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RI IV Lothar III. und ältere Staufer (1125-1197) - RI IV,2,1

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Friedrich sammelt durch sieben Tage hindurch auf dem Lechfeld das Heer , das sich aus den verschiedensten Stämmen und Völkerschaften (videlicet Francorum, Saxonum, Ribuariorum, Burgundionum, Suevorum, Baioariorum, Lotharingiorum, Boemorum, Ungarorum, Carentanorum, et cum his aliae nonnullae Celticae seu Germaniae nationes) zusammensetzt, und beschließt nach eingehenden Beratungen, welchen Weg die einzelnen Truppenteile einschlagen sollen : Die Herzoge Heinrich von Österreich und Heinrich von Kärten ziehen gemeinsam mit den fast 600 ausgewählten ungarischen Bogenschützen über das Kanaltal, Friaul und die Mark Verona, Herzog Berthold von Zähringen oder besser Burgund mit den Lothringern über den Großen St. Bernhard (per viam Iulii Cesaris, quae modo mons Iovis vocatur), ein Großteil der Franken, der Bewohner des Niederrheins (Ripariolorum) und der Schwaben über Chiavenna und den Comer See und der Kaiser selbst, in dessen Begleitung sich König (Vladislav) von Böhmen, Herzog Friedrich von Schwaben, der Sohn König Konrads (III.), sein (des Kaisers) Bruder, der Pfalzgraf Konrad bei Rhein, die Erzbischöfe Friedrich von Köln, Arnold von Mainz und Hillin von Trier mit den Bischöfen Konrad von Eichstätt, Daniel von Prag, Hermann von Verden und Gebhard von Würzburg sowie die Äbte der Reichsabteien Fulda und Reichenau befinden, über den Brenner (vgl. Reg. 558). Friedrich empfängt die päpstlichen Legaten , den Kardinalpriester Heinrich von SS. Nereo e Achilleo und den Kardinaldiakon Hyacinth von S. Maria in Cosmedin, die ein Schreiben des Papstes überbringen (Reg. 555), das von Bischof Otto von Freising verlesen und wohlwollend übersetzt wird ; dabei ist auch Bischof Eberhard von Bamberg als Vermittler tätig. Auf einzelne andere Punkte, welche zu Unstimmigkeiten führen können, erteilen die Gesandten eine zufriedenstellende Antwort, worauf sie mit dem Friedenskuß entlassen werden und mit königlichen Geschenken bedacht in die Stadt (Augsburg) ziehen. Friedrich empfängt Gesandte des neulich gewählten Königs (Waldemar) von Dänemark , die um die Investitur mit dem Königreich nachsuchen. Er läßt sich durch Eid versprechen, daß der König 40 Tage nach seiner Rückkehr aus Italien am Hofe erscheinen werde, um dann das Königreich aus der Hand des Kaisers zu empfangen.

Empfänger:
Heer päpstlichen Legaten Dänemark

Überlieferung/Literatur

Hauptquelle: Rahewini Gesta Frid. l. III capp. 18, 22-26, ed. Waitz-simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 189 f., 195 ff., über die Vermittlungstätigkeit Eberhards von Bamberg vgl. Rahewin 1. IV cap. 22 (261); vgl. weiters Carmen de gestis V. 1780 ff., ed. Schmale-Ott, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 59, Chron. reg. Col., ed. Waitz, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 94 f. und Otto von St. Blasien cap. 10-11, ed. Hofmeister, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 10 f.; Burchard von Ursberg, ed. Holder-Egger - Simson, MG. SS rer. Germ. in us. schol. 27 f. berichtet, daß der Böhmenkönig und der Schwabenherzog die Vorhut bildeten, vgl. auch Can. Prag. Cont. Cosmae II, MG. SS IX, 164 und Vinzenz von Prag, MG. SS XVII, 668 f.

Kommentar

Simonsfeld, Jahrbücher 642 ff. Als Sammelplatz war ursprünglich Ulm vorgesehen gewesen (vgl. Regg. 443 und 444); der Kaiser könnte seinen Weg tatsächlich über diese Stadt genommen haben, vgl. Opll, Itinerar 23 mit Anm. 31. - Zu den damaligen Kontakten Gerhochs zu den päpstlichen Legaten vgl. Classen, Gerhoch von Reichersberg, 184 ff. - Zu den Teilnehmern s. auch Reg. 558.

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Empfohlene Zitierweise

RI IV,2,1 n. 556, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1158-06-00_1_0_4_2_1_558_556
(Abgerufen am 27.03.2017).