzbischöfe (Humbert) von Besançon - und zwar vertreten durch Bischof Ortlieb von Basel -, (Silvius) von Arles, (Heraclius) von Lyon mit seinen Suffraganen, (Stephan) von Vienne mit seinen Suffraganen und Elekt Guido von Ravenna, die Könige (Geisa) von Ungarn, (Waldemar) von Dänemark, (Vladislav) von Böhmen sowie Erzbischof (Johannes von Gnesen) und Herzog (Boleslav) von Polen ebenfalls durch Briefe und Boten; des weiteren die Bischöfe (Balignanus) von Fermo, (Ubald) von Ferentino, (Garsidonius) von Mantua, (Gerard) von Bergamo, (Rambert) von Faenza, (Elias) von Ribe, (Heinrich) von Autun, (Adelpret) von Trient, (Johannes) von Padua, (Adam) von Feltre, (Ulrich) von Treviso, (Ognibene) von Verona, (?Rudolf) von Imola, (Heinrich) von Modena, (Albericus) von Lodi, (Obert) von Tortona, (Wilhelm) von Acqui, (Anselm) von Asti, (Karl) von Turin, (Uguccio) von Vercelli, (Germanus) von Ivrea, (Ardicio) von Como, (Wilhelm) von Novara, (Obert) von Cremona, (Ardicio) von Genf, (Heinrich) von Toul, (Albert) von Verdun - die letzten beiden auch für ihren Consuffragan (Stephan) von Metz -, (Burchard) von Straßburg, (Konrad) von Worms, (Gottfried) von Utrecht, (Walo) von Havelberg, (Hartwig) von Regensburg, (Konrad) von Passau, (Konrad) von Augsburg, (Eberhard) von Bamberg (wohl schriftlich) und (Roger) von Melfi sowie eine unzählbare Menge von Äbten, darunter Abt Heinrich von Lorsch, Erzpriestern, Pröpsten, Lombarden und deutschen und italienischen Fürsten, darunter die Herzoge (Heinrich der Löwe) von Sachsen und Bayern, Welf (VI.), (Berthold) von Zähringen und (Friedrich) von Schwaben, die Pfalzgrafen (Konrad) bei Rhein, (Friedrich von Sommerschenburg) von Sachsen und (Otto von Wittelsbach) von Bayern sowie weitere Markgrafen und Grafen. Der Gesandte König (Ludwigs VII.) von Frankreich und der König (Heinrichs II.) von England machen die Entscheidung von einer Gesandtschaft des Kaisers an ihre Herren abhängig. Der Patriarch von Aquileia und die Bischöfe von Bamberg, Passau und Regensburg geben ihre Zustimmung nur vorbehaltlich einer künftigen Prüfung durch die Gesamtkirche. Erzbischof (Hillin) von Trier entschuldigt sein Fernbleiben wegen Erkrankung und stimmt ebenso nicht zu wie Erzbischof (Eberhard) von Salzburg und die Bischöfe (Peter) von Pavia und (Hugo) von Piacenza. Der ebenfalls anwesende Wilhelm von Pavia, Kardinal von S. Pietro in Vincoli, äußert sich nicht. Als letzter nimmt schließlich Friedrich selbst die Wahl Viktors IV. an, und alle Anwesenden geben ihr Einverständnis durch laute Zustimmung bekannt.

Empfänger:
Synode von Pavia

Überlieferung/Literatur

MG. Const. 1, 257 no 187 (= jetzt: Admonter Briefsammlung, ed. Hödl - Classen, MG. Briefe VI, 90 no 45), 260 no 188 und 265 no 190; Rahewini Gesta Frid. l. IV cap. 74-82, ed. Waitz - Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol., 318 ff., Otto Morena, ed. Güterbock, MG. SS rer. Germ. N. S. VII, 99 ff., Vinzenz von Prag, MG. SS XVII, 678 f., Ann. Camerac., MG. SS XVI, 534 (zu Februar 2; betonen den maßgeblichen Einfluß der Zisterzienser auf die Könige von Frankreich und England), Ann. s. Disibodi, MG. SS XVII, 29 (zu Januar 13), Ann. Dorenses, MG. SS XXVII, 524 f. (zu 1159), Ann. Reichersperg., MG. SS XVII, 467 (zu Februar 5-11), Ann. Seligenstad., MG. SS XVII, 32 (zu 1159), Ex Annalibus Winchecumbensisbus, MG. SS XVI, 481, Boso, ed. Duchesne, 402, Burchard von Ursberg, ed. Holder-Egger - Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol., 40 f., Chron. Laureshamense, MG. SS XXI, 445, E Gervasii Cantuariensis Chronica, MG. SS XXVII, 299, Helmold von Bosau l. I cap. 91, ed. Schmeidler, MG. SS rer. Germ. in us. schol. (3 1937) 176 f. (für Alexander III.: die Kirchen von Jerusalem und Antiochia, ganz Frankreich, England, Spanien, Dänemark, die sonstigen Königreiche und die Zisterzienser), Mon. Sazav. Cont. Cosmae, MG. SS IX, 161 (zu 1159), Ex Radulfi de Diceto Ymaginibus historiarum, MG. SS XXVII, 262, Saxo Grammaticus l. XIV cap. 26, ed. Olrik - Raeder (1931) 438 f., Ex Willelmi Neuburgensis Historia Anglicana, MG. SS XXVII, 230; des weiteren Annalium s. Aegidii Brunsvicensium Excerpta, MG. SS XXX/1, 15, Ann. Palid., MG. SS XVI, 91 (zu 1159), Ann. Plac. Gib., MG. SS XVIII, 459 (zu Februar 11), Ann. Ratispon., MG. SS XVII, 587, Chron. Montis Sereni, MG. SS XXIII, 152, Chron. reg. Col., ed. Waitz, MG. SS rer. Germ. in us. schol., 106 (zu 1161), Cont. Cremifan., MG. SS IX, 545 (keine Entscheidung gefällt), Cron. s. Petri Erf. mod., ed. Holder-Egger, MG. SS rer. Germ. in us. schol., 179 f. (zu Februar 2), Gesta Fed. I., ed. Holder-Egger, MG. SS rer. Germ. in us. schol., 39 (zu Februar 11), Romuald von Salerno, ed. Garufi, Rer. Ital. SS N. Ed. VII/1, 249; vgl. des weiteren die Regg. 831, 836 und 850, die in Pavia ausgestellten Papsturkunden JL. 14.429-14.438 (dazu Mayr, Pontifikat Viktor IV., masch. Hausarbeit am Inst. f. öst. Geschichtsforsch. 1974, 89 ff. no 6-17) und Letters of John of Salisbury Vol. I, ed. Millor - Butler - Brooke no 124 (S. 213) sowie Vol. II, ed. Millor - Brooke, no 219 (S. 376) und no 233 (S. 424 ff.) und Letters of Arnulf of Lisieux, ed. Barlow (1939) no 28 (S. 40 ff.).

Kommentar

Überaus vielfältig sind die Probleme, die mit der Synode von Pavia zusammenhängen; vgl. dazu insbesondere Giesebrecht, Kaiserzeit V, 244 ff. und Giesebrecht - Simson, Kaiserzeit VI, 392 ff. sowie neuerdings Reuter, The papal schism, the Empire and the West, 1159-1169 (masch. phil. Diss., Merton College Oxford 1975) 30 f. und Madertoner, Papstwahl, 142 ff., wo auch weitere Quellen, wie Gerhoch von Reichersberg, Fastrad von Clairvaux und Johann von Salibury, entsprechende Würdigung erfahren. Zu Gerhoch vgl. auch Classen, Gerhoch, 193 ff. - Zur Rolle Kardinal Wilhelms von Pavia (von S. Pietro in Vincoli) vgl. Ohnsorge, Legaten Alexanders III., 11 f.

 

Verbesserungen und Zusätze (2011):

Der als Gesandter der Kanoniker von St. Peter in Rom an den Kaiser genannte Dekan Petrus Christianus ist zwar als Kanoniker belegt, doch führte er den Titel eines decanus – diesen gab es an St. Peter vom 11. bis zum 13. Jahrhundert nicht – ohne Zweifel nicht, vgl. dazu Johrendt, Barbarossa, das Kaisertum und Rom, in: Staufisches Kaisertum im 12. Jahrhundert, hg. von Burkhardt, Metz, Schneidmüller und Weinfurter (2010) 94 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,2 n. 822, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1160-02-05_1_0_4_2_2_264_822
(Abgerufen am 29.03.2017).